Gartenmöbel selber bauen — aber richtig!

Gartenmöbel sind in der Regel das zentrale Element des Gartens. Sie laden dazu ein, auf ihnen zu entspannen, mit Freunden zusammen zu sitzen, Parties zu veranstalten oder verleihen dem Garten einfach nur das gewisse Etwas.

“Empty wood table with stools on an outdoor patio” by rawpixel on Unsplash

Darum stehen Gartenmöbel auch hoch im Kurs — und sind in der Regel nicht eben preiswert, wenn man sich Qualität anschaffen möchte, die einige Sommer übersteht. Wenn es um die Auswahl der Gartenmöbel geht, entscheidet darum normalerweise der eigene Geldbeutel, was letztlich im Garten steht. Aufgrund der doch recht hohen Anschaffungskosten vom Mobiliar für den Garten gehen immer mehr handwerklich geschickte Menschen dazu über, sich selbst die Gartenmöbel individuell zu fertigen. Doch ist das tatsächlich günstiger?

Welche Kenntnisse und welches Werkzeug müssen oder sollten vorhanden sein? Und aus welchen Materialien stellt man seine Gartenmöbel zweckmäßig her, damit man lange Freude an ihnen hat?

Gartenmöbel — DIY steht hoch im Kurs

Wer einen eigenen Garten zur Verfügung hat, wird sie früher oder später austesten — seine handwerklichen Fähigkeiten. Und das in immer stärkeren Maße. Mehr und mehr Menschen nutzen ihre Freizeit dazu, auch handwerklich tätig zu werden. Doch was ist an Ehrgeiz und Können zu investieren, wenn die eigenen Gartenmöbel hergestellt werden sollen? Und muss es immer perfekt sein? Wer seine eigenen Möbel für den Garten herstellt, der setzt zuerst einmal auf Individualität.

Man möchte sich von der Masse abheben, vom maschinell und perfekt gefertigten Möbelstück. Darum ist es nicht dramatisch, wenn das eigene handwerkliche Können nicht auf Gesellen- oder Meisterebene ausgeprägt ist. Das Gartenmöbel aus eigener Fertigung erhält gerade durch das „Unperfekte“ die eigene Handschrift von Erbauer. Er soll sich abheben vom Tisch, von Stuhl oder der Liege des Nachbarn — ansonsten würde man ja identische Möbel im Bau- oder Gartenmarkt kaufen.

Damit steht fest, dass das eigene Können sich in überschaubaren Grenzen halten kann — solange es Spaß macht und man selbst am Ende mit dem Werkstück zufrieden ist. Zudem ist es so, dass die Anschaffung der fertigen Gartenmöbel sehr schnell größere Löcher ins Budget reißen würde. Da bietet sich DIY förmlich an — Kosteneinsparung, ein hohes Maß an Individualität und das Trainieren der eigenen handwerklichen Geschicke.

Gartenmöbel selbst zu fertigen?

Wer sich seine Anregungen für Gartenmöbel aus den Designer-Bereichen der Gartenzentren und Baumärkte holt, der sollte sich der Tatsache bewusst sein, ein solches Möbel in Eigenleistung herzustellen ist nahezu unmöglich — außer man ist selbst Möbelschreiner. Hier würden die Kosten ganz sicher auf einem Level mit dem Kauf eines fertigen Produktes liegen.

Wer Gartenmöbel selbst herstellen will, der sollte sich an den eigenen Fähigkeiten sowie dem eigenen Geldbeutel orientieren. So wird das Möbel in Eigenleistung auch realisierbar. Doch mit welchen Preisen fürs Holz muss man rechnen?

Wer beispielsweise einen Gartentisch mit einer Grundfläche von 100 x 100 Zentimeter bauen möchte, der muss für die Platte mit Kosten von rund 50 bis 60 Euro rechnen. Für die Unterkonstruktion nebst Beinen werden rund 30 bis 40 Euro fällig. Die Oberflächenveredelung beläuft sich auf rund 10 Euro. Das heißt, ein einzigartiger und individueller Tisch läge hier bei etwas mehr als 100 Euro — aus Echtholz! Im freien Handel würde ein solches Stück im Gartencenter bei circa 150 Euro plus X liegen. Als Faustformel lässt sich sagen, wer seine Gartenmöbel selbst baut, der spart bis zu 50 Prozent des Kaufpreises im Laden.

Welches Holz sollte für Gartenmöbel verwendet werden?

Jedes Gartenmöbel sollte und muss so aufgestellt sein, dass man es auch einmal im Regen draußen stehen lassen kann. Primär gilt es also auf die Witterungsbeständig und den Schutz vor Schädlingen zu achten, wenn man sich Gedanken über das Holz macht, das zum Einsatz kommen soll. Im Baumarkt, aber auch teilweise in Gartencentern kann man Hölzer erwerben, die sich perfekt für den Einsatz im Garten eignen.

Dazu gehören:

  • Teakhölzer
  • Douglasien
  • Akazienholz und
  • Robinie

Bangkirai oder Massaranduba sind die sogenannten Edelhölzer, für die auch „edle Preise“ zu entrichten sind. Alle genannten Holzarten sind perfekt im Garten einsetzbar. Und natürlich lassen sich auch Hölzer „mischen“. Das bedeutet, für die Sichtteile werden edlere Holzarten benutzt und für eher unsichtbare Unterkonstruktionen darf es dann auch das preisgünstigere Weichholz sein. Dazu gehören Tanne und Fichte.

https://de.allyouneed.com/magazin/gartenmoebel-aus-holz-ratgeber-holzarten/

Welche Werkzeuge sind notwendig und wie verbindet man die Hölzer?

Jeder Hobbyhandwerker weiß, ohne das passende Werkzeug geht wenig bis nichts zusammen. Da bildet der Bau der eigenen Gartenmöbel keine Ausnahme. Wie es im Garten ja schon Normalität ist, dass dort spezielle Werkzeuge zum Einsatz kommen:

Vom Laubsauger bis zur Akku-Heckenschere. Doch welches Werkzeug muss es sein? Optimal ist für den Zuschnitt, sofern er nicht im Baumarkt gemacht werden soll, eine Tischkreissäge mit Anschlag. Damit lassen sich selbst aufwändige Möbel perfekt selbst herstellen. Eine Bohrmaschine mit Holzbohrern ist ebenso empfehlenswert.

Doch wie verbindet man die Hölzer am besten? Schrauben? Oder doch die traditionelle Weise der Holzverbindungen? Die Holzverbindung auf traditionellem Weg ist natürlich optisch das Sahnehäubchen — erfordert aber auch etwas an handwerklichem Geschick. Hier bietet es sich an auf Tutorials zurückzugreifen und vor dem Bau der Möbel an kleineren Werkstücken zu „üben“. Doch wer seine Gartenmöbel mit dieser Art der „unsichtbaren Verbindung“ herstellt, der hat am Ende ein Möbel erschaffen, auf welches er wahrlich stolz sein kann.

Header: moellerthomsen/123RF


Originally published at www.gartenspring.de on July 16, 2018.