Hi, Frau Busching!

Carolina Busching, Leiterin des Career Service der BLS

Hi Frau Busching, bitte stellen Sie sich doch kurz vor.

Ich arbeite seit dem April 2004 an der Bucerius Law School. Bei meinem Vorstellungsgespräch hat Herr Dr. Baumanns — der damalige Geschäftsführer — angemerkt, dass ich so begeistert von der Hochschule bin und bis heute ist es auch so geblieben. Ich war immer im Career Bereich tätig und seit 2013 leite ich diesen eigenverantwortlich.

Was genau ist unter dem „Career Service“ der Bucerius Law School zu verstehen?

Wie Sie wissen, gehört eine praxisnahe Ausbildung zum Leitbild der Bucerius Law School und stellt gleichzeitig die Voraussetzung für die Verleihung des Bachelors sowie die Zulassung zum Ersten Staatsexamen dar. Deshalb unterstützt der Career Service die Studierenden bei der Vermittlung der Pflichtpraktika und versucht jedes Jahr eine Vielzahl an Angeboten bereitzustellen sowie die Bewerbungsphasen optimal vorzubereiten und zu begleiten. Wir organisieren Veranstaltungen zum Praktikum, führen Bewerbungstrainings durch und das ganze Team steht jederzeit für individuelle Gespräche zur Verfügung. Da sich der Career Service aber auch als Schnittstelle zwischen den Studierenden und der beruflichen Außenwelt versteht, gibt es einen engen Kontakt zu zahlreichen Kanzleien, Unternehmen sowie sonstigen Institutionen, in denen Juristen tätig sind. Die Verbindung zu den externen Ansprechpartnern muss sorgfältig aufgebaut und fortwährend gepflegt werden. So erklärt sich, warum ich in dieser Funktion oft unterwegs bin. Zudem gibt es innerhalb der Hochschule eine enge Zusammenarbeit mit dem Fundraising; denn mitunter wurde in der Vergangenheit aus einem Praktikumsgeber bereits ein Förderer der Bucerius Law School.

Was ist das Lustigste, das Ihnen während Ihrer Arbeit hier einmal passiert ist?

Immer wenn man mit Menschen zu tun hat, kann es zu Überraschungen kommen aber das ist aus meiner Sicht etwas Wunderbares! Über die ganzen Jahre gab es sehr viele lustige Begebenheiten. Ich könnte wohl ausgiebig berichten, egal ob aus dem Büro, von Dienstreisen, über Veranstaltungen oder aus dem Supermarkt zum Beispiel. Dort hat mich ein Student einmal angesprochen: „Da wir uns hier gerade treffen, kann ich doch einige Fragen zu meiner Bewerbung stellen.“ Sogleich hatte ich sein Anschreiben in der Hand und zwischen der Joghurtauswahl gingen wir die Dokumente durch. Wie Sie sehen, kann man mich überall ansprechen und auch zu allen Themen. So hielt mir vor einigen Jahren ein Student plötzlich einen wunderschönen Fingerring hin und fragte mich nach meiner Meinung, ob er diesen wirklich seiner Freundin schenken könnte. Ich fand, dass dieser Ring ein hervorragendes Geschenk war. In der Regel wird es besonders interessant, wenn Mütter, Väter, Patentanten oder andere Familienmitglieder auftauchen. So brachte mir mal ein Student sein Praktikumszeugnis. Als ich dieses umdrehte, entdeckte ich auf der Rückseite ein farbenfrohes gemaltes Bild, welches ein jüngeres Geschwisterkind dort unbemerkt angefertigt hatte. Dieses Blatt nahm er wortlos wieder mit und ich erhielt einige Tage später eine reine Version. Zum Schluss vielleicht noch folgende Anekdote: Wie bereits beschrieben, bin ich viel unterwegs und so führte mich ein Termin nach Frankfurt in eine Kanzlei, die gerade neue Büroräume bezogen hatte. Nach mehreren Minuten, als meine Gesprächspartnerin und ich die ersten Themen erörtert hatte, klapperte es plötzlich unter dem Tisch und ein Handwerker krabbelte hervor. Er schaute uns völlig unbeeindruckt an und murmelte, dass er dringend an den Telefonleitungen arbeiten musste und wir sollten doch einfach weiterreden. Seit diesem Erlebnis sehe ich vor jedem Meeting unter den Tisch.

Wie empfinden Sie ganz persönlich den Austausch mit den Studierenden?

Es macht mir großen Spaß und ich empfinde es als Bereicherung! Ich arbeite mit ganzem Herzen und viel Freude mit den Studierenden zusammen. Gerade nach dem ersten Studienjahr erlebe ich oftmals, wie wichtig für den Einzelnen das Praktikum ist — nicht nur um etwas Praxisluft zu schnuppern, sondern auch, um mit frischer Motivation weiter zu studieren.


Das Interview führte Hanna Jacobsohn

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