Die Freundschaft + der anderen Art und Weise

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Prolog

Weise Worte zu teilen, ist eine Gabe. Gibt es viele Menschen in deinem Leben, mit denen du ganz du selbst sein kannst? Menschen, die dich unterstützen und mit dir Gedanken zu einem Konstrukt zusammenfügen?

Gedanken kommen und gehen und wenn du sie für dich behältst, dann gerätst du in die Gefahr, an Ihnen zu zerbrechen. Sie tanzen in deinem Kopf, ebnen sich zerreißend den Weg in dein Inneres und spinnen sich ein Nest.

Wenn sie ausgesprochen werden, dann können sie Wunder bewirken. Zu Sprechen heißt, zu teilen. Man teilt, um sich zu bereichern.

Doch wähle den Austausch mit Bedacht. Nicht jeder will dir Gutes. Willst du mir Gutes?

Lass es uns versuchen…


Dialog

Er: Willst du nicht für mich Schreiben?

Sie: Für dich? {ein Schmunzeln zeichnet sich auf Ihrem Gesicht} Ich weiß nicht.. vielleicht! Also ich meine, ich kann es versuchen..

Er: Was wirst du Schreiben?

Sie: Das fragst du mich jetzt? Woher soll ich das wissen, bevor ich überhaupt zu mir selbst kehre und beginne.. {Ihr Schmunzeln weicht einem Lachen. Ihr Ausdruck ist voller Wärme}Schreiben ist viel mehr, als nur das Produkt. Es ist eher ein Prozess… Man beginnt, ohne zu wissen, wo das Ganze hinführt. Stell dir vor, du nimmst deine Kamera und streichst um die Häuser.. Hast du nicht das Gefühl, dich voll und ganz zu verlieren?

Du tauchst für Stunden ab, schaltest deinen Kopf aus und widmest dich der Kunst… Und diese Kunst bereichert dich mit Energie. Und diese Energie benötigst du, um neue Kraft fürs Denken hervorzubringen.

Das Schreiben ist für mich das Selbe. Man glaubt, man grübelt über dieser einen perfekten Geschichte… doch… für mich ist das Schreiben der Ausgleich zum Denken. Ich versichere Dir, ich schreibe über uns. Mehr kann ich dazu nicht sagen.

Er: Wohl wahr… Jeder findet seinen Ausgleich, wenn er die Möglichkeit hat, seine Interessen und Fähigkeiten zu erkennen. Doch nicht jeder kann sich selbst so glücklich schätzen, seine persönliche Kreativität zu entdecken. Du schreibst… ich fotografiere… wie viele Menschen hängen nur zu Hause und verschwenden ihre Zeit mit unnützen Dingen.

Dabei ist genau der Ausgleich diese eine Möglichkeit, sich selbst zu verwirklichen, sich besser kennenzulernen und über sich hinauszuwachsen.

Du versicherst mir , über uns zu schreiben… Was gibt es über uns zu Schreiben? Sind wir nicht total harmlos?

Sie: Harmlos? Meinst du das ernst? Wie lange kennen wir uns schon… 12 Jahre? Wir haben so viel Vergangenheit ohne es zu wissen… ich glaube wir sind alles andere als harmlos. Manchmal vergisst man, wie entzückend intensiv die Geschichten der Menschen sein können, die schon seit unglaublich langer Zeit eine Verbindung tragen. Und ja.. manchmal sind diese Verbindungen erschreckend harmlos.

Du und ich… wir sind nicht harmlos, das sage ich dir. Wir können stolz sein auf das, was wir uns geschaffen haben. Höhen und Tiefen haben unsere Freundschaft durchzogen und trotzdem gab es nie diesen einen Moment, der uns entzweite. Vielmehr würde ich sagen, dass wir uns immer nahe stehen, uns dann und wann aus den Augen verlieren… Doch wenn sich unsere Wege zum zig tausendsten Mal kreutzen, ist doch immer wieder alles, wie es einmal war und ein bisschen anders. Nicht schlecht anders, nur anders. Ich glaube das ist so viel mehr als harmlos. Das ist ein Geschenk, ohne es zu euphorisch zu bewerten. Es ist eine Freundschaft mit dem gewissen Etwas… Was auch immer das Etwas ist… Vielleicht schreibe ich über dieses Etwas…

Er: Na dann… Schreibe! Was auch immer dir in deinen Kopf kommt…


Ein Gedanke

Sprechen, Schreiben, Emotionen austauschen, alles fällt uns leicht. Ich und Er.. das Geplauder über Alltag, gute und schlechte Gefühle, über Männer und Frauen, über Verlust und Genuss im Leben.

Ich und Er.. wir bleiben uns immer erhalten!

Doch nicht zu vergessen sind dabei die Situationen, die anders sind.. Die Situationen, die uns beide näher aneinander rücken. Wenn ich ehrlich zu mir selbst bin, dann weiß ich, dass wir beide ein unzerstörbares Band erhalten, dass keine zu nahe Bindung aushält.

Wenn ich darüber schreibe, dann ist es echt. Dann ist es echt, dass wir weder mit- noch ohneeinander können. Doch ist es nicht genau so? Wir sollten uns das eingestehen…

Eingestehen erfordert Konstanz. Konstanz, die wir nicht haben. Habe ich nicht gesagt, dass es immer wieder gleich und doch anders ist? Die immer wiederkehrende, gleiche Diversität.. sie legt sich wie ein Schutz um unser Band und hindert uns doch daran, es fest in unseren Händen zu halten. Seltsam.. es entfaltet eine magische Vielfalt und lässt sie uns nicht greifen.

Mach dir keine Sorgen darüber, hast du sonst auch nie…


Es ist immer wieder gleich und doch anders.. anders schön, anders intim. Wir sind zwei Menschen, die miteinander einen Weg beschreiten. Dieser Weg ist wie diese Geschichte; wo er endet ist ungewiss.

Manchmal sind wir in unseren Emotionen verloren. Vielleicht wissen wir nur nicht, dass wir unser Anker sind. Vielleicht nehmen wir uns wie eine Harmlosigkeit, da wir schon immer da waren. Dinge, die schon immer da waren, werden nicht verloren gehen, denn sie sind immer da. Unsere privaten vier Wände sind immer da, die Sonne ist immer da, Familie ist immer da… Doch wie wäre das Leben, wenn die Selbstverständlichkeit aus unserem Leben geht? Kleinigkeiten, die uns so viel Sicherheit geben, dass wir über den Verlust nicht nachdenken… Was ist, wenn sie nicht mehr da sind?

Wir leben nebeneinander her und sehen vor lauter Selbstverständlichkeit nicht, was uns beide zusammen so wunderbar macht.

Es ist das gewisse Etwas, das unsere Freundschaft anders macht. Es ist wie dieser schmale Pfad in den Bergspitzen, der uns in die Weiten des Horizontes führt, losgelöst von erdrückenden Konventionen. Ein kaum ausgetretener Gang, ohne schützende Winde, die uns in der Spur halten könnten. Unser Schutz ist unser Band, es hält uns fest. Wir leiten uns gegenseitig, ohne zu erkennen, wer voranschreitet, denn am Ende sitzen wir zusammen in den berauschenden Höhen, lassen die Füße baumeln, und begeben uns auf die Suche, nach dem nächsten, unerforschten Weg.

Und warum das Ganze?

Weil wir gleich und doch anders sind. Die Gleichheit, die uns respekt- und liebevoll miteinander umgehen lässt, die unsere Ansichten vereint und die uns Gleiches verspüren lässt. Und dann ist da die Andersartigkeit mit verschiedenen Erlebnissen, Träumen und Überzeugungen, durch die wir uns gegenseitig neue Lebendigkeiten schenken.. ja, wir machen uns lebendig!


Epilog

Sie: Wenn ich dich als eine kleine Selbstverständlichkeit meines Lebens betrachten würde, dann wäre der Gehalt deiner Präsenz absurd.