Gibt es wirklich zwei Arten von Content Strategen?

Anne Rokley vom Content Marketing Institute erklärt in Ihrem Artikel “Why You Need Two Types of Content Strategist “ warum Unternehmen zwei Arten von Content Strategen brauchen. Auch im Studiengang Content Strategie haben wir darüber natürlich diskutiert. Erfahrt worin sich diese beiden Arten unterscheiden und wer der richtige Content Strategen für euer Projekt ist.

Zwei Arten von Content Strategen

Kaum ein Marketeer kann die konkreten Aufgaben eines Content Strategen beschreiben und weiß die Vorteile der Zusammenarbeit mit einem Solchen zu schätzen, da bringt Anne Rokley bereits eine erste Differenzierung ins Gespräch. Laut ihrem Artikel auf der Website des Content Marketing Institutes gibt es zwei Arten von Content Strategen: den Frontend Strategen und den Backend Strategen.

Was macht der Frontend Content-Stratege?

Frontend Content-Strategen lieben Inhalte. Sie kennen und analysieren die Zielgruppe, wissen welche Bedürfnisse diese wirklich hat und wie sie befriedigt werden können. Sie kennen das Unternehmen, die Werte und Normen und bringen diese mit den Bedürfnissen der Zielgruppe zusammen, um die Unternehmensziele zu erreichen. ‎Sie führen grundlegende Analysen durch, sind aber auch ganz nah dran an den Inhalten. Sie erstellen Moodboards, Styleguides und SEO Richtlinien und bilden damit die Grundlagen für die Ausgestaltung der Inhalte.

Was macht der Backend Content-Stratege?

B‎ackend Content-Strategen lieben Strukturen. Sie haben eher einen technischen Fokus und treffen Entscheidungen über die zu nutzenden Systeme und Hardware. Sie arbeiten an Datenbank-Strukturen und sorgen vor allem für eins: Effizienz. Durch Modularisierung von Inhalten, formatfreie Strukturierung dieser, gute Strukturen und eine klare Verschlagwortung der Inhalte ermöglichen sie effizientes Arbeiten.

Fronted oder Backend Stratege? Wer ist der “Richtige”?

In Deutschland ist es selten genug, dass Unternehmen Content Strategen für Projekte engagieren und jetzt sollen sich Unternehmer auch noch für eine bestimmte Ausrichtung entscheiden? Für manche Projekte kann es durchaus Sinn machen sich nach dem Schwerpunkt des Content Strategen zu informieren. Dieser resultiert nicht zu Letzt auch aus dem Background der jeweiligen Person. Content Strategen haben häufig mehrere Jahre in anderen Berufen gearbeitet. Sie kommen aus der Usability Experience, der Information Architektur, aus der Suchmaschinenoptimierung oder aus der Konzeption, der Kreation oder sogar aus dem Projektmanagement. Sie bringen ganz unterschiedliche Fähigkeiten mit, nach denen sich häufig auch ihre Ausrichtung gestaltet.

Gibt es diese Unterscheidung in Deutschland überhaupt?

Da Content-Strategen häufig eine bestimmte Vorbildung haben, die eher kreativer oder eher technische Art sein kann, findet man auch in Deutschland mit Sicherheit Content Strategen die eine jeweilige Ausrichtung stärker bedienen als die andere. Auf den Webseiten unserer Dozenten im Fach Content-Strategie an der FH Joanneum in Graz ist zumindest die oben beschriebene Formulierung nicht zu finden. Anhand der Vorkenntnisse die sowohl aus dem Journalismus oder dem Consulting kommen, kann man eventuell auf einen Fokus schließen, detailliert kommuniziert wieder dieser aber nicht. In der Diskussion mit Kay McMahon von Digitas LBi, die uns im Gespräch ebenfalls die von Anne Rockley vorgenommene Unterscheidung zeigte, wird deutlich, dass die Differenzierung in London schon deutlich bekannter ist, als im deutschsprachigen Raum.

Das Beste aus beiden Welten

Aus meiner Sicht ist das wirklich Schöne am Beruf des Content Strategen die Vielfältigkeit. Die Arbeit des Backend Content-Strategen ist sehr strukturiert, gut planbar und macht Systeme und Inhalte effizienter. Der Frontend Stratege bringt die Inhalte zum Leben. Er hat den Fokus auf das Schöne, das aber auch gleichzeitig subjektiver ist und damit weniger planbar, weniger strukturiert und nicht immer der effizienteste Weg. Wer in seinem beruflichen Alltag Aufgaben aus beiden Bereichen ‎erfüllen muss hat den wahren Vorteil. Er steigert die Effizienz und verbessert die Systeme, was keiner sieht und eher als selbstverständlich hin genommen wird. Das ist aber nicht schlimm, denn er kann sie über die sichtbaren Elemente zum Leben bringen und Freude haben an den Ergebnissen die hübsch und für Jedermann sichtbar sind.

Aus dem Nähkästchen

Gerade diese zwei verschiedenen Sichtweisen sind das, was mir an meinem Job so viel Spaß macht. Datenbank-Strukturen und Schnittstellen-Gestaltung sind Projekte, die mir Spaß machen, weil sie klare Ergebnisse haben und einen Mehrwert für so viele Kollegen in den verschiedensten Ländern bringen können. Solche Projekte können noch so erfolgreich sein, sie werden in Unternehmen aber selten thematisiert und noch seltener gelobt. Eine gute Idee für eine gute Content-Aktion jedoch ist nicht nur für viele Kollegen sichtbar, sondern erreicht auch nach der Umsetzung auf den verschiedensten Social Media Kanälen eine große Menge an Menschen. Diese Projekte machen doppelt Spaß: In der Umsetzung beim Shooting und dem Brainstorming mit den Kollegen und wenn das finale “Produkt” dann endlich online ist und von Jedermann betrachtet werden kann. So macht Content-Strategie dreifach Spaß!

Originally published at noisetomusic.com on April 28, 2016.