So war das TOA 2017

loomista
loomista
Jul 25, 2017 · 3 min read

Im Juli war ich beim Berliner TechOpenAir. Zwei Tage voller Talks im Funkhaus Berlin plus zahlreicher Side Events.

Und wie fand ich´s? Nicht so dolle.

Die Location

Das Funkhaus in der Nalepstrasse war der Dreh und Angelpunkt der Fernsehproduktion der DDR. Reichlich Geschichte also in dem alten Gemäuer. Irgendwie Retro und irgendwie auch ziemlich cool. Ich meine, welche Konferenz hat schon eine Orgel direkt über der Bühne?!

Die Gebäude selbst sind umgeben von einem weitläufigen Gelände direkt an der Spree. Bei Sonnenschein sicher der perfekt Ort für solch ein Event. Aber leider schien die Sonne nur sehr vereinzelt und wie bei jedem Regen-OpenAir waren auch hier die Wege schnell matschig und die Hippster-Sneakers klamm.

In der Mittagspause des zweiten Tages konnte man allerdings, Essen von einem der unzähligen tollen Foodstands mümmelnd, erahnen wie es hätte sein können. Sonne, Musik, lecker Essen und Ausblick aufs Wasser. Herrlich.

Talks

Ich habe gute Talks gesehen. Aber auch viele belanglose. Und ich fand anstrengend, dass es kein echtes Programm sondern nur eine lose Aneinanderreihung von Talks gab. Ein gutes Beispiel sind die vier Talks, die ich Donnerstag Vormittag in “Studio 1” sehen konnte. Alle genau so hintereinander weg. Ohne jeglichen Zusammenhang:

  • Rejuvenation Biotechnology: Why Age Will No Longer Mean Aging (Aubrey de Grey, Chief Science Officer, SENS Research Foundation)
  • Taking Music Recognition to the Next Level ( Richard Sharp, CTO, Shazam)
  • How Nasa Technology Captures The Earth And Beyond (Rebecca Roth, Image Coordinator, NASA)
  • The Porn Talk ( Erika Lust & Pablo Dobner, Erika Lust Films)

Von Unsterblichkeit zu Musik, ins Weltall zur Porno. Ähm… ja. Mir hat es das relativ schwer gemacht mich inhaltlich zurecht zu finden. Außerdem war die Event-App eine Zumutung und hat auch nicht zur Orientierung beigetragen.

Der spannendste Vortrag für mich war der von Liviu Babitz. Liviu ist ein echter Cyborg. Er hat sich einen Sensor fest einpflanzen lassen, der jedes mal vibriert, wenn er nach Norden sieht. Im ersten Moment fand ich das ziemlich abstoßend und sinnlos. Im Verlauf des Vortrags konnte Liviu mir allerdings klar machen, warum das revolutionär ist und warum es wichtig ist, dass manche Menschen sich mit solchen Themen befassen. Auf jeden Fall erweitern Vorträge dieser Art den eigenen Horizont!

Networking

Fand für mich quasi nicht statt. Wer nicht tief drin ist in der Berliner Startup-Szene oder Lust hat jeden Fremden anzuquatschen kann diesen Punkt für sich abhaken.

Side Events

Gab es. Viele davon. So viele, dass ich keine Lust hatte mich mit dem Programm zu beschäftigen. Eher zufällig bin ich dann auf der Hofparty vom IXDS gelandet. Das war super, wäre es aber auch ohne TOA Ticket gewesen.

Der Bummer schlechthin

Die Logistik rund um das Event war unterirdisch! Das Funkhaus ist doch sehr weit draußen. Das angebotene Bus- und Bootsshuttle musste extra bezahlt werden und beide verkehrten sehr selten zwischen der Venue und der Stadt.

Die nächstgelegene Tram hatte eine 30-Minuten-Taktung und zu Stoßzeiten gab es keine Chance in den Zug zu kommen.

Taxen waren nicht zu kriegen (“janz weit draußen”) auch nicht über myTaxi und Car2Go und ähnliche Anbieter haben ihre Geschäftsbereiche auch nicht bis zum Funkhaus ausgedehnt. Uns hat es geschmeidige 2h gekostet um am ersten Tag zurück in die Stadt zu kommen. Mega ungeil!

Fazit

Ich finde das Event sollte “Berliner Startup, Zukunfts & Business Open Air” heißen denn mit Technologie hat das alles reichlich wenig zu tun gehabt. Einige Talks waren gut, ich mochte die Atmosphäre und ich habe am Freitag in Berlin noch Freunde besucht. Das war dann auch der Grund warum der Trip sich gelohnt hat.

Nächstes Jahr spar ich mir die Kohle also oder investiere sie anderweitig.

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loomista

product management expert & startup advisor. Loves the web, music and kitesurfing.

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