Alchemie - ein Seminar

DGEIM-Seminarservice | Dr. rer. nat. Ulrich Warnke


Alchemie
so steht es in Wikipedia, “die Alchemie (auch Alchymie oder Alchimie) ist ein alter Zweig der Naturphilosophie und wurde im Laufe des 17. und 18. Jahrhunderts von der modernen Chemie und der Pharmakologie abgelöst. Oft wird angenommen, die „Herstellung“ von Gold und anderen Edelmetallensei das einzige Ziel der Alchemistengewesen. Die Adepten der großen Alchemisten sehen diese Transmutationen jedoch eher als Nebenprodukt einer inneren Wandlung.”

Das Seminar auf der Salzburg, über der Saale

Auf diese Wandlungen konzentrierte sich auch das Seminar, das am 12. Juli 2014 auf der fränkischen Salzburg, einer alten Kaiserpfalz, stattfand. Mit seiner über tausendjährigen Geschichte gab es kaum eine bessere Kulisse für Tag und Thema, wie die Teilnehmer übereinstimmend bestätigten.

Burg Salzburg, hoch über Bad Neustadt an der Saale

Referent war Dr. Ulrich Warnke,

dessen populäre Bücher und Seminare zu Themen wie Quantenphilosophie, Interwelt, aber auch Nahrungsergänzung, Bionik oder Nahtoderlebnisse längst zum Standardrepertoire gehören.

Dr. rer. nat. Ulrich Warnke, ein gern gesehener Gast und Referent des DGEIM-Seminarservice.

Jahrgang 1945, studierte Ulrich Warnke zunächst Biologie, Physik, Geografie und Pädagogik. Als Universitätsdozent hatte er Lehraufträge für Biomedizin, Biophysik, Umweltmedizin, Physiologische Psychologie und Psychosomatik, Präventiv-Biologie und Bionik. Seit 1969 forscht er auf dem Gebiet »Wirkungen elektromagnetischer Schwingungen und Felder, einschließlich Licht, auf Organismen«; seit 1989 leitet er die Arbeitsgruppe Technische Biomedizin. Darüber hinaus ist Warnke akademischer Oberrat an der Universität des Saarlandes (seit März 2010 pensioniert), Gründungsmitglied der Gesellschaft für Technische Biologie und Bionik e. V. und gefragter Referent und Vortragsredner.

Alchemie — eine Geheimlehre

Was wir über Alchemie wissen, stammt aus vielfach übersetzten und immer wieder veränderten Quellen, zudem — eine interessante Parallele zu heute — phantasievoll verschlüsselt und sorgfältig codiert, damit Unbefugte nicht mitlesen und die Geheimnisse für ihre Zwecke missbrauchen konnten.

So war ein Thema die rudimentäre Entschlüsselung der Überlieferungen, ein anderes die Verifizierung der Alchemie aus quantenphilosophischer Perspektive (ein Thema, für das Dr. Warnke eine ausgewiesene Expertise mitbringt, siehe auch das Zwei-Tage-Seminar über die Interwelt).

Weitere Seminarthemen waren

  • Alchemie als einmalige Weisheitslehre
  • Woher kommen die Inhalte der Alchemie?
  • Symboliken in der Alchemie
  • Metapher und vorsätzliche Irrwege als
    Verschleierung der Wirk-Mechanismen
  • Decodierung des Geheim-Wissens zur Beeinflussung der Materie
  • Formel der Alchemie: Solve et coagulare = löse und verbinde
  • Wie ist die alchemistische Botschaft zu verstehen, dass Materie in einen geistigen Zustand gebracht werden kann und umgekehrt?
  • Was bringt die Entschlüsselung der Alchemie-Botschaft
    für unser Leben und die Gesundheit?
Der Eingang zum bewohnten Teil der Burganlage, wo wir aufgrund einer persönlichen Einladung der Burgherrin freien Zugang hatten.

Alchemie und Spagyrik

Nicht nur “Paracelsus sah im Alchemisten den Künstler, der Stoffe aus der Natur für den menschlichen Gebrauch oder für die Erhaltung der menschlichen Gesundheit umwandelt (Wikipedia)”. Ihm verdanken wir auch den in jüngster Zeit im Rahmen der Medizin und Kosmetik immer häufiger auftauchenden Begriff der „Spagyrik“ (aus dem Griechischen spao = „trennen“ und ageiro = „vereinigen, zusammenführen“), der von ihm synonym für Alchemie verwendet wurde. Die Aufgabe der Alchemie sah er nicht in der Herstellung von Gold, sondern in der Herstellung von Arzneimitteln. Insofern ist es nur konsequent, wenn sich Angehörige unterschiedlichster Heilberufe auf der Salzburg einfanden, um die Alchemie unter heutigen Gesichtspunkten und mit heutigen Fragen zu untersuchen.

Das Destillationsgerät
zählt zu den zentralen Apparaturen und Laboroperationen der Alchemie. Bildnachweis: Wikipedia

Tiefenpsychologische Bedeutung der Alchemie

Noch ein Zitat aus Wikipedia: “Wie bereits unter Opus Magnum erklärt, handelte es sich bei der Alchemie nicht nur um eine praktische Disziplin im Sinne einer Metachemie. Sie hat vielmehr auch eine philosophische Dimension. Die verschiedenen alchemistischen Vorgänge — wie die Umwandlung eines bestimmten Metalls in ein anderes — stehen für die Entwicklung des Menschen, d. h. für innerpsychische Prozesse. Denn die „Transmutation der Psyche“ wie sie die antiken Mysterienkulte lehrten, durch Leiden, Tod und gewandelte Auferstehung des Adepten zu einer neuen, göttlichen Existenz, wurde in den alchemistischen Werkstätten seit der Antike auf die Materie projiziert. Es führte zur „Transmutation der Materie“; die mineralischen Stoffe erleiden durch Zerstückelung, Verbrennung und Behandlung all die Wandlungsqualen wie der zur Erlösung und Wandlung bestimmte Mensch. Angestrebtes Ziel war die Umwandlung niederer Stoffe oder Metalle zum edelsten Metall, dem unsterblichen Gold, oder zu einer Universalsubstanz (Lapis) oder zur erlösenden Universalmedizin. Die Entdeckung dieser Analogie beschreibt als erster Zosimus aus Panopolis in seinen Traumvisionen.

Transmutation und Individuation

Der Psychoanalytiker Herbert Silberer arbeitete in seinem Hauptwerk Probleme der Mystik und ihrer Symbolik (1914) wohl als Erster die psychologische Dimension der Alchemie heraus. Der Schweizer Psychiater und Psychotherapeut Carl Gustav Jung sah in den Arbeitsmethoden und Wandlungsbildern der Alchemisten eine Parallele zu den Traumbildern moderner Menschen während ihrer biographischen Selbstfindung. Dabei spielen persönliche Probleme, scheinbar unlösbare Aufgaben, existenzielle Krisen oder notwendige Reifungsprozesse eine große Rolle. Er nannte diesen Prozess Individuation und beschrieb ausführlich die Abläufe und Gesetzmäßigkeiten dieser unbewussten Bilderwelt oder „Transmutation der Psyche“. Die Erforschung der Individuation betrachtete er als wesentliche Aufgabe seiner Analytischen Psychologie.”

Amphitheatrum sapientiae aeternae — der Blick in ein alchemistisches Labor von Heinrich Khunrath, 1595
Bildnachweis: Wikipedia

Von der Alchemie zur modernen Chemie

Quelle: Naturwissenschaftliches Arbeiten von Thomas Seilnacht: “Die Alchemie (auch Alchimie) entstand im 1. Jahrhundert nach Christus in Ägypten, ihr Zentrum war ursprünglich in Alexandria. Die erste Person, die ausführlich alchemistische Arbeitsmethoden schilderte, war eine Frau namens “Maria”, über deren Leben praktisch nichts bekannt ist. In den Schriften der Maria werden Öfen und Geräte zur Destillation beschrieben, außerdem die Durchführung des Opus Magnum. In Alexandria lebte im 4. Jahrhundert Zosimos von Panopolis, der bereits die Schriften der Maria kannte. Einer der bekanntesten arabischen Alchemisten war Dschabir ibn Hayyan (auch Dschabir arabicus), der im 8. Jahrhundert gelebt haben soll … weiterlesen >>

Seminar-Mitschnitt erhältlich

Soweit ein kurzer Überblick über ein faszinierendes Seminar, das von der DGEIM mitgeschnitten und sorgfältig aufbereitet wurde. Den kompletten Mitschnitt gibt es für nur 100,00 € beim SeminarServiceSieber.

SeminarServiceSieber
Dietmar Sieber

Franz-Liszt-Straße 18
69214 Eppelheim
Telefon 06221-75 95 631
Mail: d.sieber@t-online.de

Text & Fotos, soweit nicht anders angegeben:
Lutz Berger. lutzland.de

• Weiterführende Informationen im Web

Alchemie, ausführlicher Artikel von Michael Horchler
Alchemy Website — umfangreich, zahlreiche Quellen!

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