Vierzig

Lange habe ich gewartet, 
endlich hast Du nach mir gesucht, 
Dich nach mir umgehört. 
Aus dem Straßengraben hast Du mich aufgehoben. 
Aus dem Dreck hast du mich gezogen. 
Auf festen Boden hast Du mich gestellt, 
damit ich mir die Knie nicht mehr aufschlage.

Dann hast Du mir Lieder beigebracht. 
Mich gelehrt, von Dir zu singen. 
Und für Dich zu spielen.

Viele Menschen sehen, was Du aus mir machst, 
und beginnen sich auf Dich zu verlassen.

Ein Segen seid ihr, weil ihr Gott vertraut. 
Geht nicht die einfachen Wege, 
lasst Euch nicht einschüchtern, erschrecken und beeindrucken.

Die Welt ist voller Wunder und Gedanken Gottes. 
Nichts und niemand kann das verhindern. 
Ich habe damit begonnen, von Gott zu erzählen. 
Zu sagen, was ich weiß. 
Schnell fielen mir keine Worte mehr ein. 
Weder Zahlen noch Wörter finde ich passend.

Etwas Besonderes für Dich zu tun, oder Dir zu opfern, 
darauf legst Du keinen Wert. 
Es interessiert Dich nicht, 
ob ich fromm bin oder religiös. 
Du hast meine Ohren geöffnet, 
damit ich Deine Stimme hören kann.

Und ich habe Dir geantwortet: 
Ja, ich komme gerne. Denn ich habe Deinen Brief gelesen. 
Ich freue mich auf die Party, die Du für mich feiern wirst.

Das war der Moment als Dein Wort mich berührt hat, 
als es Teil meines Lebens wurde. 

Ich habe begonnen anderen von Dir zu erzählen.
Dabei habe ich nichts verschwiegen, Du weißt das. 
Ich habe Deine wunderbare Art nicht geheim gehalten. 
Ich habe alles erzählt, 
davon wie verlässlich Du bist und wie achtsam. 
Ich habe kein bisschen davon verheimlicht,
was ich an Liebe und Wahrheit von Dir erfahren habe. 
Alles habe ich erzählt. 

Lass mich jetzt bitte nicht allein, 
Bleib an meiner Seite. 
Deine Liebe und Wahrheit halten mich zusammen. 
 
Als die Probleme zu groß wurden, 
habe ich viel Mist gebaut. 
Ich war so versunken in meinen eigenen Gedanken
und konnte nicht mehr sehen, wie es weitergeht. 
Da war auf einmal alles schiefgelaufen. 
und es fühlte sich so beschissen an, 
dass mir irgendwann der Mut fehlte.

Sei nachsichtig mit mir, Gott, und misch Dich ein. 
Beeil Dich und hilf mir. 
Damit das, was meine Seele in Beschlag nimmt, 
zurückweicht und aufgibt. 
Damit das, was mich runterzieht, 
abbricht und in sich zusammenfällt.
Damit das, was an mir nagt, 
hinschmeißt und sich selbst zerstört. 

Aber alle, die auf Deiner Spur sind, 
lass sie gemeinsam singen, feiern und glücklich sein. 
Lass alle, die wissen, was man mit dir erleben kann, 
der Welt von dir erzählen und nicht damit aufhören.

Und ich? Ich bin ein Haufen Elend. 
Ich bin nichts und habe nichts. 
Mach etwa aus mir.
Ich weiß, dass Du das kannst, 
Du hast das ja schon oft bewiesen. 
Aber Gott, vertröste mich bitte nicht.

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