Hypochondrie durch eHealth?

Eine kritische Auseinandersetzung

Es gibt immer mehr Apps und Internetseiten, um sich mit der eigenen Gesundheit auseinanderzusetzen. Beispielsweise Apples iHealth um z.B. Blutwerte oder Ovulationszyklus einzutragen, oder aber NetDoktor, eine Webseite welche auch Diagnosen durch Fragebögen anbieten. [1]

Leider habe auch ich mich öfters dabei ertappt, wie ich bestimmte Symptome über Google eingebe, um dann auf Seiten wie NetDoktor zu landen. Da die Symptome oft nur vage sind, treffen sie auf viele verschiedene Krankheiten zu, manche mit Aussichten auf einen vorzeitigen Tod.

Aus Interesse wie weit das Thema der Selbstdiagnose verbreitet ist, habe ich mal verschiedene Foren durchstöbert und bin immer wieder über Leute gestolpert, die panisch gefragt haben ob sie jetzt an Krebs erkrankt sind, da durch die Google-Suche so eine Diagnose festgestellt wurde.

Erschreckend war, das manche Symptome wirklich nicht gut klangen, der Betroffene aber noch nicht beim Arzt war, sondern lieber Dr. Google aufgesucht hatte.

Da bin ich dann zu dem Entschluss gekommen, dass Selbstdiagnose durch Internet die Menschen eher hypochondrisch beeinflusst.

Zum Thema iHealth stehe ich sehr zwiegespalten, da ich einerseits die Vorteile sehe, vor allem bei Menschen die bestimmte Werte wie Blutzucker täglich kontrollieren müssen und durch die App das sehr anschaulich aufbereitet bekommen, aber anderseits bemerke ich einen Gesundheits- und Fitnesswahn, dadurch dass man ständig am Werte eintragen ist und diese immer toppen möchte. Sicher ist es gut gesund und fit zu leben, aber geht das nicht auch ohne App?

Schlussendlich geht es wieder darum ein gesundes Maß zu finden. Wenn man nicht stündlich am Smartphone klebt um den neuesten Runtastic-Wert einzutragen oder sich bei dem leisestem Anflug von Halsschmerzen an die Selbstdiagnose von Google zurückerinnert, die einen Tumor diagnostiziert hat, bieten die Apps und Webseiten eine gute Basis für Wissen über die eigene Gesundheit.

[1] http://www.netdoktor.de/service/symptom-checker/

One clap, two clap, three clap, forty?

By clapping more or less, you can signal to us which stories really stand out.