Führen wir Marken oder Bewusstsein?
Jan Drechsler
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Die Argumentation ist zwar nachvollziehbar, aber ich halte die Rolle, die Du und Andreas der Marke im (Arbeits)leben der Menschen zuschreiben für stark vereinfacht und teilweise konstruiert bzw. idealtypisch. Aus Sicht der Markenstrategie müssen diese Effekte sicher berücksichtigt werden, aus Sicht der Mitarbeiter“führung“ und –entwicklung fände ich das dünn.

Ja, mein Handeln braucht einen Zweck, einen guten Zweck, dem ich mich verpflichtet fühle. Können das Markenwerte sein? Selbstverständlich! Wenn ich mein Handeln auf den Markenwert beziehen kann. Mit zunehmender Soezialisierung und in zunehmend komplexen Gebilden wird der Bezug der eigenen Arbeit zum großen Ganzen und zum Markenwert allerdings schwer nachvollziehbar. Das wissen wir seit Beginn der Industriealisierung, seit die ersten Fließbandarbeiter nicht mehr das Gesamtergebnis ihrer Arbeit sahen, sondern nur stets gleichförmige Arbeitsschritte. Was verbindet z.B den Markenwert ‘Freude am Fahren“ mit dem verlegen eines Kabelbaums und was unterscheidet das Verlegen des Kabelbaums zum Zweck „Freude am Fahren“ und „Vorsprung durch Technik“.

Und überhaupt, wo bleiben Wachstum und Entwicklung? Die Behauptung zum glücklichen Leben brauche es gutes Leben und gutes Handeln, das einen Zweck erfüllt klingt sehr nach Komfortzone. Ich erinnere mich an ein Zitat aus „Matrix“, darüber, dass Menschen eine zu perfekte Welt ablehnen, die Herausforderung und das Wachstum suchen, die Auseinandersetzung mit sich und ihrer Umwelt, an der sie persönlich (als eigene Marke) wachsen können.

Natürli

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