pussy stronger than theology (!?)*

Momentan schreibe ich an einer (meiner ersten) Hauptseminararbeit. Zum Thema auserkoren habe ich mir “Amoris Laetitia” und das Frauenbild dort, insbesondere unter dem Gesichtspunkt, was eigentlich ist, wenn frau* keine Kinder bekommen möchte oder kann (wobei der Schwerpunkt auf dem möchte liegt. Orna Donaths Talk auf dem Z2X, ihre Studie “Regretting Motherhood” sowie das dazugehörige Buch haben mich dazu inspiriert). Unvermeidlich ist es dabei, über lehramtliche Glanzstücke wie “Mulieris Dignitatem” immer wieder zu stolpern. Die Frau als, das Wesen der Frau, usw. Ich kann es nicht mehr hören — zumindest nicht, ohne zynisch oder grantig zu werden. Fast immer wird die Reproduktionsfähigkeit, zur Aufgabe, ja oft sogar zur weiblichen* Reproduktionspflicht umgedeutet. Soweit so ätzend.

Seit Wochen sitze ich jetzt wieder vor einem wachsenden Bücherstapel und es ist bei Weitem nicht so, dass jede Stunde Lesen mit viel Wut endet. Immer wieder stoße ich auch auf Gedanken, die Befreiung (oder zumindest Wege drumherum) aufscheinen lassen — in den “großen, klassischen Standardwerken” nicht, eher in den Büchern, die scheinbar noch nicht viele Leser_innen hatten. Soweit so schade, soweit so gut, es zeigt mir nur, dass meine Frage, warum alternative Lebensentwürfe und Entscheidungen im theologischen/kirchlichen/lehramtlichen Kontext so wenig, oder nur negativ konnotiert, vorkommen, nicht ganz unberechtigt ist. Spannend bleibts, mal schauen, wie das noch weitergeht.

*danke Judith fürs auf “pussy stronger than god” und auf Aida Ruilova aufmerksam machen