Erfahrungen: Logo-Contest auf 99designs.de

Mittlerweile kann ich auf eigene Erfahrungen mit 99designs zurückblicken. Über das Für und Wider von Designprozessen mithilfe digitaler Plattformen soll es in diesem ausführlichen Blogpost gehen.

Wie bin ich zu 99designs gekommen?

Der Eine oder Andere mag es schon mitbekommen haben: Ich habe ein Projekt namens Huciety initiiert. Die »Inception« dafür hatte ich Anfang 2016 und danach hat es bis ca. Juni gedauert, bis ich anfing, darauf weiter rumzudenken. Ich habe dann recht schnell damit begonnen, ein paar Videointerviews zu drehen, zu schneiden, Templates für die Website zu sichten und meine ganze Ideen aufzuschreiben. Plötzlich steht man dann vor einer hohen Wand: Wie soll das Baby eigentlich heißen? Und ich brauche ja auch ein dazu passendes Logo, woher soll ich das denn jetzt noch nehmen? Das ist doch irre teuer! Ihr merkt schon: Flipperautomat im Kopf. Der Vorteil, wenn man recht viel im Netz unterwegs ist und gerne Sachbücher über die eigene und berufliche Weiterentwicklung liest, ist, dass man sehr viel aufschnappt. Mir fiel ein, dass ich mal was über eine Designplattform gelesen hatte: 99designs.

Meine Erfahrungen zur Design-Plattform

Das US-Unternehmen gibt es seit 2008 und hat 2012 das europäische Pendant 12designer übernommen und damit auch in Deutschland steigende Bekanntheit erlangt. Es gibt mittlerweile eine deutschsprachige Website und ein Büro des Unternehmens in Berlin — was wirklich sehr hilfreich ist, worauf ich aber gleich noch näher eingehen werde.

Die Funktionsweise

Das Grundprinzip von 99designs ist recht simpel: Ich als Privatperson oder Unternehmen erstelle ein kurzes Briefing und beschreibe darin meine Präferenzen, Vorstellungen und Ideen. Zudem kann ich aus vorhandenen Logos ein paar auswählen, um den künftigen Designern so schon mal eine Richtung aufzuzeigen, in die die späteren Vorschläge gehen sollten. Das Aufsetzen dieses Wettbewerbs ist sehr einfach und selbsterklärend aufgebaut, da es für jeden einzelnen Punk des Briefings ein entsprechendes Textfeld oder eine Auswahlfunktion gibt.

Wettbewerb? Richtig gelesen. Jetzt beginnt es erst richtig interessant zu werden. Sobald das Briefing erstellt wurde, steht dieses zentral auf der Plattform für alle registrierten Designer zur Einsicht zur Verfügung. Daraufhin entscheiden die Designer, ob sie an dem Wettbewerb teilnehmen möchten oder auch nicht. Sobald das Briefing erstellt wurde, heißt es dann erst mal abwarten.

Der Ablauf

Das Grundprinzip ist also einfach und genial zugleich. Bevor man allerdings loslegen kann, gilt es, sich zu entscheiden, wie viel Geld man dafür in die Hand nehmen will und kann. Alle Preise lassen sich hier einsehen. Über das Dropdown-Menü lassen sich dort die unterschiedlichsten Kategorien auswählen, denn natürlich ist viel mehr möglich, als sich nur ein Logo designen zu lassen. Von Buchcover über T-Shirts bis hin zu PowerPoint-Templates ist so ziemlich alles dabei, was man sich vorstellen kann. In meinem Fall habe ich das »Logo & Social Media Paket« gewählt. Dieses enthält sowohl das Logo als auch ein Cover für Facebook, Twitter und YouTube. Damit bin ich erst mal gut aufgestellt. Da ich zu Beginn klein anfange, habe ich es beim Bronze-Paket belassen. Laut 99designs sollte man mit ca. 30 Designvorschlägen rechnen, ich hatte aber zum Ende des ersten Wettbewerbs über 60. Das kann man vorher natürlich nie wissen, aber auch andere Erfahrungsberichte im Netz spiegeln ein ähnliches Bild oder hatten sogar noch mehr Vorschläge.

Nachdem Ihr Euch also für das passende Paket entschieden und euer Briefing erstellt habt, haben die interessierten Designer vier Tage Zeit, um ihre Vorschläge einzureichen. Nach meiner Erfahrung kommen die ersten Vorschläge bereits nach einem vollen Tag rein; viele davon über Nacht, da scheinbar eine große und aktive Designer-Community aus Indonesien stammt. So habe ich es zumindest den Profilen entnommen. Damit die Designer überhaupt wissen, was Euch gefällt und was nicht, habt Ihr verschiedenste Möglichkeiten, um ihnen Feedback zu geben.

Kommentarfunktion

Ganz klassisch könnt Ihr zu jedem Design Eure Meinung in ein Kommentarfeld schreiben und weitere Hinweise für die Überarbeitung der jeweiligen Vorschläge geben. Was ich zu Beginn gar nicht gemerkt hatte, war, dass Ihr nicht nur auf der rechten Seite im Kommentarfeld schreiben könnt, sondern auch direkt eine beliebige Stelle im Designvorschlag selbst markieren und dort dann Anmerkungen hinterlegen könnt. Das würde ich für Detailanmerkungen auf jeden Fall nutzen und da Ihr dies nun im Gegensatz zu mir von Beginn an wisst, habt Ihr schon einen kleinen Vorteil.

Sternchenbewertung

Eine weitere Möglichkeit ist, auf der Übersichtsseite mit all den bisher eingereichten Designvorschlägen, direkt unter dem jeweiligen Logo oder was auch immer Ihr designen lasst, Sternchen von eins bis fünf zu vergeben. An dieser Stelle gebe ich gerne die Empfehlung von 99designs selbst weiter: Haltet Euch besonders am Anfang mit euphorischen Bewertungen, die höher als drei Sternchen sind, zurück. Dies hat insbesondere zwei Gründe:

  1. Die ersten Vorschläge sind ganz sicher nicht das Beste, was die Welt gesehen hat. Wenn Ihr hier bereits hohe Bewertungen vergebt, habt Ihr insbesondere im späteren Verlauf des Wettbewerbs keine Möglichkeit, den wirklich guten Designs auch entsprechende Bewertungen zu geben. Es ist natürlich schwierig, da mittlere Bewertungen stets eine Kritik am Design sind und man ungern die Arbeit anderer Menschen kritisiert und sie nicht verletzen möchte. Darüber muss man aber hinwegsehen, denn Ihr zahlt schließlich dafür und wollt am Ende zufrieden sein. Vermutlich denkt Ihr bei den ersten Designs auch »Wow, sieht das geil aus, besser kann es ja gar nicht werden«. Aber glaubt mir, es kommen bessere Vorschläge.
  2. Wenn Ihr zu früh zu gute Bewertungen abgebt, ist es sehr gut möglich, dass Ihr andere Designer, die den Wettbewerb beobachten und noch nichts abgeliefert haben, verunsichert und ihre Motivation drückt, da sie glauben werden, dass sie jetzt eh keine Chance mehr haben.

Archivfunktion

Es wird Designs geben, die Euch überhaupt nicht zusagen und bei denen es einfach in die falsche Richtung geht. Da bringt es meist nicht viel, epische Kommentare zu schreiben, da diese sowohl Euch als auch den Designern zu viel kostbare Zeit stehlen würden. Aus diesem Grund gibt es die Archivfunktion. Diese Funktion solltet Ihr nämlich genau für diese Fälle nutzen. Verschiebt Ihr ein Design in das Archiv, ist es dort noch immer für Euch aufrufbar, aber es verschwindet von der Übersicht der Designvorschläge. Die Designer können nämlich nicht nur die eigenen, sondern auch alle anderen Vorschläge sehen und wenn Ihr hier etwas Ordnung haltet, werden die am Wettbewerb teilnehmenden bzw. den Wettbewerb beobachtenden Designer nicht in die falsche Richtung geführt, weil dort Designs liegen, die Euch gar nicht gefallen.

Der letzte Punkt führt gleich direkt zum nächsten Tipp. Diese erste Stufe des Wettbewerbs läuft — wie weiter oben erwähnt — ganze vier Tage. Viele Designer machen es mittlerweile so, dass sie erst am letzten Tag ihre Designs hochladen und dann auch gleich mehrere. Dies liegt unter anderem daran, dass sie erst mal abwarten wollen, in welche Richtung der Wettbewerb geht und was Euch gefällt. Sie haben somit genug Zeit, sich Inspiration zu holen und ihre eigenen Vorschläge entsprechend vorzubereiten. Oft kommen also die wirklich guten Designs erst zum Ende der ersten Wettbewerbsstufe. Ihr merkt, dass hier auch der genannte Punkt der Sternchenbewertungen eine entsprechende Rolle spielt. Aus diesem Grund solltet ihr den Wettbewerb auch wirklich immer die vollen vier Tage laufen lassen und nicht schon vorher einen Gewinner wählen: Ihr verpasst ansonsten womöglich einen Designvorschlag, der Euch vom Hocker haut.

Finalauswahl und Umfragen

Die ersten vier Tage sind vorbei und Ihr habt hoffentlich jede Menge Designvorschläge erhalten. Das ist aber noch nicht das Ende des Wettbewerbs. Nun habt Ihr den schwierigsten Teil vor Euch: Ihr müsst bis zu sechs Designs auswählen, die Ihr mit in die Finalrunde nehmen wollt. Je nach Quantität und Qualität der eingereichten Designs kann das schon recht schwierig werden, aber meiner Meinung nach hat man zu dem Zeitpunkt schon ein paar Favoriten, mit denen man dann in der Finalrunde weiterarbeiten möchte. Zudem habt ihr vier Tage Zeit, um Euch zu entscheiden. Und sollte dieser Zeitraum wider erwarten nicht ausreichen, so ist es via Kundenservice auch möglich, einen längeren Zeitraum als Aufschub zu bekommen.

Ein tolle Funktion ist in diesem Zusammenhang die Möglichkeit, eine Umfrage zu erstellen. Hier könnt Ihr bis zu acht Designs, die Ihr favorisiert, auswählen und die Umfrage dann ganz leicht auf den sozialen Netzwerken teilen oder auch per Mail verschicken. Das Ganze ist sehr schnell erstellt und insbesondere bei Facebook bekommt man da im eigenen Freundeskreis schon die eine oder andere Rückmeldung. Auch hier funktioniert dies in Form von Kommentaren und Sternchen. Archivieren können die Teilnehmer Eurer Umfrage natürlich nicht.

Beim Voting kann es gemäß meinen Erfahrungen vorkommen, dass Ihr selbst innerhalb der acht Favoriten eine ganz andere Meinung habt, als Eure Teilnehmer. Hierbei sollte man bedenken, dass das Logo natürlich primär die anderen Menschen ansprechen soll und erst sekundär Euch. Auf der anderen Seite will man ja selbst auch zufrieden und stolz darauf sein. Am Besten holt Ihr Euch zusätzliche Meinungen von Menschen aus Eurem persönlichen und engen Umfeld ein, wenn nicht schon über die Umfrage geschehen — das kann sehr helfen. Schaut Euch darüber hinaus auch an, wie die Verteilung der Sternchenbewertungen ist. Hier würde ich beispielsweise eher ein gutes Mittelfeld präferieren, als zwei sehr gute Bewertungen und der Rest liegt bei einem und zwei Sternchen. Und letztlich ist es dann auch eine Bauchentscheidung. Ich habe all dies berücksichtigt und bin damit ganz gut gefahren.

Die Finalrunde

Aus den acht Designs aus der Umfrage habt Ihr nun bis zu sechs Designs ausgewählt, die in die Finalrunde einziehen dürfen. Somit seid Ihr schon ein gutes Stück weiter. Jetzt laufen die letzten vier Tage des Wettbewerbs, der sich vom Ablauf her ganz genauso gestaltet, wie die ersten vier Tage. Je nachdem, wie gut die Designs schon Euren Vorstellungen entsprechen, kann es gut sein, dass ihr intensiver oder auch weniger intensiv Rückmeldungen geben müsst, als zuvor. Da sich Euer Feedback nun auf maximal sechs Designer konzentriert, könnt Ihr Eure Anmerkungen auch detaillierter geben und so das Maximum aus Eurem Investment herausholen. Und auch hier gilt: Lasst Euch die vollen vier Tage Zeit und wählt nicht zu vorschnell. Ich habe mich selbst nicht daran gehalten, und das rächte sich, wie Ihr nachfolgend feststellen werdet.

Ein Kundenservice, der seinem Namen gerecht wird

Ich hatte nach ungefähr zwei Tagen ein paar Vorschläge einer Designerin, die im Finale gelandet ist und die mich wirklich umgehauen haben. Ich war mir sicher: das ist es! Ich beendete abends — um vermeintlich Zeit zu sparen — vorzeitig die Finalrunde und kürte mein Gewinnerdesign. Am nächsten Morgen dann die böse Überraschung. Das Gewinnerdesign ist von der Designerin zurückgezogen worden und zwei oder drei andere waren noch sichtbar. Zeitgleich hatte ich eine Nachricht im Posteingang der Plattform, in der mir die Designerin mitteilte, dass sie Probleme mit ihrem Account habe, weil sie irgendjemand anderes gemeldet hatte. Ich ahnte nichts Gutes. Ich hatte so ein komisches Gefühl und rief deswegen beim Kundenservice an — genau deswegen ist es nämlich, wie eingangs erwähnt, sehr praktisch, dass dieser in Deutschland sitzt und man somit die regionale und sprachliche Nähe als Vorteil hat.

Zu meiner Überraschung kam ich sofort durch und konnte dem Mitarbeiter mein Anliegen schildern. Er war sehr freundlich und hilfsbereit und hat sich dann angeschaut, was das Problem bei der gemeldeten Designerin war. Er konnte in seinen Daten sehen, dass eines der Designs der Designerin von einem anderen Designer als Plagiat gemeldet wurde. Es handelte sich zwar nicht um das Gewinnerdesign selbst, aber das machte es natürlich nicht besser. Die Prüfung des Vorwurfs stand noch aus und der Mitarbeiter des Kundenservices versprach, sich umgehend darum zu kümmern und dafür zu sorgen, dass die Prüfung schnell vonstatten geht.

Nach ca. eine Stunde (wow, oder?) meldete sich der Mitarbeiter per Mail bei mir mit Fotobeweis, dass eines der Designs tatsächlich der Gewinner in einem vergangenen Wettbewerb war. Man entschuldigte sich dafür bei mir — auch wenn es natürlich nicht die Schuld der Plattform war — und bot mir zur Lösung des Problems drei Optionen an:

  1. Wir eröffnen die Finalrunde erneut und Sie arbeiten mit dem anderen Finalisten zusammen.
  2. Wir eröffnen die Qualifizierungsrunde erneut, damit Sie weitere neue Designs bekommen und dann Ihre Finalisten erneut festlegen können.
  3. Wir schließen diesen Wettbewerb und geben Ihnen Credits, mit denen Sie einen neuen Wettbewerb auf der Plattform starten können.

Das nenne ich mal Kundenservice. Nicht nur die Schnelligkeit beeindruckte mich, auch die vorgeschlagenen Lösungswege. Ich entschied mich für die 2. Option, weil ich so noch mal neue Designs sammeln konnte und die Credits hätten mir außerdem nicht weitergeholfen, weil ich ja diesen Wettbewerb abschließen wollte. Man entgegnete mir daraufhin, dass man mir zusätzlich ein Power Pack im Wert von 95,- € schenkt, was meinen Wettbewerb mehr Reichweite auf der Plattform bringt und so die Wahrscheinlichkeit steigt, dass ich mehr Designvorschläge bekomme. In meinem Fall hat das sogar geklappt: Zusammen mit den Designs aus dem ersten Versuch hatte ich zum Ende des zweiten Versuchs ganze 204 Designvorschläge!

Ich durchlief daraufhin also wieder die Phasen bis hin zum Wählen des Gewinners. Das hat natürlich sehr viel Zeit gekostet, mich aber andererseits auch zu meinem jetzigen Gewinnerdesign geführt, mit dem ich sehr glücklich bin. Es hatte also auch was Gutes. Darüber hinaus habe ich eine Menge gelernt und trage jetzt hoffentlich ein wenig dazu bei, dass Ihr nicht die gleichen Fehler macht, wie ich. Natürlich kann so etwas immer passieren und ich hatte eben Glück, dass es einem anderen Designer aufgefallen ist, dass da was nicht stimmt. Die Selbstregulierung auf so einer Plattform funktioniert natürlich sehr gut, da alle gewinnen möchten und man deswegen auch genauer hinschaut, was passiert und wer vielleicht unverdient den Wettbewerb gewinnt.

Seid wachsam

Im Grunde war ich auch etwas unvorsichtig, weil ich mich habe blenden lassen. Das ich bereits vor Ende der Finalrunde einen Gewinner gekürt hatte, lag unter anderem auch daran, dass mich die Designerin per Nachricht unter einem Vorwand dazu ermutigte, weil sie weitere Designverbesserungen nicht mehr über die Plattform abwickeln wollte, sondern per Mail. Sie hatte angeblich Angst, dass andere ihre Ideen klauen — Ihr bemerkt die Ironie. Da hätten bei mir die Alarmglocken läuten müssen. Sie taten es nicht, da ich sowieso nichts mehr verbessert haben wollte und für mich alles fein war. Also hieß es: Gewinner wählen und glücklich sein; aber so kam es dann leider nicht. Deswegen mein Rat: Lasst Euch von niemandem etwas einreden und Euch zu irgendwas bewegen, was außerhalb der Plattform laufen soll. Dazu zählen auch Leistung, wie etwa zusätzliche Visitenkartendesigns, die im Preis nicht enthalten sind und deswegen auch den Richtlinien widersprechen. Dieser Verlockung eines vermeintlich guten Deals sollte man widerstehen, da sich das Risiko um ein vielfaches erhöht, ein Plagiat angedreht zu bekommen. Die Plattform bietet nun einmal gewisse Kontrollinstanzen, die genau das verhindern sollen.

Nach der Plagiatsgeschichte kontaktierte mich die vermeintliche Gewinnerin übrigens dann über einen zweiten und später sogar über einen dritten Account und reichte teilweise wieder die gleichen Vorschläge ein. Viel mehr als diese Dreistigkeit hat mich aber gewundert, dass es möglich war, diese Fake-Accounts zu erstellen, da es für Designer meines Wissens nach eine Identitätsprüfung gibt — offenbar muss hier nachgebessert werden. Es kann auch helfen, wenn Ihr Euch die Profilseiten der Designer mal kurz anschaut. Dort sind unter anderem Arbeitsproben hinterlegt und auch die Statistiken, wie oft jemand schon einen Wettbewerb gewonnen hat, wie viele Stammkunden er hat usw.

Gewinner wählen

Ihr werdet sicher nicht die gleichen Fehler machen, wie ich und demnach nach insgesamt acht Tagen zwei Wettbewerbsrunden durchlaufen haben. Ihr steht nun vor der Entscheidung, einen Gewinner auszuwählen. Je nach Verlauf des Wettbewerbs kann dies natürlich, wie schon zuvor, schwierig sein. Glücklicherweise habt Ihr auch hier wieder vier Tage Zeit und auch wieder die Möglichkeit, eine Umfrage zu erstellen.

Kontrolle und Abnahme

Nun habt Ihr Euer Ziel fast erreicht. Der Gewinner ist gewählt und Ihr könnt es kaum noch abwarten, Euer eigenes Logo oder Buchcover in den Händen zu halten. Je nach Geschwindigkeit des Designers kann dies mehr oder weniger Zeit in Anspruch nehmen. Gemäß der Plattform-Richtlinien hat der Designer, sobald er als Gewinner feststeht, 14 Tage Zeit, um die Designs entsprechend aufzubereiten und in den verschiedenen Formaten zur Verfügung zu stellen. Hierbei ist auch zu beachten, dass in meinem Fall beispielsweise jetzt auch erst die Social-Media-Cover abgesprochen und erstellt werden. Vorher dürfen die Designer diese gar nicht anpreisen. Ich hatte alle zuvor besprochenen Variationen des Logos bereits nach einem Tag vorliegen. Und nach einem weiteren Tag fünf Vorschläge für die Coverbilder. Nachdem ich mich für eine Version entschieden hatte, hat der Designer den Vorschlag für das Facebook Cover für die beiden verbliebenen Plattformen angepasst und ebenfalls hochgeladen.

Variationen

Spätestens jetzt, wenn der Gewinner feststeht, ist es an der Zeit, verschiedene Variationen der Logos erstellen zu lassen, damit Ihr für alle Eventualitäten vorbereitet seid. Je nachdem, wie Euer Logo aufgebaut ist, ist es sinnvoll Variationen zu haben, in denen der Name des Unternehmens sowohl unter dem eigentlichen Logo als auch daneben steht. Wenn Ihr einen Claim habt, lasst Euch auch Variationen mit und ohne Claim erstellen. Außerdem all diese Variationen in Farbe, in Weiß und in Schwarz. Nicht zu vergessen sind Versionen, in denen nur das Logo ohne Unternehmensnamen zu sehen ist. Damit seid Ihr für alles vorbereitet. Bei mir bin ich so auf 20 Versionen gekommen. Das mag übertrieben klingen, aber je nach Verwendungszweck ist es notwendig, verschiedene Versionen vorzuhalten. Hinzu kommt dann noch, dass Ihr Euch am Besten alles im RGB-Farbraum und zusätzlich im CMYK-Farbraum generieren lasst. So klappt es dann später auch mit den bedruckten T-Shirts.

Dateiformate

Im Bezug auf Dateiformate gibt es auch einiges zu beachten. Ich hatte erst alles als EPS bekommen, also einem Vektorformat. Zusätzlich natürlich als PNG. Letztere kann man natürlich schnell selbst generieren, wenn man die Vektorgrafiken hat; aber wenn es gleich einmal mitgeliefert wird, warum nicht? Dann laß ich, dass EPS schon in die Jahre gekommen und zudem verlustbehaftet ist und man sich lieber alles als PDF geben lassen soll. PDF speichert alle Dateiinformationen, die in Adobe Illustrator generiert werden — womit die meisten Grafiker arbeiten dürften. Das Format arbeitet demnach verlustfrei. Ich bin sogar noch einen Schritt weitergegangen und habe mir darüber hinaus sämtliche Illustrator-Dateien geben lassen, um wirklich auf der sicheren Seite zu sein und so zur Not selbst Änderungen vornehmen zu können.

Für die Überprüfung der Dateien habt Ihr 10 Tage Zeit. In der Regel müsst Ihr die Dateien dafür von der Plattform einmal herunterladen, damit man diese im Detail ansehen kann. Manchmal fallen hier noch Kleinigkeiten auf, die man dann korrigieren lassen kann. Damit Ihr diese überhaupt herunterladen könnt, müsst Ihr lediglich die Vereinbarung über die Nutzungsrechte digital signieren und Euch die Datei gut aufheben, damit Ihr sie im Fall der Fälle parat habt. Wie schnell es zu Problemen zwecks Urheberrechten und Plagiaten kommen kann, habe ich ja bereits dargelegt. Wenn alles stimmt, könnt Ihr die Zahlung über einen Button freigeben. Andernfalls wird die Zahlung automatisch nach Ende der 10-Tages-Frist an den Designer eingeleitet. Damit seid Ihr nun stolzer Besitzer eines eigenen Logos oder was auch immer Ihr Euch erstellen lassen habt. Sichert Euch alles mehrfach und nutzt hierfür auch Cloud-Dienste. Wenn Ihr Dropbox und Co. nicht traut, investiert ein paar Euro in einen deutschen Cloud-Speicher wie etwa Strato HiDrive. Damit beugt Ihr Datenverlust vor, der Euch in diesem Fall ziemlich teuer zu stehen kommen würde, da ein wichtiger Baustein Eures Corporate Designs verloren gegangen wäre.

Fazit

Trotz eines kleinen Rückschlags kann ich die Plattform uneingeschränkt empfehlen. Natürlich gibt es schwarze Schafe, aber die hat man auch, wenn man mit Agenturen zusammenarbeitet. Der Preis für die Leistungen ist wirklich nicht zu unterbieten. Gleichzeitig kam mir natürlich der Gedanke, ob es fair ist, dass viele Designer Vorschläge einreichen und somit auch kostbare Zeit investieren, aber am Ende nur einer das Geld bekommt. Hier muss man jedoch sehen, dass dieses Vorgehen in meinen Augen den Markt demokratisiert und eine gewisse Transparenz hinzufügt. Hinzu kommt, dass Designagenturen in der Regel ebenso in Vorleistung gehen, indem sie Ihre Ideen pitchen und ggf. leer ausgehen, weil der Auftrag an eine andere Agentur geht; so läuft dieses Geschäft nun einmal. Die Vorteile für einen selbst sind auf jeden Fall nicht von der Hand zu weisen. Man kann den ganzen Prozess vom heimischen Sofa aus steuern und würde es wohl ansonsten auch kaum schaffen, sich 200 Designvorschläge von zig Designern machen zu lassen. Falls ich wieder mal ein Design benötige, werde ich diese Dienstleistung gerne wieder in Anspruch nehmen.

Falls Ihr das Ergebnis aus meinem Wettbewerb life sehen wollt, findet Ihr nachfolgend die derzeit bespielten Social-Media-Kanäle.

Das Ergebnis in der Praxis

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Bildquelle: 99designs


Originally published at Penblog — Digital wachsen.