#smarterphone

Dirk hat mir ein Blogstöckchen zugeworfen, das fange ich natürlich auf… es geht um Smartphone-Nutzung.

Ich heiße Marcus Jordan.

Ich verbringe meinen Tag mit Arbeit am Rechner und bin viel am reisen.

Ich benutze ein iPhone 6s.

Meine Smartphonenutzung ist so etwa wie die von Dirk und allen anderen, die in seinem Text verlinkt sind. Zur Nutzung kann ich eigentlich nur ergänzen, dass…

…ich schon seit fast 4 Jahren keine mails mehr auf dem Handy habe (außer an 6 Tagen SXSW).

…ich facebook deinstalliert habe und immer mal wieder für ein paar Wochen installiere und ich aber halt twitter “drücke”, wenn facebook nicht da ist.

…ich die einzig wirklich unverzichtbare Funktion die Navigation finde.

…ich es nach wie vor unfassbar großartig finde, dass ich beim Kacken und in anderen vergleichbar obligaten wie sinnlosen Lebenslagen (warten auf den Bus, im Stau stehen, Trainingsfahrrad) online Schafkopf spielen kann!

…ich tatsächlich tagsüber sehr wenig auf mein Handy schaue, weil ich ja unentwegt auf meine zwei Arbeitsbildschirme starre und das schlicht nicht schaffe (würde ja gern Schafkopf spielen dabei).

…ich mich regelmäßig dafür hasse, wie wahnsinnig intensiv ich gereizt werden muss, damit ich nicht zumindest den Wunsch verspüre, mir mit meinem Handy einen zusätzlichen Kick zu verschaffen. Beim Filme anschauen, im Gespräch, beim Spazierengehen…

Zum Abschluss: Was sollten mehr Menschen im Umgang mit Smartphones wissen?

Na ja, ich versuche mir klar zu machen, dass wir alle, natürlich ganz unterschiedlich tief, in der Scheisse stecken. Es kann für mich gar kein Zweifel daran bestehen, dass fast alle Menschen ein ganz klares Suchtverhalten am Mobiltelefon zeigen und es ist in der Natur der Sache, dass der Junkie sich seine Sucht schön redet.

Mobiltelefone sind dabei auch nur ein Wirkstoff im Pillenmix der “digital distraction”. Wir entwickeln unfassbar schöne, perfekte und umfassende Möglichkeiten, uns um uns selber zu drehen und diese digitalen Rauschmittel sind wie ein leuchtendes Gas, dass auch in die kleinsten Hohlräume unserer Aufmerksamkeit vordringt und jede Langweile verdrängt, jeden noch so kleinen, freien Platz besetzt und uns dem Ideal der totalen Effizienz näher bringt.

Nebenwirkungen: Oberflächlichkeit, soziale Unaufmerksamkeit, permabesetzte Toiletten und perfektes Schafkopf-Spiel.

Die von Dirk zitierte Studie sagt, dass wir nicht vom smartphone, sondern von der Kommunikation abhängig sind. Aber abhängig. Ich studiere das Ganze leider auch am eigenen Kind und da vergeht einem das Lachen mächtig im einen oder anderen Fall. Denn hier hört auch die Kommunikation auf tatsächlich sozial zu sein. Wenn ein weicher Geist gleichzeitig auf zwei Portalen, in 15 Gruppen, mit insgesamt 40 Teilnehmern (die teilweise wieder identisch sind natürlich), mit fixiertem Dauerfeuer-Button und highspeed kommuniziert, so geht es kaum mehr um Information oder tatsächlichen menschlichen Austausch. Es entsteht viel mehr eine Kakophonie sozialer Geräusche, aus der einerseits jeder Teilnehmer, die selbstbestätigenden Signale für seine aktuelle Verfasstheit (negativ wie positiv, Komplexe wie Hybris) zieht und die anderseits alle Teilhabenden höchst effektiv von tatsächlicher sozialer Teilhabe abhält.

Deshalb braucht man ja nun nicht gleich weinen. Aber genau hinschauen und sehr kritisch nachfragen und die Sucht auch eine Sucht sein lassen und versuchen in einen selbstbestimmten Veränderungsprozess zurückzukehren, das kann man schon machen.

Ihr Shruggie-Opfer!

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