Nach “oben” arbeiten

Ganz dreist behaupte ich jetzt mal, 98 % aller “Arbeitnehmer” gehen diesen klassischen Weg. Schule — Lehre (wahlweise Studium) — Ausbildung — Job.

Ich möchte diesen Pfad auch gar nicht negieren. Ist er doch die Art und Weise, die uns von unseren Eltern vorgelebt wurde. Deren Eltern kannten es auch nicht anders.

Wieso sollten wir dann den “anderen” Weg gehen. Junge, bitte lerne was anständiges!

So bin ich auch diesen Weg gegangen. Konsequent. Lehre, Geselle und dann angefangen sich nach oben zu “leisten”. Hey das ist aller Ehren wert und gar nicht so einfach. Man muss mehr leisten um auch mehr zu bekommen. Dieser Grundsatz gilt im Job noch viel mehr, als eh schon in vielen anderen Lebensbereichen.

Jetzt, an einem Punkt angekommen, dessen erreichen eigentlich immer mein Ziel hätte darstellen können, sehe ich es aber durchaus anders. Ich habe Verantwortung, nicht zu knapp sogar. Viele der Entscheidungen im Unternehmen kann ich mitbestimmen und das Gehalt ist auf einem Niveau, welches sicherlich eher zu den oberen Prozent zählt.

Glücklich?

Macht mich das erreichte und der “Status” dazu glücklicher? Nun, ich glaube das muss man differenziert sehen. Ich bin mit dem erreichten insofern zufrieden, dass ich recht stolz bin auf den Prozess dahin.

Dieser war tatsächlich nicht einfach und mit einer Menge “Blut, Schweiß und Tränen” bestückt. Die investierte Energie hat sich aber ausbezahlt und die Dinge haben ihren Lauf genommen.

Das dies Momentum mir aber mehr Glück beschert, kann ich nicht behaupten. Ich war auch vorher sehr zufrieden. Denn ich liebe es an dem Prozess zu arbeiten. Etwas aufzubauen, zu erarbeiten, in die richtige Richtung zu lenken.

Das Ergebnis? Nett aber in dem Moment dann schon wieder irrelevant…

Am Ende des Tages machst Du Diesen einen Job. Du gehst Morgens hin und Abends wieder nach Hause. Ob dazwischen nun 8 oder 12 Stunden liegen — geschenkt. Wie viel Geld Du dafür bekommst — wichtig — aber nur bis zu einem bestimmten Grad.

Was dann…?

Große Töne aber was ist denn die Alternative dazu? Nun ich denke die muss jeder für sich selbst finden. Ich möchte niemandem das bestehende Modell schlecht reden.

Für mich persönlich fühlt es sich nicht mehr richtig an. Gefesselt, irgendwie…

Ich werde die Energie, die ungebrochen weiterhin da ist, zukünftig in verschiedene Projekte stecken. Der bestehende Job wird immer noch einen sehr großen Raum dabei einnehmen. Sicherlich aber nicht mehr den ganzen. Ich will meine Tage flexibler gestalten und mich weiterer 3–4 Projekte widmen.

Denn das macht den Tag zu dem, wie ich ihn gerne lebe. Der Tag wird zum Prozess. Es fließt Energie in verschiedensten Strömen und trotzdem bin ich nie an dem Punkt den ich eben gar nicht mag.

Fertig sein…

Wenn man auf vielen Wegen unterwegs ist, wird man nie an den Punkt kommen etwas komplett zu beenden. Sicherlich wird das ein oder andere Projekt für sich selbst lebensfähig. Doch genau diesen Punkt sollten wir als Unternehmer auch genau treffen. Beenden bedeutet aussteigen.

Die nächste Welle nehmen und wieder den Prozess leben!

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