„Digitales-Geld“ — Die Zukunft des Geldes?

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Definition

Das „Digitale Geld“ hat viele verschiedene Bezeichnungen, es kann auch als E-Geld oder Cybergeld bezeichnet werden. Neben dem Zentralbankgeld und dem Buchgeld der Geschäftsbanken bildet das E-Geld die dritte, relativ neue Erscheinungsform des Geldes. Es ist ein voller Ersatz für Münzen und Geldscheine und wird elektronisch gespeichert. Nach den europäischen, gesetzlichen Bestimmungen darf das E-Geld nur von einer Sparkasse oder einem Bankinstitut ausgegeben werden. Es kann wie das Bargeld auch als Zahlungsmittel eingesetzt werden.[1] Betrachtet man das elektronische Geldgeschäft, unterscheidet man zwischen Kartengeld und Netzgeld. Doch was ist der Unterschied? Kartengeld bezeichnet alle Bezahlungen welche über eine GeldKarte abgewickelt werden, und umfasst eher kleinere Beträge. Das Netzgeld hingegen ist E-Geld, welches in sogenannten Webshops genutzt wird. Netzgeld bildet also eine Art Ergänzung zu den klassischen Online-Bezahlmethoden wie Lastschrift, Rechnung oder Kreditkarte. Das bekannteste Netzgeld ist „PayPal“.[2]

Zukunft

Doch wie sieht die Zukunft des Geldes aus? Welches Potenzial hat E-Geld? Heutzutage hat E-Geld ein hohes Verbreitungspotenzial, da Zahlungen nicht nur effektiv sondern vor allem auch kostengünstig und schnell abgewickelt werden können. Dazu kommt die Mehrwährungsfähigkeit, welche nicht zu unterschätzen ist. Dennoch ist die Verbreitung von E-Geld bisher relativ gering. Der E-Geld Umlauf beträgt derzeit gerade einmal 140 Mio., also 0,04% des Bargeldumlaufs im EWU-Raum. Dies liegt unter anderem daran, dass sich bisher noch kein Anbieter wirklich durchsetzen konnte. [3]
Unumstritten ist jedoch, dass sich der weltweite Markt für Bezahlsysteme im Umbruch befindet. Auf der einen Seite werden immer noch vier von fünf Einkäufen mit Bargeld beglichen, auf der anderen Seite stehen die Konsumenten immer weniger an einer „realen“ Kasse. Laut einer Schätzung aus dem Vorjahr wird deutlich, dass bereits zehn Prozent des Umsatzes aus dem Einzelhandel aus dem Netz von sogenannten Online-Händlern stammt. Dies ist im Vergleich zu vor fünf Jahren immerhin eine Steigerung um 50%. Durch den Online-Markt gewinnt das E-Geld also unweigerlich an Bedeutung.[4]

Vorteile und Nachteile

Doch wieso fordern immer mehr Wissenschaftler, Politiker oder auch einflussreiche Banken überhaupt die Abschaffung des Bargeldes? Hat das E-Geld so viele Vorteile gegenüber dem Bargeld oder gibt es auch Nachteile?
Die Begründungen für die Abschaffung des Bargeldes sind unterschiedlich. Bargeld sei zu teuer heißt es, desweiteren könnte man Schwarzarbeit, Geldwäsche sowie die organisierte Kriminalität leichter verhindern.
Doch ist das nicht in irgendeiner Weise ironisch? Denken wir einmal an das Deep Web, so ist die Währung „Bitcoins“ doch bereits eine digitale Währung. Dabei werden Bitcoins, welche man besitzt, verschlüsselt auf dem Computer gespeichert. Erzeugt wird die Währung von einem Netzwerk aus Computern. Es gibt weder eine Firma noch einen zentralen Server, welcher die Bitcoins kontrolliert. Diese Bitcoins kann man sowohl kaufen als auch verkaufen. Die im Deep Web zu Geldtransaktionen genutzten Bitcoins können also später ganz legal im SurfaceWeb verkauft und in echtes Geld umgewandelt werden.[5]
Desweitern verhindert die Abschaffung des Bargelds im Internet anonym zu bleiben. Das Gegenteil ist der Fall, denn es ist nicht mehr möglich Waren oder Dienstleistungen anonym zu erwerben. E-Geld bildet also eine weitere Einschränkung bzw. Gefährdung unserer Privatsphäre. Ein rein digitaler Zahlungsverkehr fördert demnach die Möglichkeit der Unternehmen und des Staates das Konsumverhalten der Menschen zu kontrollieren. Es bildet einen einfachen und leichten Weg an unsere Daten zu gelangen.[6] Doch nicht nur das, viele Menschen haben das Gefühl mit digitalem Geld schneller den Überblick und das Gefühl dafür zu verlieren, wieviel Geld man wofür ausgibt. Welche Zahlungsart sich in Zukunft durchsetzen wird, bleibt also offen und hängt von unterschiedlichen Faktoren, wie Privatsphäre, Entwicklung und der persönlichen Einstellung der Nutzer ab.

Quellen:

[1] vgl. Seite: “Elektronisches Geld: Das neue Geld Geschäft” In: Wallstreet:online. Bearbeitungsstand: 27.11.2015. URL: http://www.itwissen.info/definition/lexikon/E-Geld-e-money.html(Abgerufen: 27. November 2015, 18:27 UTC)

[2] vgl. Seite: “E-Geld” In: Wissen.info. Bearbeitungsstand: unbekannt. URL: http://www.wallstreet-online.de/ratgeber/finanzen-steuern-versicherung/banken/elektronisches-geld-das-neue-geld-geschaeft (Abgerufen: 27. November 2015, 17:47 UTC)

[3] vgl. Seite: “Elektronisches Geld: — Die Zukunft des Zahlungsverkehrs?“ In: Deutsche Bank Research . Bearbeitungsstand: unbekannt. URL: https://www.dbresearch.com/PROD/DBR_INTERNET_EN-PROD/PROD0000000000024776/Elektronisches_Geld_-_die_Zukunft_des_Zahlungsverk.pdf (Abgerufen: 27. November 2015, 18:40 UTC)

[4] vgl. Seite: “Der verzweifelte Kampf ums digitale Geld“ In: Die Welt. Bearbeitungsstand: unbekannt. URL: http://www.welt.de/finanzen/article141692291/Der-verzweifelte-Kampf-ums-digitale-Geld.html (Abgerufen: 27. November 2015, 18:57 UTC)

[5] vgl. Seite: “Eine Reise ins Deep Web — Tauchen wir ein in die Walwelt und mit dem U-Boot in die tiefe, dunkle Welt des Internet-Ozeans“ In: Blogspot.de. Bearbeitungsstand: 06.06.2014. URL: http://web20ph.blogspot.de/2014/06/eine-reise-ins-deep-web-tauchen-wir-ein.html (Abgerufen: 27. November 2015, 19:21 UTC)

[6] vgl. Seite: “Digitales Geld: Steht uns die Abschaffung des Bargelds bevor? Ist die Anonymität des Bargeldverkehrs in Gefahr? “ In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. Bearbeitungsstand: 14.09.2015. URL: http://kwassl.net/2015/09/06/digitales-geld-steht-uns-die-abschaffung-des-bargelds-bevor-ist-die-anonymitat-des-bargeldverkehrs-in-gefahr-informationsveranstaltung-am-14-september-2015/ (Abgerufen: 27. November 2015, 19:32 UTC)

[7] Bild: URL: http://ddrm.de/wp-content/uploads/digital-dollar.jpg (Abgerufen: 28. November 2015, 18:55 UTC)

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