Warum es für das Marketing so wichtig ist, die Mechanismen der digitalen Transformation zu verstehen

Das Zeitalter der digitalen Transformation: Das sagen Experten — So erkennen Sie den nächsten Technologietrend — Gesetzmäßigkeiten die Sie kennen sollten!

Der Begriff der digitalen Transformation beschreibt den fortwährenden Wandlungsprozess der zunehmenden Technisierung bzw. Digitalisierung und damit die Automatisierung des Lebensumfeldes der heutigen Gesellschaft.

Kontik, Digitale Transforamtion verstehen — Photo by Boxed Water Is Better

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie fasst unter dem Begriff der Digitalisierung die „umfassende Vernetzung aller Bereiche von Wirtschaft und Gesellschaft sowie die Fähigkeit, relevante Informationen zu sammeln, zu analysieren und in Handlungen umzusetzen.“

Die Digitalisierung prägte besonders in den Bereichen der Wirtschaft und der Industrie Termini wie das Internet of Things (IoT), cyber-physische Systeme oder — vor allem aus dem deutschen Wirtschaftsraum geprägt — die Industrie 4.0. Der fortschreitende Entwicklungsstand einzelner Technologiefelder führte — nicht zuletzt aufgrund der Nutzung von technischen Interdependenzen — zu einem exponentiellen technologischen Fortschritt und ermöglichte gar die Schaffung neuer Technologien.

Festzuhalten ist, das die Basis der digitalen Transformation ein Fächer diverser Technologien bildet. Der Durchschnittsbürger vermag diesen Transformationsprozess heute noch nicht als besonders dynamisch zu empfinden, doch Experten sind sich einig: Die digitale Transformation wird weitreichende Auswirkungen auf unsere Gesellschaft haben.

Das sagt Klaus Schwab:
Nicht zuletzt Klaus Schwab, Gründer und Vorstandsvorsitzender des World Economic Forums, spricht im Zuge des technologischen Fortschritts und der damit einhergehenden Transformationsprozesse von der vierten Industriellen Revolution — mit tiefgreifendem Einfluss darauf, wie die Gesellschaft lebt, miteinander interagiert, kommuniziert, arbeitet und Handel betreibt.

Das sagt Jeremy Rifkin:
Der US-Amerikanische Soziologe und Ökonom, Jeremy Rifkin, beschreibt im Zuge der gegenwärtigen Digitalisierung und der dadurch bedingten exponentiellen Produktivitätssteigerung die nächste industrielle Revolution, in der Produkte und Erzeugnisse nur noch einen Bruchteil von dem kosten, was heute dafür zu zahlen ist, in der die Massenarbeit aus der Wirtschaft verschwunden ist und in der Millionen von Arbeitern in der Industrie sowie in Büros durch intelligente Technologien ersetzt wurden.

Das sagt Richard David Precht
Der Philosoph Richard David Precht attestiert „Die Leistungsgesellschaft ist eine Fiktion“ und beschreibt das Ende einer Welt im Rahmen von Erwerbsarbeit. Precht zeichnet eine Utopie, in der Menschen leben, wie „der freie Griechische Mann“, nicht arbeitend und frei in den Tag hinein — „die Maschine den Menschen von stupider Lohnarbeit befreit, sodass er Hirte, Jäger, Fischer und Kritiker sein könne, ohne es beruflich zu müssen.“


Im Zuge eines gesellschaftlichen Dialogs muss sich im Angesicht nun marktreifer intelligenter Technologien die Frage gestellt werden: Wie soll das Leben der Zukunft gestaltet sein und welche Rolle soll Technologie dabei spielen?

Diese Entwicklungen zu meistern — hier sind sich die Experten einig — wird keine leichte Aufgabe sein. Dies ist besonders in Anbetracht der Tatsache nachvollziehbar, dass 17 Prozent der Weltbevölkerung bis heute keinen Zugang zu Elektrizität haben, somit noch nicht die zweite industrielle Revolution vollzogen haben, und über 50 Prozent der Weltbevölkerung — dies entspricht heute etwas über 4 Milliarden Menschen– keinen Zugang zu Internet haben, respektive die dritte industrielle Revolution noch nicht realisiert haben.

Technologische Innovationen als Treiber der digitalen Transformation — Oder: Wie alles begann!

Die technologischen Innovationen, die die Gesellschaft in das Zeitalter der vierten industriellen Revolution führen, sind grundlegend auf die Entwicklungen im Bereich der Mikroelektronik zurückzuführen, welche sich in der dritten industriellen Revolution herausgebildet haben.

Kontik, Innovationen als Treiber der digitalen Transforamtion — Photo by Alex Gruber

Bereits im Jahr 1965 beschrieb Georg Moore (Mitgründer von Intel) mit dem Mooreschen Gesetz die Tatsache der Verdopplung des „level of complexity“ integrierter Schaltkreise von Mikroprozessoren innerhalb eines wiederkehrenden Zyklus von 18 bis 24 Monaten.

Festzuhalten sei an dieser Stelle, dass ähnlich sequenzielle Fortschritte auch in anderen Bereichen — beispielsweise der Relationskurve von Kosten zu Rechenleistung, der Kapazität von Speichermedien sowie, abseits der Computertechnologie, in der Entschlüsselung von Erbgut oder der Abbildung des menschlichen Nervensystem mittels Neuroimaging — zu beobachten sind.

Der Futurist Ray Kurzweil beschreibt dieses persistente Dopplungsphänomen als The Law of Accelerating Returns. Kurzweil geht hierbei davon aus, dass sich das Mooresche Gesetz in sein (zu deutsch) Gesetz des sich beschleunigenden Nutzens als ein Puzzlestück integrieren lässt. Das Gesetz des sich beschleunigenden Nutzens beschreibt im Allgemeinen die exponentielle Zunahme der Qualität sowie Quantität technischer Errungenschaften sowie des Wissens.

Dem Physiker Max Tegmark nach, folgt der technologische Fortschritt somit ganz den gegeben Naturgesetzen. Tegmark beschreibt weiter, dass „once technology gets twice as powerful, it can often be used to design and
build technology that’s twice as powerful in turn.
“ Kurzweils Gesetz des sich beschleunigenden Nutzens besagt weiterhin, dass eine Technologie, die am Ende ihrer technologischen Entwicklung angelangt ist, durch eine Neuartige abgelöst wird.

Das Gesetz des sich beschleunigenden Nutzens führt nach Kurzweil unaufhaltsam in die technologische Singularität, in welcher sich Mensch und Maschine zwangsläufig verbinden werden.

Die Entwicklungen in den Computer- und Informationstechnologien der vergangenen Jahrzehnte haben somit die Basis für die rasante Weiterentwicklung technologischer sowie wissenschaftlicher Forschungs- und Entwicklungsarbeit geschaffen. Die grundlegenden technologischen Treiber der digitalen Transformation sehen Experten vor allem in den aktuellen Entwicklungsständen der Datenverarbeitung, des Computerwesens, der Decentralized Ledger Technologies, den Fortschritten in der Energieerzeugung sowie -speicherung, im Bereich der Biotechnologie und Materialforschung sowie insbesondere auf dem Gebiet der künstlichen Intelligenzen.

Diese und weitere grundlegende Technologien führen heute zu einer Reihe technologischer Entwicklungen, wie autonom fahrende Fahrzeuge, 3D Druck und Additive Manufacturing, hochentwickelter Robotic und Materialien, dem Internet of Things, Geschäftsmodelle gründend auf digitalen Plattformen oder individualisierten medizinische Therapien.

Viele dieser Technologien erfahren nach Gartners Hype Cycle gerade ihren Peak der öffentlichen Aufmerksamkeit und stehen im Großteil mit zwei bis fünf Jahren in der Adaption im Massenmarkt.


Den nächsten Technologietrend erkennen!

Die Adaption von Technologien im Massenmarkt beschreibt Geoffrey A. Moore mit der Überwindung der so genannten Chasm in der Crossing the Chasm Theorie. Moore behandelt mit seiner Theorie den Adoption Lifecycle technischer Innovationen. Sein Modell des Revised Technology Adoption Life Cycle unterteilt sich hierbei in fünf Phasen.

Kontik, The Chasm nach Geoffrey A. Moore — Quelle: Smith, M. Chasm Grafik

Bevor eine Technologie die absolute Adaption eines Marktes erfahren kann, muss diese den sogenannten Chasm — also eine unsichtbare Kluft — überwinden. Der Chasm trennt den Early Market vom Mass Market. Moore beschreibt diese Unsichtbare Kluft zwischen den beiden Märkten auch als Grund dafür, dass viele hochentwickelten Technologien die absolute Marktadaption niemals erreichen.


Zurzeit befindet sich der Großteil der momentan gehypten Technologien noch auf dem Early Market. Künstliche Intelligenz dagegen scheint in ihrem momentanen Entwicklungsstadium jedoch bereits den Weg zur Adaptation im Massenmarkt vollzogen zu haben. Die beiden Wirtschaftswissenschaftler Brynjolfsson und McAfee beschreiben in The Second Machine Age den Umstand, dass künstliche Intelligenz die Gesellschaft bereits heute überall umgebe, von Übersetzungsdiensten über virtuelle Assistenten bis hin zu autonom fahrenden Fahrzeugen oder Drohnen. Des Weiteren seien die Informationstechnologien heute bereits so weit entwickelt, dass es unmöglich sei vorauszusagen, welche Anwendungen es in ein paar Jahren geben wird!

So — What’s next?

Lasst mich eure Gedanken wissen und zögert nicht, mich über www.kontik.de oder Linkedin zu kontaktieren.