Deine Komfortzone ist keine Komfortzone sondern nur ein Sofa

Markus Freise
Jul 23, 2017 · 2 min read

Eigentlich ist dieser Beitrag keine der ganz großen Erleuchtungen. Es ist vielmehr eine Korrektur eines missbräuchlich eingesetzten Wortes. Das Wort ist „Komfortzone“. Genau genommen geht es um den ersten Teil, den „Komfort“.

Im deutschen Sprachgebrauch steht es für Behaglichkeit. Sagt der Duden:

auf technisch ausgereiften Einrichtungen beruhende Bequemlichkeiten, Annehmlichkeiten; einen bestimmten Luxus bietende Ausstattung

„technisch ausgereifte Einrichtungen“ sind wohl blühende Sofa-Landschaften. Eingebettet in ein Wohnzimmer mit Dolby-Surround und 87″ Farbfernsehgerät.

Nimmt man es hingegen wörtlich aus dem Lateinischen geht es um Stärke, Kraft und Festigkeit. Sagt auch der Duden:

spätlateinisch confortare, zu lateinisch fortis = stark, kräftig, fest

Das passt besser zu meinen Erfahrungen.

Auf dem Arsch ist schnell für den Arsch

Nicht, dass ich etwas gegen mal ordentlich auf dem Arsch herumsitzen hätte. Sicherlich ist es wichtig, in all dem Treiben, dem Hustle und dem aufreibenden Leben eines Kreativen auch Phasen der Ruhe und Kontemplationen zu suchen. Aber als Kreativer kommt dann sehr bald diese Unruhe, dies Kitzeln, die Sehnsucht nach dem Thrill.

Ja. Ich liebe es genau so wie jeder andere, mit guten Freunden und lieben Menschen zusammenzusitzen. Bei Wein und Pasta und guten Gesprächen. An lauen Sommerabenden. Ich freue mich auch auf den kommenden Sommerurlaub in Südfrankreich, meinen #alleineurlaub in London im Spätsommer und die Wanderungen durch die walisischen Berge im Herbst.

DIe walisische Küste. Der perfekte Ort zum Alleinesein.

Volle Pulle in die Komfortzone

Aber noch viel mehr freue ich mich, danach wieder volle Pulle loszuzeichnen, zu schreiben, zu gestalten, zu vermarkten. Das ist der Ort, an dem ich glücklich bin. Wirklich erfüllt. An dem ich mich stark und fest und kräftig fühle. Und eine Zone ist ein Ort. Deshalb bin ich der Überzeugung, dass meine Komfortzone nicht auf dem Sofa ist, sondern im Atelier, in Scrivener, in der Agentur.

Raus aus der Diskomfortzone

Niemand will klein, schwach und labberig sein. Deshalb verlässt Du Deine Komfortzone nicht, wenn Du Deinen Arsch hochkriegst und dem Schweinehunde mal zeigt, wer hier das Schwein und wer der Hund ist und die Laufschuhe anziehst, den Roman anfängst morgens um 5, wenn noch alle schlafen. Die Steuererklärung machst. Dieses Rezept ausprobierst, obwohl Du pappsatt bist.

Nein: Du verlässt die Diskomfortzone und betrittst den Ort, an dem Du Du bist. Stark und kräftig und fest in Deinem Wesen verankert.

Willkommen, es ist wunderschön hier.

Markus Freise

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1971 born, Poetry Slammer, Sketch-Artist an Web-Developer by profession

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