Der späte Sieg der Stasi.

Im Schatten des Lichterfestes zum 9. Oktober öffnete das Museum in der “Runden Ecke” in Leipzig wieder seine Archive mit interessanten Einblicken in die Geschichte der Staatssicherheit.

Ein tragischer Teil ist das dort so genannte “Größte Puzzle der Welt”: 2300 Säcke voller zerrissener Unterlagen lagern hier, in Eile zerrissen in den letzten Wochen der DDR. Engagierte Bürger haben diese vor der endgültigen Vernichtung bewahrt. Sie stürmten die Zentrale der Staatssicherheit und stoppten die Zerstörung der Dokumente. In der Zwischenzeit war bereits vieles geschreddert und verbrannt worden, aber eben nicht alles. Die 2300 Säcke in Leipzig und insgesamt 15500 Säcke in der gesamten Stasi sind die Dokumente, die nur von Hand zerrissen wurden und damit erst zur Vernichtung vorbereitet waren.

Auch heute sind die Dokumente noch nicht wieder zusammen gesetzt — im Gegenteil. Trotz technologischem Fortschritt liegt die Aufarbeitung nach Aussagen des Personals auf Eis. War dies Ende der 90er noch aufwändige Handarbeit, sollte es heute doch möglich sein, die Schnipsel zu digitalisieren und zusammenzufügen. Doch Forschungsprogramme mit einem Fraunhofer Institut waren scheinbar erfolglos. Ich hoffe, dass neuer Schwung in die Sache kommt.

Bis dahin bleibt die Vernichtung der Unterlagen ein Erfolg der Stasi.

(Diese Meldung enstand als Leserbrief an die Leipziger Volkszeitung.)

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