Zeit zum Aufsmarten

Ich lebe seit 5 Jahren in einem smarten Home und möchte das nicht mehr missen. Wenn es aber um Wohnen im schlauen Zuhause geht, dann ist die Skepsis vieler (ansonsten technisch aufgeschlossener) Zeitgenossen immer noch sehr hoch.

Da gibt es Sicherheitsbedenken, ob so ein Fingerabdruckscanner zum Türe-Öffnen taugt und dass man biometrische Faktoren nicht einsetzen solle. Außerdem sei das alles hackbar und mit Viren infizierbar.

Dann gibt es die Das-Brauche-Ich-Gar-Nicht-Argumentation. Licht geht auch mit dem Schalter an und ein Rolladen mit dem Gurt zu öffnen geht eh schneller als der langsame Motor.

Schließlich folgen die Alles-Zu-Kompliziert-Argumente: Ein klassisch verkabeltes Kellerlicht tut nach 100 Jahren immer noch. Bei allen smarten Lösungen hat man irgendwie Software und Hardware im Spiel, die gefühlt eher Lebenszeiten im Zyklus einer PC-Ära besitzt.

Und dann gibt es noch die Kosten-Argumentation: Wieso so viel Geld für smarte Lösungen zahlen, die am Ende das gleiche machen, wie ihre Dinosaurier-Vorfahren? Und dann braucht man plötzlich einen IT-Fachmann, um den Weihnachtsbaum-Timer einzustellen…

Ein nicht unerheblicher Grund gegen Automatisierung ist für viele auch, dass Nachrüstlösungen hässliche Steckdosenklötze sind oder man die Wände aufklopfen müsste, um neue Signalkabel zu verlegen.

Verlässlichkeit der Systeme ist noch ein Thema — und überhaupt, dass man sehr viel Zeit investieren müsse, um das ganze am Laufen zu halten.
Ich muss ehrlich zugeben: Sie alle haben recht!

Und doch bin ich absolut überzeugt, dass nichts mehr an smarter Gebäudetechnik vorbeigehen wird.

Wieviel Geld bist du bereit auszugeben, dafür, dass du deine Autotür nicht mehr mit einem Schlüssel öffnen musst? Wieso juckt beim Konfigurieren eines Neuwagens im Finger, einen 600€-Einparkassistenten auszuwählen? Wieso sind elektrisch verstellbare Sitze fast schon Standard im Auto?
Sprich: Wieso hat es das Auto geschafft, Automatisierung und smarte Komfortfunktionen zu etablieren und das Haus nicht?

Ein Haus ohne Zentralheizung mit elektrischen Einzelheizungen oder Öfen in den Räumen ist heute wertgemindert. Für mich spricht alles dafür, dass es Häusern ohne zentrale Gebäudeintelligenz in absehbarer Zeit genauso gehen wird.

Fenstersensoren, Präsenzmelder, Temperaturfühler, schaltbare Steckdosen, vernetzte Schalter, Lautsprecher — ja das kann man alles nachträglich antackern. Zahlreiche Hersteller schießen aus dem Boden mit scheinbar umfassenden Augenwischer-Lösungen. Sie suggerieren: Du hast nix verpasst und Gebäudeintelligenz kann man nachträglich hinbekommen.

Meine persönliche Einschätzung ist: Wer in den letzten 5 Jahren gebaut oder grundrenoviert hat und nicht die richtigen Vorbereitungen zur Einführung von Gebäude-Intelligenz getroffen hat, hat einen Fehler gemacht.

Das lässt sich wiedergutmachen — aber bitte nicht mit SmartHome-Starterkits aus dem Baumarkt oder dem Pearl-Katalog (Pearl finde ich übrigens super!).
Was man alles Neues machen kann, welche Funktionen den Alltag verändern, wie SmartHome beim Energiesparen hilft und die Sicherheit erhöht — davon schreibe ich das nächste mal.

Noch mehr freue ich mich, wenn ich zu dem Thema angesprochen werde und wir uns in echt darüber unterhalten.

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