trend stories #22

Quelle: Nareeta Martin auf unsplash

Wasser, Nährstoffe, Jahreszeiten, das Leben selbst. Fast alles um uns herum ist natürlicherweise in Kreisläufe eingebettet

Mit der Zeit gab es immer wieder neue Erfindungen, die aus diesen Kreisläufen ausbrachen. Kunststoffe beispielsweise boten viele Vorzüge, gegenüber den bis dahin verwendeten Verpackungsmaterialien. Doch alles, was sich in keinem Kreislauf befindet, gelangt früher oder später in andere und kann dort Schaden anrichten. Aus diesem Grund findet sich Mikroplastik nicht nur in Boden und Wasser, sondern auch in Pflanzen, Tieren und letztlich auch in uns Menschen.

Mittlerweile beschäftigen sich große Teile der Wissenschaft mit der Frage, wie wir wieder in Kreisläufe zurückfinden und das möglichst, ohne dabei auf die gewonnenen Vorzüge verzichten zu müssen. Daher wird derzeit intensiv an Recycling-Techniken und alternativen Materialien geforscht, die unsere Erfindungen von damals ersetzen sollen. Das Ziel ist es, dass Abfallprodukte wieder in einen Produktionszyklus zurückgeführt werden können, anstatt Mensch und Umwelt zu belasten.

Welche innovativen Projekte und Techniken es rund um das Thema Recycling gibt, schauen wir uns in der heutigen Ausgabe der Trend Stories an.

Das US Start-up Coffeekreis hat ein Material für Kaffeebecher und Tassen entwickelt, das aus Kaffeesatz hergestellt wird. Ihre sogenannten “Kreis Cups” sollen frei von Petroleum basierten Kunststoffen und zudem hitzebeständig, bruch- und spülmaschinenfest sein. Derzeit kommen die Kreis Cups in zwei Varianten: Als To-Go-Becher oder als Tasse inklusive Untertasse.

Quelle: The Kreis Cup auf Kickstarter

Das Unternehmen möchte neben der Schaffung einer Recyclebaren Alternative zu herkömmlichen Einweg- oder Plastik-Kaffeebechern auch verhindern, dass Kaffeesatz als Abfall in der Natur landet. Dessen Zersetzung führe nämlich zur Entstehung von Methan und an den Ablageorten obendrein zu einer Versauerung der Böden. Im Gegensatz dazu sollen ausgemusterte Kreis Cups wieder eingesammelt und in den Produktionszyklus rückgeführt werden.

Erst kürzlich hat Coffeekreis eine Kickstarter-Kampagne gestartet und das Spendenziel von 10 000 $ bereits um das doppelte übertroffen. Die Produktion für die ersten Bestellungen soll nun als nächstes anlaufen.

Zur Kickstarter-Kampagne

Humble Bee Bio ist ein Unternehmen, das einen biologisch abbaubaren Kunststoff auf Basis der DNA einer bestimmten Bienenart entwickelt hat. Diese gehört zur Gattung der Maskenbienen und lebt nicht in Völkern, sondern als Einzelgängerin. Im Gegensatz zu ihren Verwandten produziert sie keinen Honig, dafür aber einen Zellophan-ähnlichen Stoff, den sie für den Nestbau verwendet. Dieser Kunststoff ist nicht nur wasserdicht, sondern auch feuerfest und hitzebeständiger als Polyester.

Quelle: Annette Meyer auf pixabay

Die Gründerin des Start-ups Veronica H-Stevenson hat es sich zur Aufgabe gemacht, das Genom der Bienengattung zu sequenzieren, um den natürlichen Kunststoff synthetisieren zu können. Mittlerweile ist es ihnen gelungen, den Kunststoff in vitro herzustellen, wobei der Herstellungsprozess derzeit noch zu kostspielig ist, um das Material wirtschaftlich produzieren zu können.

Deshalb sammelt Humble Bee fleißig Investoren und konnte bereits mehrere Millionen Dollar an Kapital zusammenbringen. Mit diesen finanziellen Mitteln möchte das Unternehmen die Forschung um den Kunststoff weiter vorantreiben, um die Produktion wirtschaftlich zu machen und auf lange Sicht eine umweltfreundlichere Alternative zu herkömmlichem Plastik zu schaffen.

Zur Webseite

Ein Belgisches Unternehmen namens D-CRBN hat ein Verfahren entwickelt, bei dem industriell produziertes CO2 wieder in einen Wertschöpfungsprozess eingebunden werden kann. Dabei wird das Kohlenstoffdioxid zunächst direkt aus den Schornsteinen von Industrieanlagen eingefangen und von anderen Stoffen separiert. Anschließend wird es mit einem Plasmaverfahren in Kohlenstoffmonoxid gespalten. Dieses kann nun zu Polymeren oder Chemikalien weiterverarbeitet werden.

Quelle: Chris Leboutillier auf pexels

Das Start-up ist ein Ableger der Universität von Antwerpen, in der eine Forschungsgruppe vor 12 Jahren die Plasmabasierte CO2-Zerlegung entdeckt hatte. Derzeit arbeitet D-CRBN daran, ihren Prototypen zu vervollständigen und Partner aus der Industrie für ihre Innovation zu begeistern. Ihr Ziel ist es, ihr Verfahren möglichst bald in der Praxis unter Beweis zu stellen. Bis 2030 plant das Unternehmen, eine Millionen Tonnen CO2 im Jahr zu verarbeiten und so neben Profitgenerierung auch einen Beitrag zur Reduktion von Treibhausemissionen zu leisten.

Zur Webseite

Ein Wissenschaftler der Rutgers Universität New Jersey hat kürzlich eine biologisch abbaubare, pflanzenbasierte Beschichtung entwickelt, die auf Lebensmittel gesprüht werden kann. Dadurch soll sowohl der Verderb als auch Transportschäden verhindert werden können. Die Beschichtung besteht aus feinen Fasern, die zusammen eine Art Netz bilden und mit natürlichen antimikrobiellen Inhaltsstoffen versetzt sind. So werden die Lebensmittel zusätzlich geschützt.

Diese Erfindung soll, längerfristig gesehen, herkömmliche Plastikverpackungen ersetzen. Im Gegensatz zu diesen basiert die Spray-Verpackung nämlich auf Stärke, ist mit Wasser abwaschbar und zersetzt sich bereits nach wenigen Tagen.

Quelle: Dima Dmitry auf pixabay

In dem dazu auf der Webseite veröffentlichten Artikel betonen die beteiligten Forscher die Belastung unserer Umwelt und Gesundheit durch die Plastikverschmutzung. Mit ihrem neuen Verpackungskonzept hoffen sie, eine umweltfreundlichere Alternative schaffen und diese auf dem Markt etablieren zu können.

Zum Rutgers-Artikel

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