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Dr. Thomas Bellut, Intendant des ZDF, spricht in Folge #61 des MTM-Podcasts mit uns über den Staatsvertrag zur Erhöhung des Rundfunkbeitrages und die Zusammenarbeit zwischen den öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten. Lesen Sie hier das komplette Interview! (Das Interview haben wir am 12. Oktober 2020 aufgezeichnet.)

Claudius Nießen: Herr Dr. Bellut, Parlamentarier einiger Bundesländer fordern Sie nicht nur zur strikten Umsetzung der KEF Forderungen auf, sondern auch zu weiteren Einsparungen. Hat der öffentlich-rechtliche Rundfunk, hat das ZDF genug getan, um diesen Forderungen nachzukommen?

Dr. Thomas Bellut: Auch nach Meinung der KEF: Ja. Wir haben genug getan, wir haben gespart, die Struktur überarbeitet, wir sind schlanker geworden, haben weniger Personal und niedrige Abschlüsse bei den Tarifverhandlungen. Darüber hinaus hat die KEF noch einmal die Programmaufwendungen gekürzt, sodass wir wirklich sehr schlank in die nächsten vier Jahre gehen. …


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Rainer Robra, Chef der Staatskanzlei und Minister für Kultur- und Europa-Angelegenheiten des Landes Sachsen-Anhalt, spricht in Folge #58 des MTM-Podcasts mit uns über das Bild der Ostdeutschen in den Medien, über die Berichterstattung der Medien über Ostdeutschland und über die aktuelle Situation des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. Lesen Sie hier das komplette Interview!

Claudius Nießen: Herr Robra, gefühlt sind viele Bürger in den ostdeutschen Bundesländern kritischer gegenüber dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk eingestellt. Ist das nur ein Gefühl oder würden Sie das mittragen?

Rainer Robra: Nein, dass es diese kritische Haltung gibt, ist sogar statistisch belegbar. Es ist in den vergangenen Jahren deutlich besser geworden, denn wenn wir das Zuschauerverhalten betrachten, dann haben die Öffentlich-Rechtlichen stark aufgeholt. Der Mitteldeutsche Rundfunk, quasi als unser Heimatsender, ist der meist nachgefragte Regionalsender. Alle anderen Dritten Programme erreichen ihr Einzugsgebiet weniger intensiv als der Mitteldeutsche Rundfunk. Deutlich stärker nachgefragt sind zwar noch immer die Privaten wie RTL, ProSieben, SAT.1, aber es ist belegbar — und das entspricht auch meiner Wahrnehmung — dass sich seit fünf bis sieben Jahren etwas zu ändern begonnen hat. …


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Arne Semsrott ist Journalist, Politikwissenschaftler und Projektleiter des Portals FragDenStaat.de. Mit Claudius Nießen spricht er darüber, warum er am liebsten Pressestellen abschaffen würde und was Aktivismus und Journalismus gemeinsam haben.

Claudius Nießen: Arne Semsrott, es wird zurzeit viel über den schmalen Grat zwischen Aktivismus undJournalismus diskutiert. Wie bewertest du das: Sind Aktivismus und Journalismus Gegensätze oder zwei Seiten derselben Medaille?

Arne Semsrott: Ich glaube nicht, dass sie automatisch Gegensätze sind. Einige Grundprinzipien, die im Journalismus gelten, können auch im Aktivismus verfolgt werden. Beispielsweise gelten das journalistische Fairnessprinzip und eine ausgewogene Berichterstattung, bei der auch der Gegenseite die Möglichkeit zur Stellungnahme eingeräumt wird, auch in aktivistischer Arbeit. Ausgewogene Berichterstattung bedeutet nicht automatisch Gleichstellung aller Seiten. — Vor allem, wenn sie nicht
gleich sind. Insofern haben Aktivismus und Journalismus zumindest einiges gemeinsam bzw. ist es schwierig, sie eindeutig voneinander abzugrenzen. …


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Der Staatssekretär und Chef der Staatskanzlei des Landes Nordrhein-Westfalen, Nathanael Liminski, spricht in Folge #41 des MTM-Podcasts mit uns über die aktuellen Entwicklungen im öffentlich-rechtlichen Rundfunk, über Transformationsprozesse in der Medienbranche allgemein und ganz speziell natürlich auch aus nordrhein-westfälischem Blickwinkel. Lesen Sie hier das komplette Interview!

Claudius Nießen: Herr Liminski, Stichwort Erhöhung der Rundfunksgebühren. 17,50 Euro werden 18,36 Euro, das ist, ich sag es jetzt mal, mit Verlaub, noch nicht mal eine Stange Kölsch am Ende. Diese politische Relevanz, die da drinsteckt, die hängt doch nicht an der Höhe der Summe für den Einzelnen, oder?

Nathanael Liminski: In der Tat ist der von der KEF festgestellte Mehrbedarf von 86 Cent in dem Gebührenbeitrag eine sehr moderate Erhöhung. Dass die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten sich mehr erhofft hatten, ist ja aus den öffentlichen Stellungnahmen hinlänglich zu erkennen. Und ich glaube, dass man hier an der Stelle sowohl bei den Anstalten versucht hat, wirklich die Optimierungspotenziale zu heben, aber auch bei der KEF seinerseits sehr streng darauf geguckt hat, was ist wirklich notwendig? Das ist das eine, aber das andere ist ja: durch die Corona-Krise wird der öffentlich-rechtliche Rundfunk, was die Einnahmeposition angeht, noch einmal deutlich strapaziert werden, weil viele Haushalte wahrscheinlich künftig von sozialen Transferleistungen leben werden und damit für die Gebührenerhebung ausfallen. Und insofern, muss man sagen, ist das alles in allem eine moderate Erhöhung, trotz Strapazierung der Haushalte, und aus Sicht der nordrhein-westfälischen Landesregierung ein Vorschlag, dem man gut zustimmen kann. …


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Vielleicht geht es Ihnen wie uns, gerade in Zeiten wie diesen braucht es den ein oder anderen Ausblick, auf den man sich freuen kann. Deshalb sagen wir: SAVE THE DATE. Am 1. und 2. Juni 2021 sehen wir uns zur nächsten Ausgabe der Medientage in Leipzig.

Spannende Fachdebatten, viel Zeit zum Netzwerken und jede Menge neuer Input von und für Medienexpert:innen — das alles wird Sie 2021 wieder in Leipzig erwarten. Natürlich haben wir bei unseren Vorbereitungen die weitere Entwicklung rund um Corona immer mit im Blick und passen unsere Planungen laufend an die Notwendigkeiten an. Die Sicherheit und Gesundheit unserer Teilnehmer:innen und Referent:innen wird dabei immer an oberster Stelle stehen.


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Das für Mitte Mai geplante Netzwerktreffen MTM20 wird in diesem Jahr nicht stattfinden. Die nächste Ausgabe der Medientage findet im Frühjahr 2021 statt. Ein neuer Veranstaltungstermin wird in Kürze bekannt gegeben.

Vor dem Hintergrund der aktuellen Lage haben wir uns schweren Herzens entschlossen, die diesjährige Ausgabe der Medientage Mitteldeutschland, die eigentlich am 13. und 14. Mai 2020 stattfinden sollte, abzusagen. Wir bitten alle unsere Gäste, Aussteller, Sponsoren, Speaker, Partner und Freunde um Verständnis für diesen unausweichlichen Schritt.

Die Aktualisierung unserer Webseite erfolgt Schritt für Schritt. Hier finden sich zeitnah weitere Informationen. Abseits der Kongressplanung für 2021 werden wir die medienpolitischen Entwicklungen das ganze Jahr über begleiten. Mehr dazu in den kommenden Tagen. …


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Sollten wir alles tun, was technisch möglich ist?

Von Berit Kruse, Universität Leipzig

Die Citizen Score Card in China, die Risikosoftware COMPAS in den USA: Blickt man nach Ost oder West, drängt sich die Frage auf, wofür wir in Deutschland modere Technologien nutzen sollten und wofür nicht. In der Talkrunde am ersten Tag der Medientage Mitteldeutschland stand genau dieses Thema auf der Agenda: Zwei Journalisten, eine Forscherin und ein Kirchenvertreter sollten die Grenzen des Vertretbaren ausloten. …


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Wie Kinder lernen sollen, Fake News zu erkennen

Von Maureen Welter, Universität Leipzig

Die Aufmerksamkeit der Leserschaft ist begrenzt, das Angebot wächst ständig weiter. Der Kampf um die Klicks ist mitunter einer der härtesten in der Medienbranche. Bilder werden immer größer und greller, Überschriften plakativer. Besonders intensiv geliked und geteilt wird, was uns erschüttert oder emotional berührt. Um das zu erreichen, müssen Nachrichten immer spektakulärer werden. Medienschaffenden wissen das und gehen dabei teilweise über Grenzen: bis hin zu Falschnachricht.

Solche „Fake News“ aufzudecken, darum geht es der gemeinnützigen Organisation Lie Detectors. Professionelle Journalistinnen und Journalisten besuchen Schulen, um dort Kindern von 10 bis 15 Jahren zu „menschlichen Lügendetektoren“ auszubilden. Das Projekt ist nicht nur in Deutschland vertreten, sondern agiert europaweit. Die Idee, schon in der Schule für Fake News zu sensibilisieren, kam ursprünglich von Juliane von Reppert-Bismarck. Während des Wahlkampfs um das Präsidentenamt in den USA unterhielt sie sich mit einer 16-jährigen Schülerin aus Sachsen. Die junge Frau meinte, wenn sie wählen könnte, würde sie für Donald Trump stimmen. Und nicht nur sie, die Hälfte ihrer Klasse würde so entscheiden. Ihre Begründung: Hillary Clinton sei in illegale Machenschaften mit Geheimdiensten verwickelt. Ihre Quelle? …


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Der Kampf um die absolute Gleichberechtigung lohnt

Von Ulrike Kuhrt, MLU Halle

Für das Panel „Mehr Frauen auf und hinter die Bildschirme“ versammelte Moderation Maja Fiedler Katja Wildermuth (MDR Programmdirektorin), Christine Plaß (Gründerin und CEO von audiomaster.berlin, ehrenamtliches Mitglied von Digital Media Women) und Elizabeth Prommer (Direktorin des Instituts für Medienforschung der Universität Rostock) am zweiten Tag der Medientage Mitteldeutschland auf Bühne C. Ursprünglich sollte auch Linda Breitlauch von der Hochschule Trier an der Diskussion teilnehmen, sie musste krankheitsbedingt jedoch absagen.

Der Titel des Panels war dabei auch Programm: Während der beiden Kongresstage war die moderierte Talkrunde das einzige rein weibliche Panel. Elizabeth Prommer ließ es sich nicht nehmen, gleich zu Beginn die Anzahl von Rednerinnen bei den Medientagen kritisch zu hinterfragen. Folglich kam sie, eigenen Schätzungen zufolge, auf ein Drittel weibliche Speakerinnen, während Männer mit einer Bühnenpräsenz von rund zwei Drittel vertreten waren. …


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Über rückläufige Auflagenzahlen und alternative Bezahlmodelle

Alina Schneider, detektor.fm

„Das Zeitalter der gedruckten Zeitung ist zu Ende“. Das meint zumindest Karl-Heinz Ruch, Geschäftsführer der taz. In einem internen Schreiben an die Mitarbeitenden der Zeitung aus dem Jahr 2018 reagiert er damit auf die massiv rückläufigen Verkaufszahlen im Printbereich.

Wie weitermachen in einer Branche, die von Printsterben und Sparzwang gekennzeichnet ist? Welche alternativen Finanzierungsmodelle sind im digitalen Zeitalter vorstellbar, und wie kann qualitativ hochwertiger Journalismus auch in Zukunft garantiert werden? Karl-Heinz Ruch ist einer von vier Speakern, die am zweiten Tag der Medientage Mitteldeutschland in der Spinnerei über diese Fragen diskutieren. Unter dem Titel „Wie können Inhalte künftig finanziert werden? …

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