Ein zeitgemässer Service Public in (vorerst) 13 Punkten (Radio & TV sind nicht dabei)

philipp meier
Mar 16, 2018 · 7 min read
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Bevor ich diesen Beitrag starte, möchte ich einigen Menschen danken, ohne deren Teilgabe dieser Artikel nicht (so) entstanden wäre: Vor allem und allen stefan m. seydel/sms ;-) — und dann natürlich auch allen, die an unserem #ServicePublic-Stammtisch Platz genommen und teilgegeben haben.
Darüber hinaus bedanke ich mich auch noch bei Bieler Larissa, Sarah Stiefel, Dirk von Gehlen, Christian Strickler und David Schäfer für den steten Austausch zu diesen oder ähnlichen Themen.

Es ist wirklich erstaunlich, wie ich mich immer öfters zurück erinnere, wie es damals war, als das Web gross wurde.

anstelle von youtube hätte ich video podcast (o.s.ä.) schreiben sollen 🙄

Das ist insofern ungewohnt, weil ich meist intensiv in der Gegenwart lebe und vor allem viel lieber neugierig im Nebel der Zukunft stochere, als in die olle Vergangenheit zurückzuschauen. Deshalb versuchte ich es zu ignorieren, wenn stefan jeweils zitierte, dass das Neue das noch ältere sei.

Aber dieser Tage verstehe ich es (wie ich es will;)

Denn: Was ist aus den damaligen Visionen von Demokratisierung, Netzwerk, Graswurzelbewegung, Intelligenz der Masse, Teilhabe und Allmende geworden?

Die Einen würden nun antworten — was im Moment total angesagt ist und womit sich neue Journi-Projekte und innovative Forschungsinstitute üppig finanzieren lassen — dass es das böse Silicon Valley sei, das sich das freie Internet unter sich aufgeteilt und durchökonomisiert habe.

Die Anderen würden konstatieren — zu denen ich mich eher zählen würde — dass irgendwann die Branding-, PR- und Kommunikationsprofis und die Medienleute kamen und aus den offenen Kommunikations-Plattformen simple Distributionskanäle machten.

Letztendlich ist wohl beides zutreffend — denn im Zusammenspiel wirkten alle diese Kräfte darauf hin, aus Social Media gigantische Datensilos entstehen zu lassen, in denen quasi Interaktionen gezüchtet werden.

Wenn wir uns nun also heute über Service Public auf der Höhe der Zeit unterhalten, dann sollten wir uns nochmals kurz darauf besinnen, wie das Web entstanden ist.

Denn alles, wofür wir damals das Web schätzen lernten, würde einem Service Public auf der Höhe der Zeit gut anstehen:

  • Demokratisierung

Dieser Ansatz ist insofern heute besonders anspruchsvoll, weil sich die kommenden Generationen anschicken, sich in die Privatsphären der Chat-Apps und Messenger zurückzuziehen. Dort können sie sich nämlich der oben erwähnten Ökonomisierung und Distribuierung einfacher entziehen.

Was wären denn nun konkrete Ansätze eines Service Public auf der Höhe der Zeit?

Die nachfolgende Liste ist nicht vollständig und entsteht in Form von Work in progress — was heisst, dass ich sie laufend ergänze und bei bedarf korrigiere — Inputs sind sehr willkommen!

  1. Schnelles Internet für Alle
    Im Web gibt es ganz viele Infos und der Staat dient der Gesellschaft auf diversen Ebenen mit dem Erstellen von relevanter Infrastruktur — von der Wasserversorgung bis zum Strassenbau.
    Schnelles Internet für Alle erübrigt die Vergabe von Frequenzen und andere Diskussionen bezüglich Infrastruktur. Alle hätten dieselben einfachen Voraussetzungen, Informationen zu teilen und zu nutzen.
    Ergänzung via Twitter:
    Wie sieht es mit #netzneutralität aus? Genügt der heutige freiwillige Ansatz um die Spannungen zwischen Content- und Imfrastrukturanbietern zu lösen oder braucht es weitere Regeln?
    Es braucht wohl auch neue Regeln, vor allem aber kooperative und kollaborative Lösungen. Sie müssen Content-Herstellern und auch Usern Data-Ownership garantieren. Dürfen aber auch nicht eigennützig sein. Dezentral, OpenSource, Gemeinnützig. @WePublish_media

Was in dieser Liste gefühlt aussen vor bleibt ist nicht nur die Forderung, dass ein Service Public auf der Höhe der Zeit zwingend der Forschung und Innovation verpflichtet sein sollte — sondern auch das Herstellen von Inhalten.

Ich gehe jedoch davon aus, dass zuerst die Technologie, die Aufgaben und die Instrumente definiert werden sollten, um danach festzustellen, wo, wie und von wem allenfalls noch genuine Inhalte produziert werden müssten.

Und wie angekündigt habe ich nicht nur nachträglich das Listicle teilweise ergänzt, sondern ich erweitere es hier:

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