Was eine Business-Website heute braucht

Wir leben in einer Zeit, in der jeder Dönerstand seinen eigenen Internetauftritt hat. Doch wir leben auch in einer Zeit, in der viele Webseiten vollkommen nutzlos sind und für den Betreiber auch noch ein erhebliches Risiko darstellen. Wenn ich auf der Webseite eines Restaurants weder die Speisekarte finde, noch einen Tisch reservieren kann, bin ich als Nutzer schnell wieder weg. Wenn der Betreiber die Datenschutzerklärung auf seiner Webseite vergisst, kostet ihn das schnell mehrere hundert Euro, bei einer Urheberrechtsverletzung auch mal mehrere tausend. Was also ist nötig, um für beide Seiten eine angenehme Erfahrung im World-Wide-Web zu schaffen?

Zuallererst muss ein Unternehmen sich fragen, was und wen es mit seiner Webseite erreichen will. Es muss sich Gedanken über die Stakeholder machen, also alle diejenigen, die mit dem Unternehmen interagieren: Kunden, Lieferanten, Investoren und Mitarbeiter. Was sucht jede dieser Gruppen und wie kann ich es ihr über meine Webseite so leicht wie möglich machen?

Hier ein paar Beispiele, was ein Kunde sich wünschen könnte:

Restaurant:

  • Speisekarte
  • Professionelle Fotos vom Essen
  • Möglichkeit, einen Tisch zu reservieren
  • Bewertungen von gängigen Portalen

Onlineshop:

  • einfache, intuitive Suchfunktion
  • schneller Checkout mit mehreren gängigen Zahlungsmethoden
  • kostenloser Versand
  • Beratung im Live-Chat

Business to Business:

  • Produktspezifikation
  • Kontaktperson
  • rechtliche Daten (Briefkopf/-Fuß)
  • Messe-Termine mit Stand-Nummer
  • seriöser Auftritt

Mehr als die Hälfte aller Web-Nutzer sind heute auf dem Smartphone oder dem Tablet unterwegs. Da die Bildschirme kleiner sind, benötigen alle Webseiten heute ein sogenanntes “responsive Design” was bedeutet, dass sich das Layout der Bildschirmgröße anpasst und Inhalte auf allen Geräten leicht zu konsumieren sind. Mit den großen Baukästen wie Wordpress oder Drupal lässt sich ein “responsive Design” inzwischen problemlos umsetzten. Aber was nützt das modernste Design, wenn die Inhalte von Gestern sind?

Da eine Webseite nicht zeitlos ist, sondern aktuelle Informationen wie News, Termine, etc. anzeigen soll, ist es wichtig, dass diese auch wirklich zeitgetreu sind. Monate alte News sind wertlos und zeugen von geringem Engagement. Nur durch regelmäßige, informative Veröffentlichungen werden einmalige Besucher zu Stammgästen. Nach der Entscheidung über Inhalt und Design deiner Webseite, gilt es, einige rechtliche Vorgaben zu beachten.

Jede kommerzielle Webseite, das heißt immer wenn Geld verdient wird, benötigt ein Impressum und eine Datenschutzerklärung. Über das Impressum muss der oder die Verantwortliche eindeutig identifizierbar sein und im Grunde alles angegeben werden, was auch auf Geschäftsbriefen zu finden ist: Rechtsform, Anschrift, Vertreter, Umsatzsteuer-ID, etc. In der Datenschutzerklärung steht, welche Daten über die Nutzer gespeichert werden, das betrifft z.B. Cookies, Kontaktformulare und Werbung.

Sowohl für das Impressum als auch für die Datenschutzerklärung werden vielerorts Vorlagen oder Generatoren angeboten. Verletzungen der rechtlichen Vorschriften können von Wettbewerbern mit hohen Gebühren abgemahnt werden. Ob deine Webseite alle Vorgaben erfüllt, kannst du zum Beispiel über den Abmahncheck der Kanzlei Wilde-Beuger-Solmecke prüfen. Besonders beliebt ist es, Nutzerdaten zur Analyse und Beobachtung der eigenen Internetpräsenz zu sammeln. Hierfür wird meistens ein Cookie gesetzt, über den Nutzer in der Datenschutzerklärung oder in einem seperaten Hinweis informiert werden müssen.

Dass Daten Gold sind, wird heute von allen Dächern gepfiffen. Daher sammeln die meisten Webseiten ebenjene Daten über ihre Nutzer. So lässt sich in Echtzeit oder rückblickend genau feststellen, wie oft jeder Teil der Internetpräsenz genutzt wurde und auf welchem Wege. Mit diesen Daten kann die Webseite dann optimiert werden. Zu wenige Kontaktanfragen? Kunden dazu ermutigen und den Button vergrößern! Das bekannteste Produkt in diesem Bereich ist wohl Google Analytics, anhand dessen mit einem kleinen Code-Schnipsel von der Herkunft über das Betriebssystem bis hin zu Ausstiegsseiten alles protokolliert und analysiert werden kann.

Daten können in Echtzeit genutzt werden, um Aktionen eines Nutzers vorwegzunehmen. So kann zum Beispiel festgestellt werden, aus welchem Land der Nutzer kommt und proaktiv die jeweilige Übersetzung angeboten werden.

Fazit

Eine gute Webseite muss von allen Geräten zugänglich sein und die Bedürfnisse der Stakeholder befriedigen. Außerem müssen diverse rechtliche Vorgaben eigehalten werden, um teure Abmahnungen zu vermeiden. 
 Leider sprengt eine vollständige Antwort auf die Titelfrage das Format und kann nur individuell beantwortet werden. Dennoch hoffe ich, dass ich einen groben Überblick über die Thematik geben 
 konnte.

Neben meinem Blog habe ich auch die Webseite der freiburger Taschenwerkstatt TiaMia erstellt. Habe ich es geschafft, die Punkte aus diesem Post umzusetzten? Was würdest Du noch gerne sehen? Schreib’ es mir in den Kommentaren!

Dieser Post wurde ursprünglich auf https://raffaels-blog.de veröffentlicht.