Warum #saveIWS auch die Content-Branche berührt

Content, Digitalisierung, Globalisierung und Industrie 4.0. sind nur einige Schlagwörter die in einem immer schnelleren Wandel bedeutend sind. Eine fundierte und gute Ausbildung bilden die Grundlage für Jobs in diesem Umfeld. Der Bedarf im Markt ist hoch und Deutschland leidet unter einem Fachkräftemangel. Die geplante Schließung des Studiengangs “Informationswissenschaft” an der Heinrich Heine Universität zu Düsseldorf ist paradox und trifft auch die Internet-Dienstleistungsbranche in zahlreichen Berufsbildern.

Informationswissenschaft und Content

Um sich ein Bild zu machen empfiehlt sich ein Blick auf den Studiengang in Düsseldorf, aber auch anderen Studiengängen in Deutschland.

Der integrative Bachelorstudiengang „Informationswissenschaft und Sprachtechnologie“ bereitet die Studierenden in sechs Semestern auf Tätigkeiten bei Internetunternehmen (beispielsweise in den Bereichen Suchmaschinen, Social Networks, Online-Werbung, Sprachverarbeitung oder E-Commerce) und im betrieblichen Wissensmanagement vor.

Ereignis, Abläufe und der Online-Protest

Am vergangenen Mittwoch(20. Januar 2016) erfuhren die Studenten des Studiengangs Informationswissenschaft an der Heinrich Heine Universität zu Düsseldorf das dieser aufgelöst werden soll. Der Beschluss soll am 26.01.2016 auf der Fakultätsratssitzung getroffen werden. Hintergrund der Schließung ist die Kostenersparnis durch das Wegfallen der Professoren Stelle von Prof. Wolgang G. Stock der in den Ruhestand geht. Im Fachbereich studieren aktuell rund 1.000 Studenten der nur eine Professorenstelle inne hat. Mit der Kappung der Stelle will man eben gleich diesen Studiengang dicht machen. Den genauen Worst Case Ablauf kann man im Podcast Gespräch mit einem Fachschaftsrat hören.

Kurz zurück zur Einleitung. Wir schreiben das Zeitalter der Digitalisierung und die Internet-Industrie brummt. Ein Studiengang der Absolventen mit Befähigungen für diesen Bereich mitbringt soll dicht gemacht werden.

Schnell bildete sich Protest der im Netz unter #saveIWS zu verfolgen ist. Eine Online Petition nähert sich der 1.000er Grenze und zahlreiche Köpfe der Informationsbranche haben einen Protestbrief an die Rektorin der Universität gesendet.

Unterstützung der Informationswissenschaft in 3 Schritten im Video

Digitale Weitsicht weicht ängstlicher Kurzsichtigkeit

Die Probleme der Digitalisierung in Deutschland in vielen Bereichen und ein gewisser Sturkopfansatz ist sicherlich bekannt und wird immer wieder dokumentiert. Das aber pro-aktiv dagegen gearbeitet wird und die wichtige Bildungskultur in diesem Lande dies betreibt, ist kaum begreifbar und toppt eigentlich so alles was ich kenne.

Kleiner Exkurs: Düsseldorf ist die Landeshauptstadt von Nordrhein Westfalen (NRW) und tiefrot in der Verschuldung. Alle Institutionen im Land unterliegen einem rigiden “es ist kein Geld da Kurs”. Ein Ergebnis dieser Politik zeigte sich in Köln zu Silvester am Hauptbahnhof. Zusammengefasst: Die Streichung der Informationswissenschaft in Düsseldorf ist ein Planstellen-Streich-Konzert im Bildungsbereich. Eine strategische Weitsicht und die Reaktion auf Marktgegebenheiten sieht anders aus.

Content und Online-Szene please support saveIWS

Die Studentenschaft in Düsseldorf kann jede Menge Unterstützung gebrauchen. Mit dem Unterzeichnen der Petition und Netzaktivität unter #saveIWS (Twitter, Instagram und Facebook) kann der Protest noch etwas mehr Fahrt aufnehmen.

Im Interesse der Internet-Wirtschaft sollte dies ohnehin sein. Denn es geht um den Nachwuchs mit Köpfchen. Eine Arbeitsmarktgruppe die das Online-Verständnis in die Unternehmen trägt.

Michael Klems — infobroker.de -

Michael Klems

Seit 1991 bin ich als Information Professional tätig. Ich bin der Kopf hinter infobroker.de. Beiträge auf medium.com sollen unsere Vorgehensweise Online in Bezug auf Inhalte (Content), Kuratierung und Marketing (Content Marketing) dokumentieren. Ich freue mich, wenn Sie diese Beiträge als “Best Practice Fälle” verstehen. Sie erreichen mich unter E-Mail info@infobroker.de oder über die Kontaktseite auf infobroker.de. Twitter Michael Klems, Xing