IoT — Wie sieht die intelligente Küche von Morgen aus?

Innerhalb des letzten Vierteljahrhunderts hat das Internet eine Vielzahl von Lebensbereichen im Wortsinne revolutioniert. Ob es um Kommunikation, die Vernetzung medialer Inhalte, den Arbeitsmarkt oder viele andere Dinge geht:

Ohne das Internet geht vielfach gar nichts mehr. Neben den Computern hat es inzwischen auch die Mobiltelefone erobert. Den nächsten, bereits begonnenen Schritt bildet das Internet of Things oder kurz IoT.

“gray steel 3-door refrigerator near modular kitchen” by Naomi Hébert on Unsplash

Dabei geht es darum, dass immer mehr Geräte einen eigenen Internetanschluss erhalten. Beispiele hierfür sind zum Beispiel Radios die über das WLAN Radioprogramme direkt aus dem Internet abspielen und so eine deutlich größere Auswahl an Sendern bieten.

In immer mehr Haushalten sind Saugroboter und andere Haushaltshelfer zu finden, die sich per App über das WLAN steuern lassen. Den nächsten wichtigen Meilenstein wird die intelligente Küche bilden.

Intelligente Küche: Mehr als nur Rezepte aus dem Netz

Schon heute finden sich in vielen Küchen kaum noch Rezeptbücher weil der Griff zum Smartphone deutlich schneller ist. Zudem bieten die verschiedenen Plattformen meist eine Auswahl verschiedener Varianten von bestimmten Gerichten, was die geschmackliche Vielfalt beim Essen erhöht.

Zukünftig wird es im Rahmen der Suche nach einem Rezept während der Arbeit möglich sein, die benötigten Zutaten pünktlich für das Abendessen nach Hause liefern zu lassen oder auf dem Rückweg fertig zusammengestellt im Supermarkt abzuholen.

Wem die persönliche Begutachtung von Fleisch und Gemüse wichtig ist, der wird sich vom virtuellen Assistenten in der Küche nach Auswahl des Rezepts eine Einkaufsliste auf das Smartphone schicken lassen können.

Kochfeld und Backofen werden in gleicher Weise vernetzt sein. Entsprechend beginnt das Kochen der Beilagen genau dann, wenn der Braten eine bestimmte Kerntemperatur erreicht hat und entsprechend bald fertig ist.

Überhaupt wird mehr und mehr die Überwachung der Kochvorgänge in automatisierter Form erfolgen. Vor allem beim Garen mit niedrigen Temperaturen ist dies in weiten Teilen heute schon möglich.

“pasta with sliced tomatoes served on white ceramic plate” by Eaters Collective on Unsplash

Intelligente Küche: Der Thermomix wird bald überholte Vergangenheit sein

Die selbständige Zubereitung von Speisen ist in Form von Thermomix und ähnlichen Geräten bereits heute Realität. Allerdings ist bei diesen Geräten die Auswahl an möglichen Rezepten noch eher begrenzt und es bedarf einer gewissen Vorarbeit, um die Lebensmittel für die Zubereitung zu präparieren.

Hier dürfte der Trend in Zukunft klar in Richtung einer weiteren Vereinfachung für den Benutzer gehen. Zu den interessantesten Entwicklungen in diesem Bereich gehört die Moley Robotic Kitchen.

Die zwei Roboterarme können vollständige Mahlzeiten aus rohen Lebensmitteln kochen. Möglich wird dies durch Motion Capture der Bewegungen von Spitzenköchen während der Zubereitung von Speisen. Videos von Prototypen zeigen, dass das selbständige Kochen durch Roboter keine allzu ferne Zukunftsmusik mehr sein dürfte.

Insofern könnte es sein, dass die Erwähnung des Thermomix in einigen Jahren ähnliche romantische Erinnerungen an veraltete Technik weckt wie dies in Sachen Computer heute beim C64 von Commodore der Fall ist.

Rundum sorglos genießen

Mit dem Zubereiten von Gerichten ist es nicht getan. Mit die meiste Zeit in der Küche wird mit der nachträglichen Reinigung von Geschirr und Arbeitsflächen verbracht.

Auch wenn Geschirrspüler hierbei viel Arbeit abnehmen, müssen sie dennoch beladen und ausgeräumt werden. Auch in dieser Hinsicht dürfte sich die in der Küche aufgewendete Zeit entscheidend verkürzen.

Dies ist schon insoweit unumgänglich, als der Küchenroboter darauf angewiesen sein wird, dass niemand in seine Ordnung der Materialien in der Küche eingreift. Denn bis zur selbständigen Suche nach einem bestimmten Messer in einer unübersichtlichen Schublade dürfte es dann doch noch einige Zeit dauern.

Die Ganzheitlichkeit des Konzepts von der automatischen Bestellung, Zubereitung bis hin zur Wiederherstellung von Ordnung und Sauberkeit in der Küche ist langfristig der Garant für eine echte Zeitersparnis im Rahmen der Ernährung.

“person cutting vegetables with knife” by Alyson McPhee on Unsplash

Intelligente Vernetzung: Das Essen wird gesünder

Natürlich lässt sich Zeit auch heute schon sparen, indem auf Fertig- und Halbfertigprodukte zurückgegriffen wird.

Die intelligente Küche der Zukunft bietet demgegenüber den Vorteil, dass sie deutlich gesünder ist. Die Zahl der Kalorien, die Zuführung wichtiger Vitamine und Nährstoffe wird auf diese Weise deutlich einfacher — und das ohne jede Form von Nahrungsergänzungsmitteln, weil der Küchenroboter mit frischen Zutaten arbeiten wird.

Neben diesen gesundheitlichen Aspekten spielt aber auch der deutlich bessere Geschmack eine Rolle, wenn in der Mahlzeit keine Konservierungsstoffe oder andere künstliche Beigaben enthalten sind.

Insofern bietet das Internet of Things gerade im Bereich der heimischen Küche zahlreiche Möglichkeiten, das Leben einfacher und dabei noch gesünder und schmackhafter zu machen.


Originally published at www.kitchenfibel.de on October 19, 2018.