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1. Fehlendes Textverständnis ist nie ein gutes Argument gegen seine Kritiker, weil der Autor mit der Veröffentlichung seines Textes die Hoheitsherrschaft darüber verliert (Barthes: Der Autor ist tot). Texte leben von der Rezeption und Interpretation und letztlich von der kritischen Auseinandersetzung und all das ist dem Leser überlassen. Es gibt keine richtige oder falsche Lesart eines Textes. Ein Text, der nicht eindeutig als Satire gekennzeichnet ist oder in einem Satireformat erscheint, muss nicht zwangsläufig als solche gelesen werden — sondern kann von Menschen aus anderen Lebensrealitäten ernst verstanden werden. 2. All das hat zur Folge, dass man mit Kritik rechnen und damit umgehen lernen muss. Letztlich ist Kritik immer etwas Förderliches, weil es den Autor dazu zwingt, aus dem eigenen Horizont auszusteigen und eine andere Perspektive zuzulassen. Gerade die Leser, die bei einem Text nicht 100% mitgehen, sind für jeden Autor eine Bereicherung und letztlich auch eine Prüfung des eigenen Standpunktes, denn genau hier beginnt die Diskussion und allein darum geht es doch, wenn man einen Text schreibt. Man will zum Nachdenken anregen (zumindest sollte man das wollen — wenn man nur Affirmation will, ist Schreiben vielleicht der falsche Tätigkeitsbereich). Jedes bisschen Kritik direkt als Rufmord wahrzunehmen ist gelinde gesagt feige, auch vor dem eigenen Text. Ach und 3. Wie viele Menschen einen Text gut oder schlecht finden, spielt auch keine Rolle. Der Text erscheint in einem Medium, der eine bestimmte Gruppe an Menschen anspricht und andere gänzlich aussen vor lässt. Natürlich erntet der Text von dieser bestimmten Gruppe Zustimmung, während eben andere dem widersprechen. Quantität ist da kein Indikator zur Messbarkeit der Qualität eines Textes.

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