Digitale Startups

Anlässlich des Ansturms auf die Gründerszene wuchs mein Interesse hinsichtlich digitaler Startups. In der digitalen Landschaft begibt man sich im Wirtschaftssektor auf eine relativ neue Ebene. Die Startup-Szene etabliert sich zunehmend in mehreren Regionen, welches eine dichte Vernetzung von Partnern ermöglicht. Alleine laut des Deutschen Startup Monitors 2016 haben Startups durchschnittlich 14,4 Arbeitsplätze (inkl. Gründer) geschaffen. Zudem stammen etwa 30% der Mitarbeiter aus dem Ausland. Jeder zehnte Gründer ist ausländischer Herkunft.

Globale Vernetzung schafft neue Spielräume für kommende Gründer/innen. Deswegen fällt es leichter eine Produktpalette an den Kunden zu bringen. Ermöglicht wird dies über etliche Social-Media Kanäle. Möglichkeiten werden geschaffen Leute aus Nischenmärkten anzusprechen, welches ohne weiteres kein gegebenes Recht ist. Neue Märkte bilden sich, aber auch alte Märkte werden neu reformiert. Die digitale Bewegung wird immer schneller und rasanter in ihrer Entwicklung. Thema ist also wie digitale Startups in ihren Grundsteinen aussehen und wie sie an Erfolg gewinnen.

Jedoch stellt sich trotzdem die Frage: Wie wird man als Startup in einer Mainstreambranche (Mode) erfolgreich?

Der Begriff „Startup“ beschreibt eine Firmengründung, welche vor kurzem eingetreten ist. Es wird lediglich gesagt, dass das Unternehmen selbst noch in Kinderschuhen steht und dass innerhalb der Firma die ersten Schritte eingeleitet wurden.

Ich werde im nachfolgenden anhand des Beispiels „Rebellionaire Store“ kurz mithilfe des „Business Model Canvas“ den Aufbau eines Startups schildern. Der „Rebellionaire Store“ (Instagram: rebellionaire.store) hatte am 20.04.2017 seinen ersten Launch und verkauft seither handgemachte und handdesignte Fashiongoods. Betrieben wird er von Ho Huynh Diem My.

Ho Huynh Diem My, geboren am 17. Januar 1997, studiert momentan (Stand: 18.05.2017) Modemanagement und ist der CEO von Rebelllionaire.

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Wie bereits erwähnt wurde das „Business Model Canvas“ als Grundlage genutzt. Hierbei handelt es sich um Geschäftsmodell, welches 2008 von dem Schweizer Alexander Osterwald etabliert wurde. Es wird segmentiert in neun Grundbausteinen. Darauf aufbauend wurden Fragen formuliert und die qualitative Methode des Interviews gewählt.

Im weiteren Verlauf werden die jeweiligen Segmente kurz beschrieben:

1. Key Partners: Das sind die wertvollsten Partner, welche entweder Effektivität steigern oder Risikoverteilung erträglicher machen.

2. Key Activities: Dies sind die nötigen Schritte für die Herstellung eines Produkts oder wenn eine Leistung erbracht werden soll.

3. Key Ressources: Hier handelt es sich um unabdingbare Ressourcen wie beispielsweise Personal, Kapital, usw.

4. Value Proposition: Jede Leistung und jedes Produkt soll einen Wert für den Kunden bringen.

5. Customer Relationship: Die Gestaltung der Kundenbeziehung wird hier behandelt.

6. Customer Segment: Entschieden wird hier, an welchen Kundenstamm verkauft wird, aber auch wie man sie bindet.

7. Channels: Die Vertriebsstruktur wird bei dem Baustein aufgezeigt. Es wird dargestellt über welche Kommunikationskanäle man Kontakt aufbaut.

8. Cost Structure: Alles ist mit Kosten verbunden. Diese werden hier gelistet.

9. Revenue Streams: Um ein erfolgreiches Geschäft zu führen, muss ein gewisser Cashflow herrschen.

Nun ordne ich die ganzen Antworten in eine Grafik:

Anhand der Grafik sind nun die einzelnen Antworten eingeordnet zu den jeweiligen Grundbausteinen. Ein geschäftsfähiges Modell soll nun entstehen. Einige Antworten sind verschiebbar und auf mehrere Segmente anwendbar, jedoch ist viel wichtiger, wie die Beziehung zwischen den all den Punkten miteinander verknüpft ist.

Durch die chronologische Anordnung erkennt man bereits Schritte für das Einleiten eines Startups. Die wichtigsten Gedanken und Tätigkeiten werden gefestigt, eventuell auch nochmal überholt. Man erkennt an dem Modell, welche Faktoren unabdingbar sind.

Digitale Startups haben den Vorteil, dass die Reichweitenerweiterung über das Internet heutzutage Gang und Gebe ist. Es ist einfacher an den Kunden zu kommen, genauso ähnlich auch ihm zeitgemäß zu antworten. Denn ein stark kundenorientierter Support bei nicht erbrachter Leistung oder nicht abgesendetem Produkt, kann bedeuten, ob ein Kunde Kunde bleibt oder bei jemand anderem einkauft.

Ho Huynh besaß den Vorteil bereits Bloggerin zu sein. Sie hat durch ihre Reichweite noch einige weitere Partner erhalten. Dazu gehören unter anderen Blogger/innen, junge Designer und Produktpartner. Für Promotionszwecke wurde also bereits vor dem Launch eine Plattform und ein Brandname geschaffen.

Allerdings erkennt man auch einige Parallelen zu traditionellen Fashionfirmen. Immer noch wird das Produkt geistig hergestellt, in die Herstellung geschickt. Ausgaben scheinen auch relativ ähnlich gedeckt zu sein.

Was also gemacht wird, ist, dass das bereits existente alte „Modelabel“ aufgefrischt wurde. Neue Standards werden gesetzt und altes wird besser gemacht als vorher. Der Vertrieb an die Kunden erfogt über Facebook, Instagram und co. Tatsächlich könnte man dieses Phänomen als Plattform auf einer Plattform bezeichnen. Wobei die Modebranche weiterhin in kleinere Subbranchen geteilt werden kann. Diese Subbranchen sind dann die Nischenbranchen, welche ausgenutzt werden. Hierbei spricht man entweder eine Kundschaft an, welche schon da ist, oder man erschafft sich seinen eigenen Markt.

Im digitalen Zeitalter läuft alles ziemlich schnell ab. Stützend auf der Aussage, muss ein digitales Startup dementsprechend schnell reagieren können. Ein stetiger Austausch von Brand und Kunden sollte zudem auch gewährleistet sein.

Zu Beginn des Launchs stellen auf jeden Fall mehrere Punkte den maßgebenden Faden, ob Kundschaft generiert wird oder nicht. Sind die Promotionspartner geeignet? Welche Reichweite besitzen sie? Wen sprechen sie an? Jedoch auch wichtig ist, ob das Nutzerversprechen gewahrt wird.

Basierend auf diesen Fakten, kann nun eine Analyse aufgestellt werden. Welche der Punkte haben mehr Gewichtung? Wo muss man auf was achten?

Vor allem wie setzt man sich in dieser Branche durch?

Man muss eben dazusagen, dass Ho Huynh durch ihren Blog schon eine gute Grundvoraussetzung besaß. Jedoch kaufen laut ihrer Aussage die Kunden ein, weil sie beispielsweise durch Ho Huynhs Modestil inspiriert wurden. Es ist quasi ein kleiner Einblick in ihren eigenen Kleiderschrank und welches Mädchen möchte nicht mal in den Kleiderschrank ihres Idols greifen? Basierend darauf baut sich nicht nur ein Geschäftsmodell auf, sondern auch mehrere Geschäftszweige. Was zählt ist also die eigene Ausstrahlung nach außen und ob man in der Lage ist, Trends zu erkennen sowie auch mit ihnen mitzugehen.

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Den Mut zu finden etwas zu gründen, sowie auch die Innovation Altes in Neues zu formatieren, das sind wichtige Ereignisse, um erfolgreich zu werden. Es ist nicht zwingend notwendig mit dem Trend zu gehen, aber wieso teilt man die Trends nicht in kleine weitere Trends. Man eröffnet sich selber Märkte, aber kämpft auch bei bereits etablierten mit. Eine gewisse Treue zu den Kunden muss gewährleistet sein. In der Zeit der digitalen Startups muss man mit gewissen Qualitäten herausstechen. Erstmals sollte die Initialwirkung auf den Kunden positiv ausfallen; ein Geschäftszweig muss sich eröffnen und Umsätze müssen reinvestiert werden. Also um sich in der Modebranche zu etablieren muss lediglich ein geschäftsfähiges Modell aufgestellt werden. Den eigenen Stil vor allem mit einzubauen, zählt zu einer der wichtigsten Instrumente. Leute wollen Stil kaufen und keine Uniformation.

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Quellen

Business Model Generation (2010). [15.05.2017] https://books.google.de/books?hl=de&lr=&id=UzuTAwAAQBAJ&oi=fnd&pg=PA7&dq=business+model+canvas&ots=yWKQFeE6Xv&sig=KYaL-z0Nw-wTqy4DweRnhmP_7qg#v=onepage&q=business%20model%20canvas&f=false

Business Model Canvas (2010). [15.05.2017]

http://www.existenzgruender.de/DE/Weg-in-die-Selbstaendigkeit/Businessplan/Business-Model-Canvas/inhalt.html

http://t3n.de/news/wp-content/uploads/2014/07/businesss_model_canvas_2.jpg

Deutscher Startup Monitor (2016). [15.05.2017]

http://deutscherstartupmonitor.de/fileadmin/dsm/dsm-16/studie_dsm_2016.pdf

Gründerszene: Was ist ein Startup? [15.05.2017]

https://www.gruenderszene.de/lexikon/begriffe/startup

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