Was macht man, wenn längst verflossene Ex-Lover, nicht entscheidungsfreudige potentielle Partner oder selbstmitleidige Narzissen, sich plötzlich wieder melden?

Salbungsvoll gemeinsame Erinnerungen heraufbeschwören, in vergangenen schönen Tagen schwelgen oder mögliche Zukunftszenerien in schönsten Bilder ausmalen?
Auflegen? Nachrichten löschen? Tür vor der Nase ins Schloß fallen lassen? Schwach werden? (Wieder) vertrauen? Sich freuen?
Im ersten Moment huscht mir meist ein Lächeln übers Gesicht mit dem Gedanken “wußte ich doch, dass Du es einst bereuen wirst”, gefolgt vom gleichgültigen “zu SPÄT”!

Wenn solche Nachrichten (egal in welcher Form) einen erreichen, dann ist definitiv Reue im Spiel. Sowie die Angst etwas zu verlieren, was…


“Freundschaft, das ist eine Seele in zwei Körpern.”
Aristoteles

Freunde machen das Leben angenehmer, die Familie in dieser Funktion, sehen viele Menschen dahinter . Bei einer Umfrage über gefühlten Wohlstand stehen „gute Freunde besitzen“ an erster, „Familie haben“ an zweiter Stelle.

Das Ende der bürgerlichen Kleinfamilie?
Aber warum?

Weil Familienkonstellationen immer mehr auseinander brechen? Lässt sich diese Wertverschiebung mit der Brüchigkeit von Beziehungen erklären? Und was ist mit der lieben Familie? Die gibt es immerhin gratis per Geburt, während wir unsere Freunde erobern müssen. Werden deshalb Freundschaften immer wichtiger? Und ganz ehrlich, wir sind doch um einiges toleranter, wenn es…


“We don’t stop dancing when we grow old; We grow old when we stop dancing”. Barbara Larkin

Wahre Worte. Als Kind tanzt man noch unberührt von Scham und nach jeder Musik oder im besten Falle nach der Musik in seinem Herzen. Als Mädchen nimmt man den obligatorischen Ballettunterricht.

Später tanzen wir bei ausgelassenen Mädelsabenden, WG-Parties und gemeinsamen Clubbesuchen mit der Clique — nicht nur um dem anderen Geschlecht zu gefallen, sondern aus Spaß an der Freude, während die Jungs an der Bar stehen und zuschauen. Aber lasst Euch gesagt sein Jungs, es gibt nichts Erotischeres als tanzende Männer. Aber bitte…


Mehr vs. weniger Mehr Selfies, aber weniger Familienporträts. Mehr online, aber weniger verfügbar. Mehr Online -Freunde, größere Online Freundeslisten, aber weniger reale, echte Freunde. Mehr Beziehungen, aber weniger Romantik. Weniger Distanz zwischen Orten, aber mehr Distanz zwischen Menschen. Mehr Krankenhäuser, aber weniger Spielplätze. Mehr überfüllte Cafés, aber weniger besuchte Restaurants, weniger besetzte Esstische. Mehr Parties, aber mehr einsame Menschen. Mehr Autos, aber weniger gute Autofahrer. Mehr Bildung, höhere Bildungsabschlüsse, aber weniger Weisheit. Mehr Geld, aber weniger Zufriedenheit. Kürzere Heimfahrten, aber längere Arbeitszeiten. Mehr Chancen, aber weniger Zeit. Mehr schnelles Internet, aber weniger schnelle Gehirne, weniger Geist. Mehr Technik, aber weniger…


Die grauen Herren, die unsere Zeit rauchen, sind stets unter uns. Und oft sind wir es selbst, die uns unsere Zeit rauben.

Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben! Ist das so?
Bestraft einen das Leben? Oder der, der gewartet hat?
Oder man sich selbst?

Ist jede Sekunde in unserem Leben kontrolliert vom Schicksal?
Von der Zeit, die unermüdlich tickt, rieselt, rinnt und fließt?
Oder ist unser Leben nur eine Aneinanderreihung von Zufällen, Möglichkeiten? Von verpassten oder ergriffenen Chancen?
Ist Timing alles?

Wenn ich nicht immer 15 Minuten zu spät wäre, hätte ich dann meine
Ex-Freunde nicht getroffen? Wo wäre ich dann jetzt? Welche Richtung hätte ich eingeschlagen?

Aber ich habe auch gelernt — zumindest versuche ich es — bei Treffen…

Alexandra L. Nagel

Alexandra L. Nagel about Fashion, Literature, Art, Museum and Events.

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