HALLO ANGST! Was willst du mir heute sagen?

Was findest Du einladender? Die Angst oder die Liebe? Ich habe keine Angst, dass die Antwort hier ziemlich eindeutig ist.

Biete ich einen Workshop über die Liebe und Leichtigkeit des Lebens an, kann ich mich vor Zusagen und Anmeldungen kaum retten. Dann fliegen sie mit ihren fröhlichsten, luftigsten Flügeln zu ihrem Glück ein, meine Kunden, Freunde und Facebook-Nutzer. Es wird gelacht und gejubelt. „Yeaaah, ich bin dabei!“ „Ich kann es kaum erwarten!“ Die unsichtbare, freudige Bewegung und Dynamik sind atmosphärisch sehr deutlich. Oder im Sinne der emotion 4.0 Die glücksgetränkte Stimmung ist nicht zu überspüren.

Veranstalte ich dagegen ein Programm zum Thema Angst, ist die Reaktion eine ganz andere. Dann sind die fröhlichen Flügel plötzlich aus Beton. Das herzhafte Lachen wird zum zweifelnden Schweigen. Während ich mit dem Leichtigkeits-Workshop den Kölner Hauptbahnhof füllen könnte, reicht für den Angst-Event eine Bushaltestelle.

In der Tat sagen nur wenige ohne zu zögern zu bzw. „JA“! Überwiegend sind es diejenigen, die in die Arbeit mit Gefühlen und Emotionen schon eingeweiht sind. In den meisten Fällen wird es still. Alle schauen, beobachten, sagen gewöhnlich nichts. Sie verharren in ihrer Angst vor der Angst. „Aha! Die Angst vor der Angst”“, sage ich dann laut zu mir selbst und greife zum Zauberstab, um aus diesem schweren Stoff neue, bunte, leuchtende Möglichkeiten zu formen. Um der Angst ihre Macht und Würde zurückzugeben. „Hallo Angst! Du darfst so sein, wie du bist!“

Warum wird die Freude geradezu blind gekauft, die Angst jedoch als drittklassiges Produkt behandelt?

Schauen wir bei dieser Frage einmal auf unsere moderne Kultur, in der uns niemand den Umgang mit Gefühlen und Emotionen lehrt. Diese Kultur sagt uns, dass Emotionen schlecht sind, Gefühle ein Akt der Schwäche und Hilflosigkeit. Sie suggeriert uns, dass emotionale Menschen irrational, unberechenbar und unprofessionell sind. Oft genug gelten „Dinge“ wie Freude oder Angst gar nicht mehr als Gefühl, sondern nur noch als Zustand. Und als „logische“ Folge gilt: Freude ist gut. Leichtigkeit ist gut. Angst ist schlecht. Punkt. Denn in unserer Kultur gilt die Angst als negativ, schwach und unberechenbar. Nur Feiglinge haben Angst! Angst ist hysterisch und irrational. Furchtsame Männer sind unmännlich und alles andere, aber nicht sexy! Was ist deine Geschichte über die Angst?

Tatsache ist, dass jeder von uns einen Körper hat. Und wenn jeder von uns einen Körper hat, bedeutet dies, dass jeder von uns fühlt. Wenn jeder von uns Gefühle empfindet, sie selbst jedoch nicht ausdrücken kann, dann versuchen wir, sie zu ignorieren, zu unterdrücken, zu betäuben, oft mit Hilfe von Suchtmittel.

In schlimmerem Fall werden wir dadurch zu gefühllosen, betäubten Zombies. Unsere unterdrückten Emotionen, die in den Tiefen unseres Unterbewusstseins vergraben sind, können dann außer Kontrolle geraten. Meistens leider eher zerstörerisch als erleichternd. Während die perfide Destruktivität dieses Unterdrückungsprinzips uns auch noch in unserer kulturell geprägten Auffassung bestärkt, dass es nicht gut ist, sich zu fühlen. „Und diese verdammte Angst, die braucht sowieso kein Mensch.“

Keine Angst vor der Angst!

Und was nun? Nichts, alles beim Alten, nur diesmal bewusst!

In einem bewussten Kontext ist es gut, dass wir Angst empfinden. Es geht darum, die Verantwortung für die eigene Angst zu übernehmen, verantwortungsvoll und bewusst mit ihr umzugehen. Im bewussten Kontext geht es nicht darum, die Angst zu überwinden, sie zu verdrängen, zu versuchen, sie loszuwerden oder zu heilen. Es geht nicht darum, positives Denken zu trainieren oder den Slogan “Angst ist nichts weiter als ein Hindernis, das dem Fortschritt im Weg steht” zu bekräftigen.

Im Gegenteil: Ohne Angst gibt es keinen Fortschritt und keine Entwicklung!

Es gibt auch keine Liebe ohne Angst! Angst ist eine wichtige Informationsquelle, die Quelle wichtiger Orientierungsparameter. Angst ermöglicht es uns, wachsam, genau und präzise zu sein. Angst warnt uns vor Gefahren. Angst motiviert uns, sich auf unbekannte oder neue Situationen einzulassen. Das Gefühl der Angst schwingt in unserem Körper und belebt uns, so dass wir präsenter sein können. Es ist diese Eigenschaft, die uns darauf hinweist, dass jemand oder etwas fehlt oder dass etwas noch nicht gesagt wurde, aber gesagt werden muss. Die Angst ist ein Künstler und ein Magier. Plötzlich kannst Du etwas aus dem Nichts erschaffen. In Nanosekunden entstehen neue Möglichkeiten, mit einem Wimpernschlag ändert sich der Verlauf deines Lebens.

Diese Magie, diese Präzision, diese Optionen sind notwendig, um wahre Intimität und Liebe zu erschaffen, Beziehungen zu anderen immer wieder neu zu entdecken. Nehme deine Angst wahr und gebe ihr Raum, den sie braucht. Verliere die Angst vor der Angst und gewinne dafür das Bewusstsein für den Raum der Möglichkeiten.

Echte Magie lernen.

Wenn das Gebiet neu für dich ist, beginne damit lieber nicht während starker Flugturbulenzen. Beginne mit niederschwelliger Angst.

Aber was ist das niedrige Niveau der Angst? Erinnerst du dich an das Gefühl, den Bäumen, Flüssen, Tieren und dem Weltraum zu lauschen? Es ist genau diese Schwingung, diese Aufmerksamkeit und Magie!

Ich suche und erwarte dieses Gefühl den ganzen Tag. Wann immer ich die Gelegenheit für ein kleines Rendezvous mit meiner Angst habe, sage ich “Hallo Angst, was willst du mir heute sagen?“.

Dann hält die Angst vor Erstaunen an. Sie erkennt, dass es einen Platz für sie gibt, dass sie für jemanden wichtig ist, dass sie Macht hat…und sie beginnt zu erzählen.

Zuerst erzählt sie ein wenig unsicher und leise, aber nach einer Weile immer selbstbewusster und präziser, und ich mache mir Notizen:

1. Ich habe Angst vor dem Schreiben, insb. davor meinen ersten Artikel zu veröffentlichen.

2. Meine Angst bremst mich, Emails zu beantworten. Zwei davon sind von meinen Kunden.

3. Ich habe Angst eine Rechnung für mein letztes Einzelcoaching zu schreiben.

4. Ich habe Angst meine Steuererklärung zu machen.

5. Ich habe Schiss mit meiner Freundin über unsere Freundschaft zu sprechen. Diese Art der Verbindung funktioniert bei mir nicht mehr.

6. Ich verschiebe aus Angst die Möglichkeit, mich den ganzen Tag bewusst zu entspannen und gut für mich zu sorgen.

7. Ich habe Angst vor meinem ersten Online-Wutseminar. Ich denke, dass das Online-Format mich einschränken wird.

8. Meine Angst hält mich davon an, meine Website zu aktualisieren.

9. Ich habe Angst neue Trainings zu entwerfen.

10. Ich fürchte mich davor, mich zu vernetzen, verbunden mit der Angst, dass ich vielleicht nicht interessant genug bin.

Dann lege ich meinen Stift weg und schaue auf meine TOP-10-Liste. Angst sitzt zu meiner Rechten und schaut sich mit mir die Liste an. Ich nutze die Präzision und Sensibilität meines Gefühls und kreuze intuitiv 3 neue Möglichkeiten an. 3 Dinge zu tun. 3 Dinge, die mein Leben verändern werden. Für die nächsten 3 Tage bin ich ein Magier und zaubere diese wertvollen Dinge für mein tägliches Tun hervor.

Pling! #1 Ich habe die ersten Schritte unternommen. Heute hatte ich den ersten Termin mit einem Schreibcoach. Während unseres Gesprächs habe ich 30 % Angst wahrgenommen. Ich war mir nicht sicher, ob ich das Schreibprojekt wirklich beginnen soll und zusätzliche Arbeit in mein betriebsames Leben einbauen sollte. Aber es waren auch etwa 40 % Freude zu spüren. Ich war froh, die Dinge laut anzusprechen. Mir wurde klar, dass ich bereits ziemlich klare Ziele habe. Als mir das klar wurde, kamen etwa 40 % Wutkraft und der Wunsch, die Ziele zu erreichen. Mein aktuelles Ziel ist es, ein Buch über „Niederes Drama für Frauen“ zu schreiben. Der Titel steht schon fest!

Pling! #3 Die Rechnung ist abgeschickt. Ich fühle mich entlastet. Ich kann besser atmen. Ich bin froh, dass ich es von der To-Do-Liste abhaken kann, und ich freue mich auf die Überweisung!

Pling! #9 Ich habe meine Angst als Eventmanager engagiert! Ha! Da war sofort eine Idee da! Warum nicht mit „Magie der Angst“ experimentieren?! Was für ein Zufall! 😊 Pling! Der Text ist fertig! Termin gebucht! 28. November 21 wird zu dem Tag der Mitschöpfer des Universums!

Und wie geht es meiner Angst? Sie ist satt, glücklich, erschöpft. Sie wurde geachtet und gebraucht. Geliebt und zufrieden kann sie sich erholen und Ruhe finden.

Ich habe einen neuen Referenzpunkt: Ja, ich war handlungsfähig mit meiner Angst. Oder durch meine Angst? Wegen meiner Angst? Trotz meiner Angst? Keine Angst vor den Feinheiten. Ich war der Magier mit der Fähigkeit etwas ins Leben zu rufen, was vorher noch nicht da war! Darauf kommt es an. Danke Angst! Danke, dass es dich gibt!

Herzlichen Glückwünsch!
Du hast den schnellsten aller verfügbaren Online-Zauberkurse absolviert!

Pling!

I still believe in Magic!
Monika Mazur

Trainerin für emotionale Souveränität und Präsenz by emotion 4.0