Antwort

Ich antworte mal hier, da Facebook nicht zitieren lässt

Patente auf Leben (nicht auf Technologien) werden erst seit den 1980er Jahren und jetzt, seit letztem Jahr, vermehrt vergeben.

Inwiefern ist das für die Diskussion relevant seit wann dies Praxis ist.

Es werden eben doch bestehende Pflanzen von der EPA (welches nicht von einem europäischen Gericht kontrolliert wird) patentiert und so der Bevölkerung entzogen:

Du meinst die ”Environmental Protection Agency”? Falls ja: hier sei gesagt, dass ich das Transatlantische Freihandelsabkommen (TTIP) auch ablehne. Jedoch ist es in gegenseitigem Interesse Patente die von anerkannten Ämtern vergeben werden zu honorieren. Auch wenn ich durchaus veritable Gründe sehen kann warum man Patente nicht honorieren sollte, sollte dies immer der letzte Schritt sein. (Mögliche Beispiele sind vorhandene Medikamente die sonst nicht verfügbar wären)

Konzerne wie syngenta, Bayer und Monsanto sind unter anderem schuldig an dem Welthunger und Missernten!

Die es vorher nicht gab? https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_von_Hungersn%C3%B6ten

Ich bin mir bewusst, dass diese Konzerne durch das Leid anderer Profit erwirtschaften und sehe dies nicht als korrekt an. Oder anders: es ist kriminell.

Jedoch ist es nicht so, dass sich andere (staatliche) Organisation sehr um das Gegenteil bemühen. Die Tatsache, dass Wirtschaft oft zum Leid der schwächsten läuft ist in dieser Wirtschaftsordnung nicht zu ändern(Und das ist nicht das thema hier).

Da sie die Biodiversität der Nahrungspflanzen reduzieren, da es ökonomisch effizienter ist nur wenige sorten zu vertreiben.

Dies ist eine Auswirkung der Marktwirtschaft. Der Markt diktiert was gewünscht ist. Und wenn der Markt keine diversifizierten Produkte (in der Zahl wie du sie dir wünscht) erwartet, ist es nicht zu erwarten, dass diese ohne Zwang angeboten werden.

Dadurch kommt es folglich schneller zu Missernten, da so die Umweltpolitische Versicherungshypothese, welche sich auf die Diversitäts-Stabilitäts-Hypothese stüzt, nicht greifen kann.

Da dies Bio ist und ich davon keine Ahnung habe: wenig vielfalt erhöht das risiko einer instabilität der vorhandenen Arten? Und ich gehe mal davon aus, dass dies stimmig ist.

Folglich solte das umweltpolitische, ordnungrechtliche Instrument des Verbots angewandt werden, da nur so das Schutzprinzip umgesetzt werden kann.

Was würde das erreichen? Die freie Verfügbarkeit von Saatgut?

Folglich ist der Appell von campact die Patente auf Leben zu verbieten sehr vernünftig und wert ihn zu teilen und zu unterstützen.

Offensichtlich.

Jedoch ist das tiefere Problem nicht die fehlende Verfügbarkeit von Saatgut, sondern die Ausbreitung von monokulturählichem Anbau weniger Pflanzen, wenn ich die Kritik richtig verstanden habe. Diese beiden Punkte sind voneinander zu trennen und ich gebe dich bei dem zweiten absolut Recht.

When the Free Market fails to account for negative externalities, regulation is appropriate.

Hierbei kann der Gesetzgeber gegensteuern und seiner Verantwortung in der sozialen Marktwirtschaft nachkommen, ohne die Entwicklung von -möglicherweise- vorteilhaften Pflanzen zu verhindern. (Und ja ich bin mir bewusst, dass wir bei dieser Frage auch auf anderen Seiten stehen, jedoch ist dies nicht Teil der Diskussion.)

Ich sehe daher das größere gesellschaftliche Problem eher in der Tatsache, dass eine Artenvielfalt, aus welchen Gründen auch immer, vermieden wird.

Dies ist durch eine andere Verteilung von Subventionen für Flächenbetriebe sicherlich auch europaweit steuerbar.

Die Patente auf “Leben” sind etwas wo man am Einzelfall abwägen sollte.

Wenn eine Firma den Ertrag einer Pflanze pro Flächeneinheit um 5% steigern kann sollte es den Gewinn durch den alleinigen Vertrieb dieser Pflanze erhalten. (Zumindest für 20 Jahre- was keine Lange Zeit ist, wenn man die Züchtungszeiten bedenkt). (und ja es sollte möglich sein ein Alternativprodukt für den Anbau zu haben, der diese Merkmale nicht aufweißt, aber das ist wiederum Kundenwunsch und sollte zuerst nicht von außen erzwungen werden.

Ich gebe dir Recht, dass es für “natürlich” exestierende biologische Strukturen keine Patente geben sollte. (also alles was außerhalb der zuchtlabore entsteht)- In dieser Idee sind die USA uns sogar voraus. Dort darf natürlich auftretende DNA (ob in der Natur oder beim Menschen) nicht mehr patentiert werden, was sicherlich ein positiver Schritt ist.

Ich würde es vorziehen, wenn du deine Meinung nicht durch ein lächerliches Schlusswort diskreditieren würdest, ansonsten ist es durchaus positiv einen Meinungsaustausch zu diesem Thema zu haben.