Dirty Cops — War on Everyone — Fantasyfilmfest Kritik

Mit “Dirty Cops” (OT: “War on Everyone”) gibt es nun den mittlerweile dritten Film von Regisseur John Michael McDonagh, der sich zuvor mit “Am Sonntag bist du tot” und “The Guard — Ein Ire sieht schwarz” reichlich Fans machte. “War on Everyone” unterscheidet sich tonal stark von den beiden anderen Werken, diesmal geht es weit durchgeknallter und wilder zu. Diese Leichtigkeit hat durchaus ihre guten, leider aber auch schlechten Seiten.

Der Film beginnt mit einer Verfolgungsjagd eines Pantomimen, der sich dem hinterherfahrenden Cop-Duo letztendlich ergeben will. Die beiden zögern jedoch nicht lange und fahren ihn einfach über den Haufen, nur um zu sehen, ob Pantomimen nicht doch reden können. Diese Szene ist bereits stellvertretend für alles Weitere, was noch folgt. “War on Everyone” ist ein bitterböser Spaß mit verrückten Einfällen, der sich in keinster Weise um political correctness schert. Es wird geflucht und beleidigt, Regeln werden gebrochen und man teilt ordentlich in alle Richtungen aus. John Michael McDonagh, der hierfür erneut das Drehbuch schrieb, zeigt auf Seiten der Dialoge ein gutes Gespür, ebenso für die ein oder andere Situationskomik.

Wo er hingegen völlig versagt ist im Erzählen einer vernünftigen Geschichte. “War on Everyone” verfolgt zwar einen Kriminalfall, ist in dieser Hinsicht aber derart öde, leer und unlogisch aufgebaut, dass man sich den Versuch auch gleich hätte sparen können. Letzten Endes dient die Handlung eh nur dazu, die Figuren von einer Szene zur nächsten zu befördern, was zu Beginn auch ganz gut funktioniert. Nach einer Weile aber legt “War on Everyone” sein Augenmerk immer mehr auf den Fall und verliert damit auch immer stärker an Reiz.

Angelehnt an typische Buddy-Komödien wie “Rush Hour”, “Bad Boys” oder “Lethal Weapon” stehen in “War on Everyone” zwei Arschlöcher im Mittelpunkt. Das Ganze ist so stark überzeichnet dass man die beiden trotz all des Unfugs natürlich trotzdem irgendwie gern hat, was auch an den sympathischen Hauptdarstellern, Michael Peña und Alexander Skarsgård, liegt, die sichtlich Spaß an ihrer Rolle haben. Den beiden bei ihrem Treiben zuzuschauen ist oftmals unterhaltsam, überspannt den Bogen aber auch gerne immer wieder Mal und mündet dann teilweise eben doch in Redundanz.

Fazit

“War on Everyone” leidet am Fehlen einer gewissen Handlung, so dass sich über die Zeit von rund 100 Minuten hinweg schnell Ermüdungserscheiningen einschleichen. Zwar erfreut das coole Hauptdarsteller-Duo mit reichlich spaßige Einfällen und manch gut geschriebenen Dialog, kann allein damit aber nicht einen ganzen Spielfilm tragen. Wer jedoch schon immer vom recht eigenwilligen Stil des Regisseurs begeistert war, sollte auch unbedingt hier einen Blick hineinwerfen.

Autor: Sebastian S.

Diese Kritik ist zuerst auf Moviebreak.de erschienen. Folgt uns dort: