Mike and Dave Need Wedding Dates — Kritik

Mit seiner Arbeit für die Internetseite Funny or Die sowie dem Comedyspecial 7 Days in Hell mit Kit Harrington und Andy Samberg für HBO hat sich Regisseur Jake Szymanski fürs komödiantische Kino empfohlen. Gespannt warteten viele auf sein großes Kinodebüt, dass uns nun mit Mike and Dave Needs Wetting Dateserreicht. Erzählt wird von zwei Chaotenbrüdern, die dafür bekannt sind Familienfeiern in ein Desaster zu verwandeln, weshalb ihre Eltern für die Hochzeitsfeierlichkeit ihrer Tochter beschließen, dass Mike und Dave nur teilnehmen dürfen, wenn jeder ein Date mitbringt. Um dieses zu finden nutzen die beiden Craiglist und finden schließlich zwei adretten Damen, mit denen ds Hochzeitswochenende gewiss kein Reinfall wird. Problem: Die beiden Damen spielen ein falsches Spiel und sind nur mit den Brüder unterwegs, um ein erinnerungswürdiges Gratiswochenende zu genießen.

Eine doch recht simple Geschichte, die aber eien wahren Kern hat. Denn die beiden Brüder die via Craigs Lists eine Begleitung für die Hochzeit ihrer kleinen Schwester suchten, gab es wirklich. Vor einigen Jahren löste diese Story einen kleinen Hype aus, verschwand aber auch recht bald wieder im Nirvana boulevardesker Non-Nachrichten. Für Mike and Dave Needs Wetting Dateswurde das Ganze natürlich aufgebauscht und aufgeplustert, denn aus komödiantischer Sichter gibt die wahre Geschichte dann doch nicht mehr her, als für eine kurze Anekdote.Aber die essentielle Frage bei Mike and Dave Needs Wetting Datesist sowieso nicht der Wahrheitsgehalt, sondern — wie bei den meisten Filmen auch — wie sich die Komödie so schlägt.

Auf ihrer Habenseite steht ganz klar der Cast. Das Zac Efron (Bad Neighbors) trotz einiger Ausrutscher funny bones besitzt ist bekannt und auch die beiden Hauptdarstellerinnen Anne Kendrick (Pitch Perfect — Die Bühne gehört uns) und Aubrey Plaza (Parks and Recreation) besitzen Talent für komische Rollen und Situationen. Der vierte Bunde im Adam DeVine (The Final Girls), der hierzulande eher unbekannt ist, in den Vereinigten Staaten aber als Shooting Star gilt. Mike and Dave Needs Wetting Dates besitzt also schon einmal keine schlechte Ausgangslange. Und doch versagt die Komödie in so ziemlich allen wichtigen Belangen:

Die Chemie zwischen den Darstellern funktioniert nur selten, die Gags sind abgestandene Second-hand-Witzchen die Niveaulosigkeit der uncouragierten Sorte mit blassen Heilewelt-Motiven kreuzt. Dem Regisseur gelingt bei seiner Inszenierung kein einziger wirklich erinnerungswürdiger Moment. Das Einzige was sich nach Verlassen des Kinosaals in den Erinnerungen einzementiert, ist diese ungute Gefühl gerade über eineinhalb Stunden Zeit verschwendet zu haben. Eine Zeit die vollgestopft war mit nervenden Charakteren, vergammelten Pointen und der Verschwendung von Potenzial und einer doch recht ansehnlichen Geschichte mit wahrem Kern aus der hier aber nur ein unsympathisches wie ungelenkes Konglomerat aus verpassten Chancen und komödiantischer Anspruchslosigkeit gezimmert wurde. Ein Reinfall. Bleibt zu hoffen, dass Szymanski neuer Film, eine Mockumentary für HBO über Doping beim Radsport, dieses Debakel vergessen lässt.

Fazit

„Mike and Dave Needs Wetting Dates“ gerät zwar niemals in die Niveau-Regionen eines „Dirty Grandpa“, doch haben diese beiden Komödie neben den Darsteller Efron und Plaza doch auch die Gemeinsamkeit, dass sie humoristisch ihrem Publikum abgestandene und intelligenzbeleidigende Humorkanonaden anbieten und dabei lediglich auf die Quantität achten, nicht aber auf das Haltbarkeitsdatum.

Autor: Sebastian Groß

Diese Kritik ist zuerst auf Moviebreak.de erschienen. Folgt uns dort:

http://www.moviebreak.de/film/mike-and-dave-need-wedding-dates