Work-Life-Blending – Wie daraus ein Erfolgskonzept werden kann

Mit der Digitalisierung gehören konventionelle Arbeitskonzepte der Vergangenheit an. Eine flexiblere Gestaltung von Arbeitszeit und Arbeitsort ist notwendig, damit zufriedenstellende Outcomes für alle Beteiligen – unter Berücksichtigung der beruflichen UND privaten Belange – erreicht werden können.

Nur die Ergebnisse zählen, aber bitte nicht ohne ein konsequentes Erwartungsmanagement

Jetzt leben – das wollen die Arbeitnehmer der neuen Generation. Für diese ist die Möglichkeit der Arbeitsflexibilisierung hinsichtlich Zeit und Ort längst Grundvorraussetzung bei der Jobwahl. So ist es im XING Spielraum zu lesen. Das Umdenken in Bezug auf eine neue Arbeitswelt muss allerdings im Kopf der jeweiligen Führungskräfte stattfinden, bevor sich die auch Unternehmenskultur dahingehend verändern kann. Essentiell erscheint dabei die Verabschiedung von der Präsenzkultur. Ist es nicht ganz gleich, wann oder wo der Mitarbeiter arbeitet, solange die Ergebnisse stimmen? Über den Umsetzungserfolg dieser neuen Arbeitsphilosophie entscheidet dann ein konsequentes Erwartungsmanagement sowie das Vorleben der formulierten Erwartungen durch die Führungskraft. Seitens der Mitarbeiter muss dabei die Bereitschaft vorhanden sein, anders zu arbeiten und Gewohntes aufzugeben. In den Austausch kommen Mitarbeiter und Führungskraft mit der Etablierung eines geeigneten Feedbacksystems. Auf diese Weise kann auf rückgekoppelte Ängste und gemachte Erfahrungen eingegangen werden. Im besten Fall folgt eine direkte Optimierung der arbeitsorganisatorischen Prozesse im Unternehmen.

Technik macht es möglich

Neue Technologien unterstützen das flexible Arbeitskonzept: sie steigern Effizienz und senken Kosten. Hierzu haben sich laut entrepreneur.com aktuell drei Werkzeuge etabliert:

  • Trello ist ein Aufgaben-Tool zum Management komplexer Aufgaben innerhalb eines Projektes oder Themas, was ursprünglich aus dem Content-Management kommt. Alle relevanten Aufgaben können auf einen Blick hinsichtlich des Bearbeitungsstatus erfasst und von jedem zugewiesenen Teammitglied unabhängig vom Arbeitsort zeitaktuell kommentiert oder weiterbearbeitet werden.
  • Slack ist ein Gruppen-Chat-System und ausnahmslos für die interne Kommunikation gedacht. Es können beliebig viele Gruppen angelegt werden, um beispielsweise Ressorts oder Teams zusammenzufassen. Die Chats sind im internen Nutzerkreis in der Regel öffentlich, können aber auch in den Privatmodus geschaltet werden. Alle Nachrichten werden nicht nur archiviert und sind damit jederzeit durchsuchbar, sondern auch auf allen Endgeräten direkt synchronisiert. Das Benachrichtigungssystem erlaubt Privatsphäre, aber auch das In-Kontakt-Treten in dringenden Fällen.
  • Skype bietet kostenloses Video-Telefonieren verbunden mit kostenloser Dateiübertragung am Bildschirm. Auf diese Weise gelingt eine exakte Übermittlung beispielsweise von Arbeitsanweisungen oder Korrekturen in einem Vier- oder Mehr-Augen-Gespräch, ohne dass die persönliche Anwesenheit der teilnehmenden Personen erforderlich ist.

Handlungsfreiheit und Zeitsouveränität geben den Ausschlag

Heutzutage sind vor allem psychische Belastungen verantwortlich für Leistungsminderung und Fehlzeiten, wie brand eins berichtet. Immer mehr Verantwortung, aber gleichzeitig kaum Entscheidungsspielraum, steigern das Stressempfinden. Mitarbeiter erkranken. Die neuen Möglichkeiten im Rahmen der Digitalisierung helfen bei der Entwicklung von Selbstbestimmtheit – und Verschieben dadurch die Verantwortung für die Erhaltung der Balance zwischen Privat- und Arbeitsleben weg vom Unternehmen hin zum Mitarbeiter. Moderne Arbeitskonzepte sind entstanden, weil klar wurde, dass die individuellen Lebensphasen einen unterschiedlichen Ressourceneinsatz erfordern. Daher tun die Akteure der Arbeitswelt vielleicht besser daran, einen „rhythmischen Wechsel aus Vollgas und Müßiggang“ grundsätzlich zu akzeptieren und hierfür lieber geeignete Strategien zu entwickeln, statt immerwährende Balance anzustreben.

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