Die Haustürkampagne: Mit unseren Botschaftern auf lokalen Großprojekten unterwegs

Für jede Haustürkampagne schult eXplaintech sogenannte Botschafter, die vor Ort die Kommunikation zu einem Projekt durchführen. Doch woher kommen unsere Botschafter, wie werden sie für ein Projekt geschult und wie sieht ihr Arbeitsalltag aus? Ein Erfahrungsbericht aus Frankreich.

Manche unserer Botschafter sind schon lange dabei, so wie Patrick. Andere, so wie Julien, sind erst seit Anfang 2019 Teil von eXplaintech. Studenten, Wissenschaftler, Musiker, Fotografen, Selbstständige: Ein eXplaintech Botschafter lässt sich weder an einem bestimmten Hintergrund, noch an einem Alter festmachen. Doch sie alle wurden bei uns ausgebildet, um optimal auf den Dialog mit lokalen Anwohnern und die expliziten Anforderungen jedes einzelnen Projektes vorbereitet zu sein.

Nach einem ersten Interview mit unserem Operations Team gibt die Botschafterausbildung den auserwählten Bewerbern die notwendigen Tools und Kommunikationsfähigkeiten an die Hand, um selbstbewusst im Gespräch mit den Anwohnern aufzutreten. Vor Kampagnenstart entwickelt das Operations Team in Kollaboration mit den jeweiligen Projektleitern Argumentationsstützen, die für die Botschafter notwendig sind, um über das Projekt zu informieren und Fragen der Anwohner zu beantworten. Ein Wissenstest stellt schließlich das Verständnis der Botschafter sicher, bevor es raus auf das Projekt geht!

Das eXplaintech Operations Team begleitet jeden Botschafter auf seiner ersten Kampagne. Doch jegliche Befürchtungen und Bedenken schwinden erfahrungsgemäß nach den ersten Gesprächen: „Ich war etwas nervös vor meiner ersten Kampagne, aber eXplaintech hat uns mit all dem Training sehr gut vorbereitet.“, meint Emma. Eine schnelle Auffassungsgabe, Aufmerksamkeit, und Empathie erleichtern die ersten Schritte als Botschafter, aber es ist vor allen Dingen der Teamspirit, der über jegliche Anfangsschwierigkeiten hinweghilft. „Dank der guten Stimmung im Team und der Unterstützung der anderen Botschafter verlief mein erster Kampagnentag super.“, bestätigt Patrick.

Mit wachsender Erfahrung entwickeln unsere Botschafter ein Gespür für eine erfolgreiche Unterhaltung. Eine bedachte Ausdrucksweise während der Anwohnergespräche ist mindestens genauso wichtig wie die richtige Einstellung: „Man sollte auf jeden Fall kein Problem damit haben ein Gespräch mit fremden Menschen zu führen und etwas Einfühlungsvermögen besitzen. Von Anfang an einer Unterhaltung gilt es einen kühlen Kopf zu bewahren und eine angenehme, sichere Atmosphäre zu schaffen,“, weiß Julian, „aber gleichzeitig sollte die Aufmerksamkeit immer darauf gerichtet sein, die Aussagen der Anwohner zu verstehen und auf diese zu reagieren.“ Denn mindestens genauso wichtig wie gute Kommunikationsfähigkeiten, ist das Zuhören. Im Endeffekt ist es die Aufgabe der Botschafter die Meinungen der Anwohner und das globale Stimmungsbild eines Projektes einzufangen.

Nach jedem Gespräch füllen die Botschafter eine Umfrage zu Meinung, Äußerungen und Anforderungen eines besuchten Anwohners aus. Die Umfrage ist Teil von eXplaintechs umfangreichem Kampagnentool, welches einen effizienten und erfolgreichen Kampagnenablauf verspricht. Die Routen der Botschafter werden über dieses Tool erstellt. Gleichzeitig werden statistische Kernzahlen wie Türöffnungsrate oder Anzahl an geführten Gesprächen in Echtzeit festgehalten. Im Nachgang liefern die Konsolidierung und Auswertung all dieser Daten eine präzise Kartographierung der lokalen Anwohnermeinung.

Während eines Gesprächs gilt es die besuchten Anwohner so umfangreich und verständlich über ein Projekt zu informieren, wie nur möglich. „An den Unterhaltungen gefällt mir am besten, dass man jegliche Mythen rund um ein Projekt aufdeckt.“, verrät Lucas. Auch Julien hat Gefallen an den Anwohnergesprächen gefunden: „Manche Anwohner sind zunächst etwas abweisend, aber sobald sie feststellen, dass wir ihnen nichts verkaufen, sondern sie lediglich informieren möchten, sind die Leute bereit, sich zu unterhalten.“

Sobald der erste Kontakt hergestellt ist, liegt die Aufmerksamkeit unserer Botschafter dabei die Meinung der Anwohner zu verstehen und festzuhalten. In manchen Fällen gestaltet sich dies auch mal etwas komplizierter, weiß Emma: „Viele Anwohner sind sehr überzeugt und entschlossen, was ihre Meinung zu einem bestimmten Thema angeht. Mit anderen ist es nicht ganz so einfach.“ „Wenn ein Anwohner nicht sofort seine Meinung mit uns teilen möchte, versuchen wir ihn mit verschiedenen Herangehensweisen in die Diskussion zu engagieren, bis wir uns eine genaue Vorstellung von seiner Meinung machen können. Aber in keinem Fall versuchen wir etwas in die Aussagen unserer Gesprächspartner hineinzuinterpretieren!“, verrät Julien. Tatsächlich differenziert eXplaintech die Antworten, die sich nicht genau einer bestimmten Meinung zuordnen lassen. Diese werden dann der Klassifizierung ‚Äußert sich nicht‘ zugeordnet, um die tatsächliche Verteilung der Meinungen nicht zu verfälschen.

Unsere Botschafter wissen am besten wie divers die Meinungsverteilung vor Ort eines Projektes sein kann: „Manche Resultate zum Stimmungsbild sind wirklich überraschend.“, meint Julien, „In einem Dorf in unmittelbarer Projektnähe war der Großteil der Bevölkerung für das Projekt. Gleich im Nachbardorf waren jedoch alle Anwohner gegen das Projekt.“ Wie wichtig ein differenziertes Stimmungsbild ist, erörtert er weiter: „Eine heterogene Auswahl an Stimmen einzufangen, hilft einen Schritt zurückzunehmen, das Projekt ganzheitlich zu betrachten und ein breites Spektrum an Argumenten zu gewinnen.“ Man kann nie im Vorfeld die Meinung einer Bevölkerung oder eines Projektes bestimmen, dies erfordert den direkten Dialog mit den betroffenen Anwohnern.

Erfahrungsgemäß wird dieser Dialog von den Anwohnern begrüßt, die Anwohnerresonanz ist positiv. „Eine bestimmte Kampagne fällt mir in diesem Kontext ein, es handelte sich um ein Immobilienprojekt.“, teilt Lucas mit uns: „Die Anwohner haben bereits an ihren Türen auf uns gewartet, viele Fragen gestellt und unglaublich viel Interesse am Projekt gezeigt.“ Auch Julien erzählt: „Wir waren für sechs Tage für eine Kampagne im Nordosten von Frankreich unterwegs. Es handelte sich um ein sehr komplexes Thema, das die Anwohner wirklich berührt und mitgenommen hat.“

Das Miteinbeziehen der lokalen Bevölkerung ist maßgebend, denn auch sie ist am Projekterfolg beteiligt. Die Haustürkampagne ermöglicht nicht nur die stille Mehrheit zu Wort kommen zu lassen, sondern Anwohnern Raum und Gehör für ihre Ängste, Bedenken und Anforderungen zu verschaffen, und somit auch die Projektwahrnehmung und -akzeptanz zu verbessern. „Es ist immer besser, wenn die Leute mit uns sprechen, als ihre Wut woanders rauslassen“, weiß Julien: „Die Anwohner haben einen nicht zu unterschätzenden Einfluss auf die Situation vor Ort und ultimativ auch auf das Projekt.“

Für die Genehmigung und einen erfolgreichen Ablauf industrieller Projekte bedarf es zunehmend an direkter Beteiligung und Konsultation. Allein in diesem Jahr blicken unsere Botschafter auf bereits 30 durchgeführte Kampagnen und über 35,000 besuchte Haushalte zurück.

Interesse am Job? Hier entlang!