3y 1m 15d

Der Tag der so weit entfernt schien hat mich letztendlich doch eingeholt. Wie verpackt man so viele Erinnerungen und Erfahrungen in einen Blogpost?! Ich beschränke mich einfach auf die prägendsten.


“Move fast and break things”

Vor etwa dreieinhalb Jahren habe ich einen Anruf bekommen, dass meine Code Challenge ganz gut aufgenommen wurde und ich eingeladen werde damit mich ein paar Leute persönlich kennenlernen können (natürlich hätte es nicht SoundCloud entsprochen wäre der Begriff ›Vorstellungsgespräch‹ gefallen, schließlich ist hier doch alles viel hipper und familiärer).

Ich weiß noch genau wie ich nach dem Telefonat erst einmal kurz durchatmen musste denn ich war völlig überrascht, dass ich solch eine Möglichkeit bekomme. Zuvor habe ich schon etliche SoundClouder auf Hackathons, Meetups oder Bars getroffen und war total fasziniert worüber sie erzählten, die Kultur und Arbeitsphilosophie bei diesem Startup und welches Engagement und Herzblut in ihren Aussagen steckte. Immer mit einem Auge auf deren Open Source Projekte und als begeisterter User der Platform wurde mir klar, dass es genau der Ort ist an dem ich arbeiten, ein Teil davon sein möchte. Und plötzlich war sie da — meine Chance.

Mit Spannung blickte ich dem Tag entgegen, der mich die nächsten Jahre auf eine spannende Reise schicken sollte. Etwas nervös und nur mit meinem Laptop bewaffnet betrat ich das Büro in der Gormannstraße 22 in Mitte. Mit den Worten “Hej, you must be Rob nice to meet you. I’m Johanna we’ve been in touch via mail. We’re happy having you here, do you want a coffee or rather coconut water?” wurde ich begrüßt. Durch den Flur, der von nerdigen Stickern und stylischen Fahrrädern gesäumt war wurde ich in einen kleinen Meetingraum geleitet. Schräg gegenüber meines Platzes hing ein weißes Poster mit der neonroten Aufschrift “Move fast and break things”. Ein Slogan dessen Sinn sich mir schon sehr bald erschließen sollte…

Johanna meinte, dass ich es mir gemütlich machen sollte und zeigte mir die Agenda die mich erwartet. “First you gonna chat with me, feel free to ask any question you might have. Afterwards you’ll meet Ulli and Robb our iOS devs to discuss your code challenge followed by our VP of Engineering Alex Grosse. Finally, Sean Treadway our Software Architect wants to chat with you in person.”

Ich war froh, dass ich zu diesem Zeitpunkt einen Kaffee bekommen hatte, um meine Nervosität halbwegs verstecken zu können. Die Gespräche liefen dann doch weitaus entspannter ab und mit der Zeit habe ich meine Aufregung sogar komplett vergessen. Von all den Gesprächspartnern war Sean definitiv der Herausfordernste, und das am Ende eines langen Tages. Ich wusste natürlich wer er ist und die Tatsache, dass er einer der main contributer von Ruby on Rails war erinnerte mich schlagartig wieder an meine Aufregung. Man kann von Ruby on Rails denken was man möchte, aber hier saß ich nun mir gegenüber jemand der schon so viel erreicht hatte und ich fühlte mich in diesem Moment einfach nur sehr sehr klein. Er fragte mich über meine bisherigen Projekte und worauf ich am meisten stolz bin und was ich in Retrospektive anders gemacht hätte. Also erzählte ich ihm von der Encryption App Ben the Bodyguard an der ich gearbeitet hatte. Eine Applikation mit der man Notizen, Kontakte, Termine, Kreditkarten und Fotos sicher und verschlüsselt aufnehmen konnte. Und eh ich mich versah bekam ich einen Marker in die Hand gedrückt und durfte Sean am Whiteboard erklären wie ich den AES-256 umgesetzt habe. Ganz großes Kino, ich glaube so nervös war ich zu diesem Zeitpunkt noch nie zuvor. Irgendwie habe ich mich dann Schritt für Schritt an meine damalige Herangehensweise heran gestammelt, fleißig Rechtecke und Sequenzen gekritzelt (um so zu tun als wäre UML meine zweite Muttersprache) und am Schluss noch Aspekte erläutert, die ich heute anders implementiert hätte. Nun ja, Sean ist offenbar nicht nur ein begnadeter Software Entwickler sondern auch ein Meister im Pokerface.

Obwohl ich am Ende des Tages kein gutes Gefühl hatte, was die eine oder andere meiner Antworten betraf, überwog die Freude über die Eindrücke die ich sammeln durfte. “We’ll sync up on our feedback during the day and catch up with you asap.” Diese Worte setzten den Schlußpunkt eines aufregenden Meet ’n Greet Tages und den Beginn einer tollen Zeit. Ich wurde SoundClouder #138.

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