Schulle, mach’ mal Butter auf die Stulle!

Markus Drescher findet, Martin Schulz muss in Sachen soziale Gerechtigkeit nachlegen

»Stulle mit Schulle«, so könnte ein Wahlkampfformat für ihn heißen, gedankenspielte Martin Schulz am Politischen Aschermittwoch. Man kann seinen potenziellen Brotzeit-Gästen nur wünschen, dass sie dabei mehr zu kauen bekommen, als Schulz derzeit seinen möglichen Bündnispartnern und den auf wirkliche Veränderung Hoffenden anbietet.

Mit seinem ALG-Q-Plan steht da bisher höchstens trocken Brot mit kaltem Kamillentee auf dem Tisch, nicht mal ein Gürkchen liegt am Tellerrand! Herzhaft zuzugreifen fällt da noch sehr schwer. So eine Leistung bekäme beim »Perfekten Dinner« zu Recht null Punkte. Will Schulz den Leuten nicht den Appetit verderben, sollte er schleunigst zurück in die Küche und die dort seit Jahrzehnten in der Tiefkühltruhe liegenden Spezereien herausholen. Es soll sogar noch Menschen geben, die sich an den Geschmack sozialdemokratischer Genüsse erinnern können.

Den Leuten den Mund wässrig machen und dann nicht mal die Butter herausrücken, so wird das nichts mit Schulz’ Ambitionen, Kantinenchef zu werden. Noch aber bleibt ihm Zeit, seine kulinarische Linie zu finden. Eine Linie weg vom Küchenmeister Schmalhans für Arme und den Gelagen für Unternehmen, Reiche und Superreiche. Satt werden die auch mit Hummer allein. Vom Blattgold auf ihrem Dessert lassen sich dann auch Gürkchen kaufen.

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