Zeit für Veränderung

Fabian Lambeck über die Benachteiligung von Frauen auf dem Arbeitsmarkt

Wenn eine Frau ein Kind bekommt, begibt sie sich immer noch in die Abhängigkeit vom Mann. Das ist keine feministische Propaganda, sondern Tatsache. So zeigen die aktuellen Zahlen zum Gender Time Gap, dass Frauen häufig nur in Teilzeit arbeiten und deshalb im Schnitt auf weniger Wochenarbeitsstunden als Männer kommen. Gemeint ist hier natürlich nur die Arbeit als abhängig Beschäftigte. Die Arbeit, die Frauen im Haushalt und bei der Kindererziehung leisten, wird nicht entlohnt. Mütter sind auf dem Arbeitsmarkt schwerer vermittelbar. Wenn man sie will, dann oft nur als Teilzeitkraft oder Minijobberin. Den Betroffenen bleibt häufig auch keine andere Wahl. Für Alleinerziehende, in neun von zehn Fällen sind das Frauen, gilt das erst recht. Selbst wenn sich eine Kita findet, dann schließt die häufig so früh, dass man entweder einen verständnisvollen Chef oder einen flexiblen Partner braucht, um Vollzeit tätig zu sein.

Die Politik ist gefordert. Es bräuchte intelligente Arbeitszeitmodelle. Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig hat 2014 eine sogenannte Familienarbeitszeit für junge Eltern ins Spiel gebracht. Der interessante Vorschlag, der gleichberechtigte Arbeitszeiten ermöglichen würde, ist noch in der Diskussion. Zudem muss das Ehegatten-Splitting endlich abgeschafft werden, weil es das Hausfrauen-Modell subventioniert. Mit den jährlich 20 Milliarden Euro, die man so einspart, könnte man progressive Ansätze finanzieren.

Zur kompletten Tagesausgabe >>

Like what you read? Give neues deutschland a round of applause.

From a quick cheer to a standing ovation, clap to show how much you enjoyed this story.