Jetzt noch Programmieren lernen?
Vor gut einem Monat, kurz vor meinem 26ten Geburtstag, habe ich angefangen programmieren zu lernen.
Warum?
Anfang 2018 gründeten mein Freund Jan und ich ein Software Startup.
Er der B.Sc. in Physik als Programmierer und CTO und ich als nicht-technischer Geschäftsführer und Jack-of-All Trades in Sachen Business.
Im August und September 2018 gibt es leider wesentlich weniger für mich zu tun als mir lieb ist, da ich auf die neue Version unserer Software warten muss.
Es stellte sich also die Frage, was ich am besten mit den zwei Monaten anfangen kann.
Etwas das mich und unser Startup langfristig weiterbringt.
Ich wollte also meinen Skill-Stack ausbauen und nach einigem hin und her haben wir die beste Option gefunden:
Von 0 auf 100 React lernen.

Als Ziel habe ich es mir gesetzt die Admin-Website für unser Startup bis Ende November zuentwickeln.
Also 3 Monate Zeit um programmieren zu lernen und die Website zu entwickeln.
…wenn ich das lese dreht sich mir immer noch fast der Magen um, aber das wird schon.
Ich habe nie programmieren gelernt, weil ich es als quasi unmöglich angesehen habe und dachte ich wäre einfach nicht dafür gemacht.
Aber schon nach der ersten Woche merkte ich, dass es kein Hexenwerk ist und ich einfach nur ins kalte Wasser springen musste.
Das heißt nicht, dass es einfach ist, aber es nicht nichts wovor man zu viel Respekt haben sollte, um damit anzufangen.
Jan hat mit mir die Roadmap erstellt, um die steilste Lernkurve zu haben und möglichst effektiv lernen zu können.
Die Roadmap:
2. Advanced Web Developer Bootcamp
Da ich gemerkt habe, dass ich mich ab ca. 17 / 18 Uhr kaum konzentrieren kann schaue ich mir ab dann noch weitere Udemy Kurse an und konsumiere diese wie andere YouTube oder Netflix.
Ich mache für mich einen Unterschied, ob ich Materialien aktiv durcharbeite oder passiv konsumiere.
Aktiv durcharbeiten sieht aus als ob man eine Mathematikaufgabe löst, oder aber einen Fachartikel liest und Dinge unterstreicht, sich Notizen macht und unklare Fachwörter nachschlägt.
Dagegen ist konsumieren eher ein aktives ansehen und zuhören, wie bei einer spannenden Doku.
Wenn ich etwas Neues lerne, versuche ich immer komplett in das Thema einzutauchen.
Das heißt alles was ich tue, lese, höre soll möglichst mit dem Thema zu tun haben und mein Verständnis fördern.
Diese „Alles oder Nichts“-Einstellung ist Teil meines Charakters und fühlt sich deshalb gut an, aber ich merke auch, dass das dabei hilft schnell Fortschritte zu machen.
Die Kurse die ich abends konsumiere und die kleinen Artikel, die ich in Bus und Bahn lese helfen die Konzepte, die ich in den Udemy Kursen lerne noch besser zu verstehen.
Allerdings bin ich nicht sicher, ob es nicht nur minimal nützt.
Das heißt vielleicht ist es auch komplett ineffizient und das Gefühl, dass es hilft ist nur die Rückwärtsrationalisierung, weil es sich gut anfühlt.
Das zu lesen ist wahrscheinlich ziemlich unbefriedigend, aber hoffentlich ist es trotzdem ein nützlicher Hinweis, sowohl als kleine Anregung das eigene Handeln zu hinterfragen als auch als wirklicher Tipp für das Aneignen einer neuen Fähigkeit.
Und jetzt kommen wir zum spaßigen Teil, den Problemen und emotionalen Herausforderungen…
Momentan arbeite ich mich durch das Advanced Web Devoloper Bootcamp und bin bei genau 65% des Kurses und habe den Drang so schnell es geht zu lernen.
Dh. auch so schnell es geht die Grundlagenkurse zu bewältigen, um endlich den React Kurs zu machen.
Dieser Gedanke führt dazu, dass ich durch die Kurse hetze, statt mir Zeit zu nehmen.
Beim ersten Webdeveloper Bootcamp war das kein Problem und auch für die ersten 30% des Advanced Webdeveloper Bootcamps nicht, weil alle Konzepte noch einfach genug waren, um sie mit höchstens 1,2 Nachfragen an Jan oder Google zu klären.
Aber dann kamen komplexere Themen und nachdem ich abends bei einer Progammierübung komplett verzweifelt bin hat es klick gemacht.
Um Naval Ravikant — Angellist.co Gründer und Investor — zu zitieren:
Knowlegde is a skyscraper.
You can take a shortcut with a fragile foundation of memorization,
or build slowly upon a steel frame of understanding.
Jetzt versuche ich mir mehr Zeit zu nehmen und in Ruhe einzelne Begriffe und Kleinigkeiten die mir unklar sind zu googlen, Blogposts und Stack Overflow-Einträge zu lesen, um die komplexeren Konzepte auch wirklich zu verstehen.
Das fühlt sich grundsätzlich gut und richtig an, aber mein Hinterkopf schreit immer noch schneller….
Mein größtes Problem ist der Gedanke, dass Programmieren lernen einfach sein sollte und wenn ich etwas schwer finde heißt das, dass ich nicht talentiert, intelligent oder gut genug bin.
Jaja.. das gute alte Selbstbewusstsein wieder.
Und um mit einem Zitat abzuschließen:
You don’t need to build confidence to achieve challenging goals.
You build confidence through achieving challenging goals.
Confidence is more the result of progress than the cause of it.
-Adam Grant
