Somatische Marker: Das Geheimnisses der Intuition
Ob Entrepreneur, Top Manager oder Venture Capitalist,
bei Interviews nennen sie alle ein Wort, wenn es über ihren Weg zum Erfolg geht:
INTUITION

Nach diesem Artikel werdet ihr nicht nur wissen, was genau Intuition wirklich ist, sondern vor allem werdet ihr wissenschaftlich belegte Wege kennen, um diese effektiv zur Entscheidungsfindung zu nutzen.
Der Begriff Intuition fällt mittlerweile so oft, dass seine Bedeutung schon fast inflationär ist.
Die Intuition, welche wirklich für die Entscheidungsfindung wichtig ist, nennt man im Fachjargon „Somatic Marker“.
Diese somatischen (=körperlichen) Marker sind Hinweise in Form von Muskelspannungen, Schweißbildung, erhöhtem Puls, Adrenalin und das berühmt berüchtigte „seltsame“ Bauchgefühl.
Wenn wir vor komplexen Entscheidungen stehen, sind wir oft unfähig uns durch rein rationales Denken zu entscheiden.
Wir werden von der Dynamik und Informationsmasse der Situation einfach kognitiv überlastet. In genau diesen Situationen kann uns unsere Intuition dabei helfen, bessere Entscheidungen zu treffen.
Somatische Marker sind Assoziationen zwischen äußeren Stimulationen und denen durch sie verursachten physiologischen affektiven Zuständen.
Oder auf gut deutsch gesagt:
Alle Informationen, die wir jemals benutzt haben, um etwas zu entscheiden, sind damit verknüpft, wie wir uns nach dieser Entscheidung gefühlt haben.
Somit haben wir eine enorme unterbewusste Datenbank, die uns mit Hilfe der Marker in die richtige Richtung lenken kann.
Meistens kommt diese Entscheidungsstütze in der Form, dass wir intuitiv eine oder mehrere Optionen ausschließen können, weil sie sich „falsch“ anfühlt.
Das Kritische daran ist, dass somatische Marker uns zwar unterschwellige Hinweise geben, sodass sich manche Optionen einfach gut oder schlecht anfühlen, wieso wir aber so fühlen wissen wir meistens nicht.
Deshalb jetzt zur praktischen Anwendung:
Es ist die Aufgabe des Abteilungsleiters, Managers oder Geschäftsführers, den Mitarbeitern die Freiheit zu geben, ihre Intuition auch nutzen zu dürfen.
Das soll nicht heißen, dass sie willkürlich entscheiden sollen, oder dass es keine Konsequenzen hat, wenn sie falsch liegen.
Aber folgendes Szenario ergibt in komplexen Situationen keinen Sinn:
Es stehen dem Mitarbeiter zwei mögliche Problemlösungen A & B zur Verfügung.
Die Daten und Zahlen sprechen zwar für Lösung B, aber der Mitarbeiter hat ein schlechtes Gefühl bei der Sache, kann jedoch nicht faktisch belegen wieso.
Er würde sich also eigentlich lieber für Option A entscheiden.
Trotzdem wählt er B, nicht weil er denkt, dass es Erfolg haben wird, sondern weil er beim Scheitern durch die Zahlen und Fakten gegenüber seinem Vorgesetzten abgesichert ist.
Wie so oft ist es also wichtig Strukturen zu schaffen, welche es Mitarbeitern erlaubt Fehler zu machen, ohne Angst vor negativen Konsequenzen zu haben.
Kleiner Bonustipp
Die Vorteile beider Seiten, der Analytisch datengestützten und der Intuitiven, können wir uns durch eine alte Volksweisheit zu Nutze machen:
Denn ‘Eine Nacht darüber schlafen’ ist wissenschaftlich belegt die beste Lösung!
Wir sollten uns also zuerst informieren, so viele relevante Fakten suchen wie möglich und dann eine Ruhezeit einlegen.
Diese kann eine Nacht sein, aber sogar schon 3–5 Minuten in denen wir bewusst etwas anderes tun, erhöht laut Studien die Qualität unserer Entscheidungen.
Am besten holen wir uns also einen Kaffee, nachdem wir für Stunden über Exceltabellen, Berichten und Fachartikeln saßen und reden mit dem Kollegen ausgiebig über den geplanten Sommerurlaub.
Danach können wir dann mit gutem Gewissen eine Entscheidung treffen.
QUELLEN
Bechara, A., Damasio, A.R. (2005). The somatic marker hypothesis: A neural theory of economic decision. Games and Economic Behavior
Damasio, A.R., Tranel, D. & Damasio, H. (1991). Somatic markers and the guidance of behaviour: theory and preliminary testing
Professor Dr. Robb Willer „Social Psychology 150A“, UC Berkeley
