Folge 175: Schattenwelt

In unserer Küche sitzen schon alle und räumen auf, ich bin fast der letzte der aufsteht, nur Jasper liegt noch im Bett. Ich fühle mich ein bisschen schlecht, weil die anderen jetzt unsere Wohnzimmerküche aufgeräumt haben, bin aber auch ein bisschen erleichtert es nicht mehr selbst machen zu müssen. Wenigstens hat niemand gespült, das darf ich machen. Wir hören die Drei ???-Folge weiter, mit der wir gestern angefangen haben (Folge 175: Schattenwelt), nach einer Dreiviertelstunde fahren aber alle nach Hause.

Ich mache Musik an, drehe sie auf und bleibe auf dem Sofa liegen. Ich hole mein Buch und lese ein bisschen. Ich habe den ganzen Tag nichts geplant, will aber noch irgendetwas leisten, also hole ich mir meinen Uniordner. Ich brauche viel zu lange um zehn Seiten aus einem Roman zu lesen, das Internet lenkt mich doch immer wieder ab. Erst fragt jemand, ob ich Fotos vom Stand gestern auf unserer Facebook-Seite veröffentlichen kann, dann will Merkel nochmal Kanzlerin werden und plötzlich beendet Casey Neistat auch noch seinen Vlog. Irgendwie ist auf einmal alles spannender als dieser viel zu klein, aber dafür papiersparend kopierte Text auf dem Küchentisch.

Ich bekomme eine Mail von einem Dozenten, in der er sagt, dass die Sitzung morgen ausfallen muss. Sein Kind ist krank und es tut ihm sehr leid. Damit muss ich morgen erst um sechszehn Uhr zur Uni. Irgendwann kommt Jasper zu mir in die Wohnzimmerküche, wir haben beide keinen Bock auf Unikram mehr und gucken eine Folge The Joy of Painting, was uns mehr fasziniert als es vielleicht sollte. Irgendwann fährt Jasper nach Hannover ins Theater und eine Freundin kommt vorbei. Wir wollten was kochen, aber ich musste sofort zugeben, dass wir so gut wie gar nichts Essbares mehr im Haus haben. Weil Laura aber mehr mitdenkt als ich, hat sie ein paar Zutaten mitgebracht und so schaffen wir es tatsächlich Nudeln mit Tomatensauce zu kochen.

Weil sie morgen früh arbeiten muss, fährt sie irgendwann nach Hause, im gleichen Moment kommen meine Mitbewohner nach Hause. Man ist halt doch irgendwie nie alleine in einer WG. Wir sitzen noch ein, zwei Stunden in der Küche, reden, hören Fest & Flauschig (was technisch schwieriger ist, als man glaubt). Um kurz nach zwölf schlafen wir alle fast auf den Sofas ein und beschließen ins Bett zu gehen.