Mein erster Unitag!

Sich beraten lassen, im Internet recherchieren, ellenlange Studienordnungen lesen: Es gibt viele Wege sich für das richtige Studium zu entscheiden. Wie wohl man sich am Ende aber an der Uni fühlt, das kann dir niemand vorher sagen. Umso spannender ist der erste Tag an der neuen Uni. Seit einem halben Jahr tingel ich von Praktikum zu Job zu ehrenamtlichem Engagement zum nächsten Job zu mehr Engagement. So schön und abwechslungsreich die Zeit auch war, waren es immer die gleichen Menschen, und immer die gleichen Orte um die sich mein Leben gedreht hat.

Das hat sich jetzt komplett geändert. Ich kenne Hildesheim noch nicht, ich kenne die Menschen hier noch nicht, ich kenne meine Kommilitonen noch nicht. Am ersten Unitag ist die Aufregung natürlich groß. Als ich bei der ersten Veranstaltung, der großartigen Immatrikulationsfeier, schon keinen Sitzplatz mehr bekomme, schrumpft sie aber durchaus ein wenig.

Ein paar Stunden später lerne ich die anderen Menschen vom Fachbereich 2, die Kulturwissenschaftler kennen. Wir werden nicht an der normalen Uni, sondern an einer alten Burg etwas außerhalb von Hildesheim unterrichtet (glaube ich, ich war bisher noch nicht da). Sofort lerne ich Leute kennen, die ticken wie ich. Alle sind irgendwie ähnlich, alle sind sich erstmal sympathisch. Auch wenn ich glaube, dass es auf lange Sicht vielleicht nicht unbedingt das Beste ist, als Künstler und Philosophen abgeschottet vom Rest zu leben, ist es gerade vor allem sehr angenehm sich mit ähnlich Denkenden zu verknüpfen. Abends in der Kneipe darüber zu philosophieren, was denn nun Kunst ist und was nicht und ob Feminismus der Gleichberechtigung eher nützt oder schadet sind einfach Dinge die mir in den letzten Monaten höllisch gefehlt haben.

Nach meinem ersten Tag an der neuen Uni bin ich absolut zufrieden. Ich fühle mich wohl hier. Unabhängig vom Studiengang fühle ich mich einfach unter den Menschen wohl. Und ich glaube, dass ist auch ein wichtiger Teil, den man nicht unterschätzen darf.