Namenstag und Pommes
Morgen (wenn du es liest, heute) ist mein Namenstag. Das habe ich erst gemerkt, als meine Mutter es angesprochen hat. Dabei ist es ja noch nicht einmal so, dass das in unserer Familie ein völlig nebensächliches Fest ist. Wir feiern es zumindest immer mit Kaffee, Kuchen und den engsten Verwandten. Aber Apple hat es geschafft einen Keil zwischen diese jahrzehntelange Tradition und meiner Familie zu treiben: Der 16. September war für mich primär nicht mein Namenstag, sondern das Release-Date des neuen iPhones! (Wie un-egozentrisch von mir, nicht wahr?)
Eine interessante Geschichte ist, dass mein Namenstag eigentlich gar nicht morgen sein sollte. Schließlich stammt der Name Nils - wie uns auch die sicherste aller Quellen, Wikipedia, bestätigt - von Nikolaus ab. Und dementsprechend sollte mein Namenstag doch am 6. Dezember sein. Ich brauchte fünfzehn Jahre (okay, ich habe mir offensichtlich auch nicht allzu viel Mühe gegeben) bis ich herausgefunden habe, dass der 16. September der Namenstag von Cornelius ist. Anscheinend hat der Priester, der mich damals getauft hat, gesehen, dass ich eine hippe kleine Göre bin und anders sein wollte. Dementsprechend stammt mein Name nicht von einem Heiligen ab, der sein ererbtes Vermögen unter den Armen verteilte, sondern von einem der größten altrömischen Geschlechter.
Das sorgt außerdem dafür, dass wir - so gerne wir die abendländischen christlichen Traditionen ja auch aufrecht erhalten wollen - alle keine Zeit haben den Tag des großen, ehrwürdigen Geschlechts der Cornelier zu feiern. Aber da wir, bevor alle von Zuhause ausziehen, am Wochenende sowieso gemeinsam mit allen brunchen gehen werden, wurde die Veranstaltung kurzfristig als Namenstagsbrunch deklariert. Es geht in ein Lokal, das mitten auf einem ehemaligen Zechengeläde liegt und auch einen dementsprechenden Charme haben soll. Die Google-Rezensenten sagen, dass “typisches Essen wie in einem American Diner serviert” wird und die Portionen “gigantisch” sind. Ich finde das klingt nach etwas, dass man sich durchaus mal ansehen sollte. Auch wenn ich mich danach vermutlich wieder mehrere Wochen lang selbst hassen und genau darüber nachdenken werde, wie ich Entscheidungen treffe. Aber dafür gibt es gigantische Portionen Pommes!