Frag @noemata: War die Musik früher besser?

Die Aussage “Früher gab es noch richtig gute Musik, heute wird nur noch Scheisse produziert” kann nur ein uninformierter Radiokonsument bzw. eine Person treffen, die von Musik keine Ahnung hat.

Es ist aber leicht erklärbar, wie ein solcher Eindruck entsteht: Es liegt an der bizarren Polarität des Radios und anderer eher oberflächlicher Musikmedien (dazu zählen auch die Facebook-Postings Deiner Friends, sofern sie nicht Deine Musiknerd-Friends sind): Überall dort, wo man sich nicht wirklich mit Musik beschäftigt, werden echte Klassiker (die im Übrigen zum Zeitpunkt ihres Erscheinens oft keineswegs Hits waren) in direkten und absurden Kontrast gestellt zu modisch-populärer Musik der Gegenwart, die in zwanzig Jahren in den meisten Fällen ganz sicher nicht zu den Klassikern der 10er Jahre gerechnet werden wird, sondern eher in einem Jahr auf dem Grabbeltisch der Geschichte landet.

Für den Beobachter entsteht aus diesem Gegensatz, zumal außerdem noch ein stark verzerrender Nostalgie-Faktor hinzukommt, zwangsläufig der Eindruck, die heutige Musik wäre minderwertig im Gegensatz zu der grandiosen Musik der Vergangenheit.

Beschäfigt man sich hingegen ernsthaft mit Musik, liest genrespezifische oder allgemeine Fachzeitschriften und -blogs und setzt sich mit den dort genannten und für gut befundenen Künstlern auseinander, so wird man das Gegenteil feststellen: In fast keinem Genre war die Musik jemals zuvor auf einem so irrsinnig hohen Qualitätsniveau wie in der Gegenwart.

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