Hölle Ist Eine Ehefrau Aus Sparta

Warum nennen sich die Griechen Hellenen? Woher kommt der Konflikt zwischen Kollektivismus und Individualismus? Ostern, das Christentum, Marxismus, Liberalismus, die Französische Revolution, das Bürgertum, Ackerbau, Klimawandel, Überbevölkerung, Nationalismus und die Hölle sind alle innerlich verbunden. Verkürzt gesprochen über den Trojanischen Krieg, der in vielerlei Hinsicht weiter wirkt. Aber zuerst sollten wir noch weiter zurückgehen, zum Anfang der Landwirtschaft vor ungefähr 10,000 Jahren.

Fruchtbarkeit

Stell Dir Dir vor, Du sitzt mit Deinem kleinen Kind auf einem Hügel im Neolithischen Vorderen Orient. Der Winter ist bald vorbei und die Felder sind noch leer. Wenn die Sonne wieder stärker wird, wird das Getreide wieder wachsen. Du erklärst Deinem Kind den Kreislauf von Saat und Ernte. “Aber wo sind die Pflanzen jetzt?”, fragt Dich Dein Kind. Was würdest Du antworten? Wenn Du moderne wissenschaftliche Bildung hättest, könntest Du ihm etwas über Gene erzählen, über Vervielfältigung, Dünger in der Erde und Kohlendioxid in der Luft. Aber Du hast dieses moderne Wissen nicht. Du weißt nur, dass die Pflanzen im Herbst verschwinden und im Frühling wiederkommen. “Ich habe verstanden, dass die Pflanzen über ihre Samen wiederkommen, aber wo sind sie, bevor sie wiederkommen?” Eines wirst Du Deinem Kind sicher nicht antworten: Du wirst nicht versuchen, zu erklären, dass diese Pflanzen im Winter nicht existieren. Weil Dein Kind das Konzept einer Nicht-Existenz nicht verstehen würde und weil Du vor 10,000 Jahren vermutlich Nicht-Existenz auch nicht verstanden hättest. Also wo sind die Pflanzen dann?

“Die Pflanzen sind noch immer da, aber wir können sie nicht sehen. Sie sind tief im Boden versteckt und sie kommen durch ihre Samen zurück.” “Warum sind sie im Boden versteckt? Was machen sie dort?” Würdest Du sagen, dass Du das nicht weißt? Oder dass diese Fragen keinen Sinn ergeben? Würdest Du Dein Kind auffordern, keine weiteren dummen Fragen zu stellen? Vielleicht würdest Du das tun. Aber früher oder später wird ein liebender Elternteil viel kreative Vorstellungskraft einsetzen und eine Antwort anbieten: “Im Winter sind die Pflanzen in einer anderen Welt. Sie werden von einer anderen Sonne, die wir nicht sehen können, in diese andere Welt gerufen. Sie wachsen in Richtung dieser dunklen Sonne und in manchen Jahren bleiben sie dort. Das sind die Jahre, in denen das Getreide auf unserer Seite nicht wachsen will.” Und dann wird ein zufriedenes Kind irgendwo im Neolithischen Vorderen Orient seinen Tag mit dieser Erklärung beschließen. Und später seinen Kindern und den Kindern seiner Freunde die Geschichte der dunklen Sonne erzählen.

Wie kann man die Pflanzen wieder auf unsere Seite rufen? Der Kreislauf von Saat und Ernte scheint ein Spiegelbild weiblicher Fruchtbarkeit zu sein. Frauen müssen bluten, um wieder fruchtbar zu werden. Brauchen die Felder auch Blut, um fruchtbar zu bleiben? Unsere Vorfahren haben das geglaubt. Beziehungsweise der Teil unserer Vorfahren, der die Landwirtschaft erfunden hat. Fruchtbarkeit kann unvorhersagbar wie eine Frau sein. Also haben die Bauern begonnen, mit Fruchtbarkeit so zu verhandeln wie mit einer Frau. Zuerst haben sie ihr Geschenke geschickt, damit sie das Wachstum des Getreides zulässt. Dann haben sie weiter mit ihr verhandelt. Sie haben ihr in ihre unsichtbare Welt Pflanzen geschickt, damit sie andere Pflanzen in unsere Welt zurückschickt. Wenn das nicht funktioniert hat, haben sie Tiere geschickt. Und am Ende Menschen. Das Opfer war Angebot für einen Handel: Wir geben Dir etwas für Deine unsichtbare Welt. Hoffentlich bist du jetzt zufrieden. Bitte lass die Pflanzen frei, die wir zum Überleben brauchen. Dieses System hat lange gut funktioniert. Einige Jahre waren hart, aber früher oder später ist die Fruchtbarkeit anscheinend auf den Handel eingegangen und das Getreide wuchs wieder. Die menschliche Bevölkerung explodierte. Städte wurden gegründet. Die menschliche Zivilisation wurde erfunden. Und dann hat es irgendwann nicht mehr funktioniert und alles ist zusammengebrochen.

Krieg

Vor etwas mehr als 3200 Jahren ist die erste globalisierte Wirtschaft der Menschheit zusammengebrochen. Kriege gab es vor und nach diesem Zusammenbruch, aber die Zerstörung am Ende der Bronzezeit war so umfassend, dass die Zivilisation selbst neu erfunden werden musste. Ganze Völker verschwanden. Ganze Erdteile verloren ihr Gedächtnis, ihre Identität, ihre Infrastruktur und ihre Stellung in der Welt. Es war ein fast vollständiger Zusammenbruch. Überall starben die Menschen. Überall wütete der Hunger, die Seuchen und der Krieg. Reiche zerbrachen an inneren Unruhen. Die Menschen verloren ihren Glauben. Einige Völker verließen ihre Heimat und brachen ins Ungewisse auf. Was in tausenden Jahren aufgebaut wurde, zerbrach in weniger als einer Generation. Nur einige wenige Orte kamen vergleichsweise glimpflich davon. Athen hat sich irgendwie hinübergerettet. Die Phönizier konnten ihre wesentlichsten Bastionen halten. Ägypten war das einzige Reich, welches den Großteil seines Territoriums halten konnte. Alle anderen waren entweder tot oder in eine primitive Existenz zurückgeworfen, ohne Schrift und ohne die Güter, die ihnen die Zivilisation der Bronzezeit geboten hatte.

Vor dem Zusammenbruch der Bronzezeit war menschliche Zivilisation vollständig kollektivistisch. Was produziert wurde, landete im Palast. Was gebraucht wurde, wurde vom Palast verteilt. Das Leben in der Bronzezeit war der Wachtraum eines jeden Marxisten. Es gab in beschränktem Ausmaß Privateigentum, aber alle wesentlichen Produktionsmittel waren Eigentum des Kollektivs. Dieses Kollektiv wurde zwar durch einen König repräsentiert, aber so ist das eben in einem Kollektiv: Irgendjemand muss bestimmten, wie die Güter verteilt werden und das ist dann der König. Es gab keinen privaten Grundbesitz. Das ganze Ackerland war im Besitz der Stadt. So etwas wie einen bäuerlichen Familienbetrieb gab es nicht. Oder nur dann, wenn man die ganze Stadtbevölkerung als eine große Familie bezeichnen würde. Die Stadt der Bronzezeit war das Produkt eines Kollektivs. Jeder Stadtbewohner war Teil des Kollektivs. Jeder trug zur Produktion bei und jeder hatte Anspruch auf Versorgung. So etwas wie individuelle Freiheit gab es in einer Stadt der Bronzezeit nicht. Wer nicht zufrieden war, konnte gehen und sein Glück in der Wildnis versuchen. Die Meisten haben auf Nummer sicher gesetzt und sind geblieben. Aber dann war das Spiel irgendwann plötzlich aus.

Warum? Heute denken wir bei dieser Katastrophe an Klimawandel. Die Bedingungen für Landwirtschaft im Vorderen Orient wurden schlechter und es gab ganz einfach nicht mehr genug Essen für die vielen Menschen in den Städten. Einige Jahre lang hat es offenbar überhaupt keine nennenswerten Ernten gegeben. Die Paläste hatten große Lebensmittelvorräte, aber früher oder später waren die aufgebraucht. Ägypten hat sich deswegen vergleichsweise besser geschlagen, weil es größere Vorräte lagern konnte. Aber alle anderen Reiche sind zugrunde gegangen. Einige hatten noch etwas länger Vorräte, aber dann wurden sie von ihren Nachbarn ausgeraubt. Irgendwann haben sich die Menschen gegenseitig abgeschlachtet. Das hatten sie schon Jahrhunderte lang gemacht, aber in viel geringerem Ausmaß. Mit der Landwirtschaft kam der Krieg. Wenn die Stadt Getreide anbaut, will die Stadt auch selbst ernten. Die Stadt muss ihr Land schützen. Und wenn die Stadt vor dem Hungertod steht, besteht die einzige Chance auf Überleben womöglich darin, die Lager der Nachbarstadt auszurauben. Im Winter wurden die Nahrungsreserven verbraucht. Im Frühling mussten sie sich entscheiden, ob es noch Hoffnung auf eine gute Ernte gibt. Oder ob es besser ist, die Nachbarstadt anzugreifen, so lange man noch genug Energie dafür hat.

Daher wurde die Fruchtbarkeitsgöttin auch zur Göttin des Krieges. Statt der eigenen Menschen wurden die Menschen der Nachbarstadt geopfert. Die Felder wurden mit den Blut der Soldaten fruchtbar gemacht. Das war Anfangs wohl ein Akt der Verzweiflung, aber es wurde bald zur religiösen Pflicht: Nimm die Seelen der gefallenen Soldaten, Göttin der Fruchtbarkeit, und schicke uns dafür das Getreide aus Deiner unsichtbaren Welt in unsere Welt der Lebenden. Die Phönizier nannten diese Göttin Astarte. Ostern hat sowohl seinen Namen als auch die Verbindung von Opfer und Fruchtbarkeit von dieser Göttin. Und dennoch ignorieren wir heute die Verbindung von Astarte (Ostern) und Krieg. Nicht nur, weil inzwischen der Monotheismus erfunden wurde. Schon vorher ist Astarte ein Teil ihres Status abhanden gekommen.

Schande

Vor dem endgültigen Zusammenbruch ihrer Zivilisation haben die Menschen alles versucht, um zu überleben. Und alles gemacht, um Astarte wieder froh und gnädig zu machen. Zuerst haben sie es mit ihren üblichen Gebeten und symbolischen Opfern versucht. Dann griffen sie zu härteren Maßnahmen. Irgendwann wurden echte Tabus gebrochen. Als alles andere aufgegessen war, haben sie die heiligen Tiere geschlachtet. Sie haben die letzten Körner aufgegessen, bis mehr für die nächste Aussaat übrig war. Am Ende habe sie ihre eigenen Kinder gegessen. Anstatt den Hungertod einfach zu akzeptieren, zogen sie in den größten Krieg, den die Menschheit je gesehen hat. Eine Koalition vieler Völker raubte alle Städte aus, die noch Vorräte hatten. epische Schlachten zogen sich über mehrere Jahre. Alle Völker der damaligen zivilisierten Welt waren an diesem Krieg beteiligt. Es war der erste echte Weltkrieg. Wir kennen ihn unter dem Namen einer der Städte, die erobert wurden: Troja konnte sich neun Jahre lang verteidigen, wurde dann aber wie fast alle anderen Städte überrannt. Sogar die Eroberer geben zu, dass sie die Mauern von Troja nur mit Hilfe eines Betrugs überwinden konnten. Nach der Überlieferung hätten sich Soldaten in einem religiösen Geschenk versteckt. Angeblich wären diese Soldaten in der Nacht aus einem hölzernen Pferd gestiegen und hätten dann die Stadttore geöffnet. Aber Homer erzählt wohl nicht die ganze Wahrheit.

Die Ilias wurde ungefähr 400 Jahre nach dem Krieg, über den sie berichtet, niedergeschrieben. Unmittelbar nach dem Krieg war die Kultur großteils erloschen. Die Menschen konnten nicht mehr lesen oder schreiben. Nur zwei Völker konnten ihre Schrift retten: Ägypten und die Phönizier. Die Phönizier kolonisierten dann das Mittelmeer und wir (der Westen) haben alle wieder von den Phöniziern lesen und schreiben gelernt. Aber das dauerte Jahrhunderte. Die Lücke wurde mit mündlicher Tradition überbrückt. Damit hatten die Menschen 400 Jahre Zeit, ihre Geschichte zu verändern. Und sie hatten allen Grund, die Geschichte zu verändern. Ihre Vorfahren hatten schreckliche Dinge getan. Die Überlebenden des Trojanischen Krieges hatten deswegen überlebt, weil sie gegen alles, was heilig war, verstoßen hatten. Sie hatten heilige Tiere gegessen. Sie hatten die Saat für das Getreide aufgegessen. Sie hatten ihre eigenen Kinder gegessen. Sie hatten Könige ermordet und ihre Nachbarn mit Trug und Betrug ausgeraubt. Die Soldaten im Trojanischen Pferd waren wahrscheinlich gar nicht mehr am Leben, als das Pferd den Trojanern angeboten wurde. Sie waren wahrscheinlich an einer Infektionskrankheit gestorben. Die Angreifer hatten diese Krankheit auf ihren Schiffen mitgebracht und die Krankheit wütete in ihrem Lager. Aber die Trojaner waren noch gesund. Also beschlossen die Angreifer, tote Soldaten in einen Behälter zu stopfen und in die Stadt zu schicken. War das wirklich ein Pferd? Vielleicht nicht. Vielleicht wurden die toten Körper in einem hölzernen Behälter über die Stadtmauern geschleudert. Jedenfalls wurden die Stadttore wahrscheinlich nicht von lebenden Soldaten geöffnet, sondern von der Krankheit, die irgendwann auch die Trojaner geschwächt hatte. Das war eine aus Verzweiflung geborene Taktik und mit dem Ehrenkodex der Zeit absolut unvereinbar.

Die siegreichen Soldaten konnten ihre Familien retten, aber sie mussten mit ihrer Schande weiterleben. Die Geschichte des Krieges wurde von Generation zu Generation weitergegeben und auch ihre ihre Nachkommen schämten sich für die Taten der Vorfahren. Also begannen sie, die Geschichte zu verändern. Was man an Unstimmigkeiten erkennen kann. Warum weinen Odysseus und seine Gefährten, wie sie die Geschichte des Trojanischen Pferdes erzählen? War das nicht ein genialer Trick, der auch gut funktioniert hat? Und warum hatten sie den Krieg überhaupt angefangen? Wegen einer Frau, die ihrem Liebhaber in ein anderes Land gefolgt ist? Helena ist sowohl offiziell der Kriegsgrund als auch die Sammelbezeichnung für die Koalition der Angreifer nach dem Krieg. Wir nennen sie heute Griechen, aber das ist nur der Name, den ihnen die Römer viel später gegeben haben. In der Ilias heißen sie Achäer, was Wassermenschen bedeutet. Das ist ein passender Name für Menschen, die über das Wasser kommen und am Wasser leben. Aber nach dem Krieg heißen sie Hellenen. Helena war angeblich eine der Töchter von Zeus und die Ehefrau des Königs von Sparta, aber das ist trotzdem etwas zu viel Ehre für eine niederrangige Göttin. Der Krieg wird in ihrem Namen geführt. In der ursprünglichen Geschichte muss sie die Hauptgöttin des Krieges gewesen sein. Später haben sich die Menschen dann geschämt für das, was sie in ihrem Namen getan hatten. Sie wollten mit ihr nichts mehr zu tun haben. Aber nachdem sowohl der Name als auch die Identität der Hellenen direkt an Helena gebunden war, konnten sie sie nicht einfach aus der Geschichte streichen. Also haben sie sie stattdessen degradiert. Die Kräfte der ehemaligen Hauptgöttin Helena wurden unter den Göttern umverteilt. Schönheit ging vor allem an Aphrodite. Fruchtbarkeit ging vor allem zu Demeter. Kriegsglück ging vor allem zu Athene. Und so weiter. In der Eisenzeit hatten die Griechen keine der ursprünglichen Astarte entsprechende Göttin mehr. Sie hatten sie getarnt und verräumt.

Erbe

Andere Völker gingen einen anderen Weg. Der Großteil der Hethiter ging einfach fort. Wir wissen nur deshalb von ihrer Existenz, weil wir ihre Archive gefunden haben. Die Hethiter haben Götter gesammelt. Die Götter der eroberten Gebiete wurden einfach den eigenen hinzugefügt. Auch ihre Schrift war eine Kombination verschiedener Schriften. Teilweise verwendeten sie das Akkadische Alphabet. Aber Götter wurden meistens über Hieroglyphen oder Logogramme angesprochen, daher wissen wir, welche Götter das sind, aber kennen nicht immer alle Varianten der korrekten Aussprache. Für die Göttin der Fruchtbarkeit und des Krieges hatten sie natürlich viele Namen. Die Hethiter selber waren Indoeuropäer und ihre Sprache ist trotz des hohen zeitlichen Abstands bemerkenswert ähnlich den Germanischen Sprachen. Einige Hethitische Worte sind sogar mit heutigen Englischen oder Deutschen Worten identisch. Diese Nähe zu den Germanischen Sprachen ist überhaupt der Grund, warum Hethitisch entschlüsselt werden konnte. Der Hethitische Hauptgott war der Wettergott und er wird meistens mit dem Symbol für Teschub niedergeschrieben. Aber manchmal wird er auch als Tarhun, Taru oder sogar Toru buchstabiert. Das ist unser Thor. Und Ishtar wurde manchmal als Hal buchstabiert, was genauso gut Hel gewesen sein kann. Und Hel heißt auch die Nordische Göttin der Unterwelt. Von Hel kommt hell, das englische Wort für Hölle. Aber auch das Deutsche Wort hell ist damit verwandt. Helena ist noch immer in unseren heutigen Sprachen vorhanden, in Licht und in Dunkelheit.

Die Menschheit hat den Zusammenbruch der Bronzezeit geschockt überlebt. Die Bronzezeit wurde zur diffusen sentimentalen Erinnerung an das goldene Zeitalter, in dem die Menschen glücklich in Harmonie zusammenlebten. Die Überlebenden haben versucht, ihr verlorenes Paradies wieder zu erschaffen, aber im kleineren Maßstab. Sie hatten gesehen, wie zerbrechlich aufgeblasene kollektivistische Gesellschaftssysteme sind. Sie erschufen Miniaturversionen der Palastwirtschaft und hofften, dass die Überschaubarkeit vor dem Systemzusammenbruch schützen würde. Damit war der Bauernhof erfunden. Ein Bauernhof ist die verkleinerte Version der Palastwirtschaft. Es gibt Felder, ein Lebensmittellager, es gibt Tiere und Metallwerkzeuge. Aber der Bauer versucht, das alles autonom zu bewirtschaften. Unsere eisenzeitlichen Konzepte der Demokratie, Individualität und Autonomie bauen auf dem Wirtschaftsmodell des Bauernhofs auf und damit auf der Verkleinerung und Verteilung der bronzezeitlichen Wirtschaft in autonome Einheiten. Klein ist besser, weil Klein Krisen besser überstehen kann. Natürlich konnte die Menschheit trotz allem der Versuchung nicht widerstehen, den Kollektivismus der Bronzezeit immer wieder neu aufzubauen. Genauso wie der Versuchung, die Wirtschaft vollständig zu globalisieren. Ironischerweise werden die Kollektivisten heute als progressiv bezeichnet. Hoffen wir, der nächste Systemzusammenbruch ist weniger traumatisch als die Hölle, die von der Ehefrau aus Sparta heraufbeschworen wurde. Und hoffen wir, dass wir es schaffen, die Erde ohne Menschenopfer fruchtbar zu erhalten. Ansonsten werden wir irgendwann unsere Götter wieder degradieren müssen.

Ich wünsche Dir und Deiner Familie frohe und fruchtbare Astarte (Ostern).


Originally published at oliver.hoffmann.org.

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