Wie man sich aus dem feministischen Nebel herauskämpft

Allen J. Frantzen

(Übersetzung aus dem Englischen Original http://www.allenjfrantzen.com/Men/femfog.html mit Zustimmung des Autors)

#FemFog — jetzt ein Twitter-Meme, mit dem das Geplapper von Hillary Clinton genauso gekennzeichnet wird wie das herumirrender feministischer Legionen — ist ein von mir geprägter Begriff. Ich habe ihm den Vorzug vor “femmist” gegeben, weil “fog” (Nebel) die Gemengelage besser beschreibt, mit welcher der Feminismus den modernen Mann konfrontiert.

Nennen wir es kurz FemFog. Das säuerliche Gemisch aus Opferhaltung und Privilegien, aus dem der moderne Feminismus besteht und mit dem Feministinnen Männer einschüchtern und ausbeuten. Manche Männer sind vom Feminismus so eingeschüchtert, dass sie sich fürchten, eine kritische Haltung dagegen zu entwickeln. Feminismus ist extrem mächtig. Extrem mächtige Bewegungen sollten immer mit Skepsis und Aufmerksamkeit beobachtet werden. Besonders dann, wenn sie Dir Einfluss wegnehmen wollen. Das Ziel des Feminismus ist es, Männer von der Macht zu entfernen, schreibt Jack Donovan (A Sky without Eagles, p. 73). Das Ziel ist nicht, die Macht mit Männern zu teilen. Männer leben heute in einem dichten Nebel männerfeindlicher Propaganda, dem FemFog. Viele Männer wurden darauf trainiert, zu denken, dass Frauen eine ausgebeutete und benachteiligte Minderheit wären, die eine Auszeit verdient hätte. Diese Männer haben dem Feminismus die irreführende Gleichsetzung von Frauenrechten und Bürgerrechten abgekauft (mehr zu dieser Irreführung hier auf Englisch). Sie glauben auch, dass es die Aufgabe — Rolle, Pflicht oder Verantwortung — eines Mannes wäre, herauszufinden, was Frauen wollen und es ihnen zugeben. Rollo Tomassi nennt das den “femininen Imperativ”, wonach Bevorzugungen immer Frauen begünstigen müssen — die Bedürfnisse und das Überleben von Frauen also vor den Bedürfnissen und dem Überleben von Männern Vorrang haben. Das Gegenstück zum “femininen Imperativ” ist der “Wegwerfmann”.

Einige Feministinnen sind aufgebracht, es reicht ihnen ein wenig. Sie wissen, dass der Feminismus nicht das ist, woran sie eigentlich glauben. Aber sie schrecken davor zurück, ihn anzugreifen, weil sie fürchten, dann als Höhlenmenschen dargestellt zu werden.

Im Folgenden beschreibe ich eine Anleitung zur höflichen, entschiedenen und sachlichen Distanzierung von feministischer Propaganda in drei Schritten. Es gibt keine Vorbilder für die Kritik am Feminismus. Unsere Standpunkte werden in den Massenmedien nicht wiedergegeben. Massenmedien und Politik produzieren laufend einen WAW-Nebel (Women are Wonderful — Frauen sind Grossartig), um die Tatsache zu verbergen, dass der Aufstieg der Frauen an die Macht auf Kosten der Männer geht. Der FemFog lässt Männer im Dunkeln oder zumindest im Unklaren und sorgt dafür, dass Männer in der Defensive bleiben. Die Feministinnen wollen, dass wir Platz machen und die Tür aufhalten, damit sie hereinspazieren und unsere Wohnung ausräumen können. Genau das passiert jetzt.

Männer, die in diesem Nebel herumirren, nenne ich FUM (fogged up men, vernebelte Männer, könnte man aber auch anders interpretieren). Sie sind vielleicht keine Feministen, aber bei ihren Wanderungen durch die Nebel der Politik und der Frauenpolemik bekommen sie den Eindruck, sie sollten Feministen sein. Sie denken, Feminismus wäre für Alle gut und sie wollen nett zu Frauen sein. Das Leben im FemFog ist der Preis für weibliche Anerkennung und weibliche Zustimmung. Viele heterosexuelle Männer dürsten danach, weil Männer Sex mit Frauen wollen und wissen, dass angebetete Frauen eher bereit sind, sexuelle Zugeständnisse zu machen. Weiter unten werde ich argumentieren, warum man außerhalb des FemFog besseren Sex haben könnte als innerhalb.

Das Ziel dieses RP-Artikels (red pill, rote Pille) ist es, mitzuhelfen, den Nebel feministischer Propaganda zu lichten. Nimm Dich an Deinen Eiern (GYB, Grab Your Balls) und sei der Mann, der Du sein willst, ohne über Deine Schulter zu schauen, ob sie Dich OK findet. Männer im FemFog nehmen die blaue Pille (BP, blue pill). Wenn Du die RP wählst, verlässt Du den Nebel.

Eine Anleitung in drei Schritten:

  1. Sei unabhängig. Fühle Dich nicht verpflichtet,ein Feminist zu sein. Du musst kein Feminist sein, um ein guter Mann zu sein.
    Im Detail: Wie alle zwanghaften Bewegungen kann Feminismus von intelligenten Menschen in die Schranken gewiesen werden. Viel moderner Feminismus hat nichts mit Gerechtigkeit zu tun — verglichen mit Feminismus der ersten Welle (in welchem zum Beispiel Männer das Wahlrecht auf Frauen ausgeweitet haben). Heute ist er eine Ausrede für Ungerechtigkeit, wie Helen Smith, Warren Farrell, Roy F. Baumeister und viele mehr in teilweise über 20 Jahre alten Büchern nachgewiesen haben. Ihr — oder in manchen Fällen sein — Standpunkt wird sein, dass Du entweder ein Feminist bist oder ein primitiver Macho, ein Nazi, Höhlenmensch oder irgendeine andere Version wie ein Frauenhasser. Bewahre in jeder Phase Deinen Humor und Deinen inneren Ausgleich. Erweise Dich als bedächtiger, gut informierter Mann, dem Gerechtigkeit für Männer genauso ein Anliegen ist wie Gerechtigkeit für Frauen, ein Mann, dem Gerechtigkeit für Menschen ein Anliegen ist.
  2. Sei gut informiert. Wenn Du etwas sagst, unterscheide zwischen Zahlen und Beurteilungen und baue Deine Diskussionen mit Feministinnen auf Zahlen auf.
    Im Detail: Zahlen sind Fakten. Beurteilungen sind Meinungen. Einige Beispiele:
    “Meine Frau hat einen Streit angefangen”: Eine Beurteilung (hört sich wie eine Darstellung an, um ihr die Schuld zu geben).
    “Meine Frau und ich haben gestritten”: Eine Tatsache, ein Faktum (Ihr habt entweder gestritten oder nicht).
    “Der Film hat zwei Stunden gedauert”: Eine Zahl. 
    “Der Film war langweilig”: Eine Beurteilung. Wenn Du gelangweilt warst, dann sage: “Der Film hat mich gelangweilt.” Das ist keine faktische Feststellung über den Film, aber über Dich.
    Beurteile nichts, bevor Du Zahlen und Fakten als Grundlage dieser Beurteilung vorgebracht hast. Verallgemeinere nicht. Fange keinen Satz mit “Frauen sind” oder “Männer sind” an, weil danach sehr wahrscheinlich eine Verallgemeinerung folgt und daher eine Beurteilung. “Frauen” und “Männer” sind keine sinnvolle Kategorie, weil nicht alle Männer und Frauen gleich sind. “Schwule” ist keine sinnvolle Kategorie, weil nicht alle Schwulen gleich sind. Konzentriere Dich auf Einzelheiten und von Zahlen gestützten Aussagen. Frage nach, woraus sich ihre oder seine Meinung ableitet. Etwas, was sie irgendwo gehört hat oder wovon sie einfach so weiß, dass es wahr ist? Der zweite Fall ist einfach nicht gut genug.
  3. Sei diszipliniert. Bleib bei den Fakten. Dafür musst Du die Statistiken über die Situation der Männer in der heutigen Welt beherrschen. Lese und merke sie Dir.
    Im Detail: Erkundige dich über die Situation der Männer. So ist es zum Beispiel wahr, dass die top 5% Erfolgreichsten mehrheitlich mänlich sind. Allerdings sind auch die untersten 5% männlich, also die chronisch Erfolglosen. Feministinnen reden gerne über die gläserne Decke. Du kannst Dich mit der Information revanchieren, dass es einen gläsernen Keller gibt, von dem sie nichts wissen. Dazu gibt es viel Information in den folgenden drei Büchern:
    Roy F. Baumeister, Is There Anything Good About Men? (2010). For the glass cellar and the “male extremity pattern,” see pp. 32–34
    Warren Farrell, The Myth of Male Power (1993). Vor allem “The Death Professions” und folgende, pp. 106–19.
    Wichtig, aber weniger bekannt ist auch Tim Goldich, Loving Men, Respecting Women: The Future of Gender Politics (2011).
    Diese Bücher musst Du nicht alle lesen. Vermutlich wirst Du von den ersten paar Kapiteln schon ordentlich durchgerüttelt, mehr brauchst Du nicht. Wenn die Feministin Deine Zahlen anzweifelt (“Das stimmt nicht” oder “Ich glaube Dir das nicht”), überprüfe ihre Glaubwürdigkeit. Dazu fragst Du: “Woher hast Du Deine Informationen? Hast Du andere Informationen oder nur Vermutungen oder reagierst Du nur gerade auf eine Meinung oder auf Zahlen, die Du noch nicht kennst?” Wahrscheinlich hat sie keine Zahlen. Mach weiter.

Denke bei der Entwicklung Deiner Argumente daran, dass 90–95% der Arbeitsunfälle Männer betreffen, vor allem Familienväter, die solche Arbeiten annehmen, weil sie gut bezahlt werden. Frauen sind auch in gefährlichen Berufen unterrepräsentiert. Frauen fliegen Jumbo Jets, führen Multinationale Unternehmen, treten als Vertreter der Staatsgewalt auf und als Soldatinnen. Warum fehlen sie bei den Bauarbeitern, Minenarbeitern, in der Müllabfuhr und ähnlichen Berufen?

Frage die Feministin oder den Feministen, was er oder sie über das Konzept des “Wegwerfmannes” denkt. Weiß er oder sie, wie viele Männer beim Bau des Panamakanals gestorben sind (75.000) oder dass es nach Schätzungen beim Bau der Panama-Eisenbahn vier Mal so viele waren? (Siehe dazu ähnliche Statistiken im Buch von Warren Farrell) Ungefähr 6700 Menschen sind seit 2001 im Krieg gegen den Terror gestorben, davon 161 Frauen. Das sind 2,5%. Denkt er oder sie, dass das eine gerechte Aufteilung der Last der Landesverteidigung ist? Stellt für ihn oder sie die gleiche (50/50) Verteilung von Gefallenen ein feministisches Ziel dar? Warum nicht?

Erinnere Deinen Freund daran, dass von Männern erwartet wird, für Frauen zu sterben. Männer sollen zum Beispiel in Katastrophen Fluchtorte für Frauen aufgeben. Warum? Die Überlebensrate reicher Männer auf der Titanic (welche 1912 gesunken ist) war 34%. Die Überlebensrate der ärmsten Frauen war 46%. Rettungsboote sind mit leeren Plätzen von Schiff gegangen, weil Männer zurückbleiben wollten. Die gestorbenen Männer waren die Patriarchen, wie Baumeister sagt (Seite 163). Das war die gleiche Sorte Männer, die dafür gestimmt haben, das Wahlrecht auch Frauen zu geben (oder denkt jemand, Frauen hätten das ganz allein getan?). Wessen Leben waren auf diesem Schiff mehr wert, und welche weniger? Die Überlebensrate bei Frauen war insgesamt 74%. Für Männer 16%.

Bleib beständig bei dem Argument, dass Männer immer als verzichtbar und entsorgbar gesehen wurden, dass immer erwartet wurde, dass die ihr Leben und ihr Glück für Frauen opfern. Eine weibliche Feministin sieht wahrscheinlich alle Männer als Patriarchen (siehe der Aufsatz dazu auf Englisch), aber Du hast ihr schon gezeigt, dass 1) die meisten Männer keine Patriarchen waren, sondern Arbeiter und 2) dass das längere Leben der Frauen mit kürzeren Leben für Männer erkauft wurde. An diesem Punkt wird der weibliche oder männliche Feminist wahrscheinlich die Diskussion beenden wollen, weil er oder sie erkennt, dass Du mit Statistiken bewaffnet bist und er oder sie nicht.

Wenn Du die drei Schritte befolgst, wirst Du Deine Argumente anbringen. Du musst die Diskussion nicht “gewinnen”, aber wenn Du Dich gut geschlagen hast, wird der Feminist etwas zu zweifeln beginnen. Und Du hast damit auch bewiesen, dass Du gut informiert, fair, scharfsinnig und selbständig bist — mit anderen Worten, ein männlicher Mann.

Denke, während Du den FemFog aus Deinem Leben hinausbläst, daran, dass Feministinnen, im Gegensatz zu Dir, keinen großen Wert auf Information zu legen scheinen, weil sie durch ihren Opferstatus moralische Gewissheit haben. Viele haben mindestens ein Jahr Gender Studies hinter sich und sie wurden von Frauen darauf trainiert, Männer zu bestrafen und es Männern so richtig zu zeigen. Sie hat ihren Angriff jahrelang vorbereiten können. Du beginnst erst, Verteidigung zu üben. Jetzt hast Du eine Anleitung für die Gegenoffensive.

Und was ist mit Sex?

Du denkst jetzt: Ich werde meine Argumente anbringen und sie wird mich verlassen. Das bezweifle ich. Große Flirtseiten wie “The Rational Male” betonen regelmäßig, dass starke, erfolgreiche Männer attraktiver sind als schwache Männer. In der Geschlechterpolitik sind schwache Männer “Mama, darf ich? Feministen” (die Bezeichnung kommt von Donovan, aber Alternativen wie “Liebling, darf ich” sind genauso unmännlich). Schwache Männer lassen ihre Ansichten zu Sex und Geschlecht durch die Zustimmung von Frauen festlegen.

In den oben beschriebenen drei Schritten zeigst Du, dass Du gut informiert, selbständig und selbstbewusst bist und dass Du die Disziplin und Ausdauer für eine gute Argumentation hast. Es geht nicht darum, ihre Meinung zu ändern. Es geht Dir darum, den Standpunkt eines Mannes klar zu machen. Ein Mann, der selbständig denken kann und etwas weiß ist männlicher als ein unterwürfiger Feminist, der Angst hat, seine Meinung zu äußern. Das wird sie wohl mitkriegen. Stärke ist sexy. Feigheit ist nicht sexy. GYB.

Wie man seine Mannsein und seine Männlichkeit verteidigt, hat Dir wohl niemand beigebracht. Die Feministin denkt, ein vernünftiger Mensch kann ihr nicht widersprechen. Wie kannst Du mir widersprechen? Ich bin eine Frau. Jetzt musst zeigen, dass Du einem angeblichen Opfer widersprechen kannst, ohne zu vorurteilsvoll zu erscheinen.

Lass jede Form der Abwertung weg. Sag über Männer und Frauen als Gruppen gar nichts. Verwende nur Zahlen und weise Deine Freundin darauf hin, dass Du das tust. Jede angeführte Zahl hat einen doppelten Nutzen: 1) Sie enthält Information 2) Sie zeigt, dass Du gut informiert bist, Du weißt etwas.

Du kannst beurteilen. Aber wenn Du Deine Beurteilungen in eine Diskussion mit einer Feministin einfließen lässt — welche, wette ich, mit Beurteilung nicht lange wartet und Dich sofort bekämpft — bist Du im Nachteil. Sie wird Deine Beurteilungen voraussehen. Sie denkt, sie kennt das alles schon. Deine Fakten wird sie nicht voraussehen.

Wenn du es bis hierher schaffst, brauchst du keine weiteren Tips mehr. Dein Kopf wird vom FemFog befreit sein und Du wirst gezeigt haben, dass Du weiblichen und männlichen Feministen widersprechen kannst, weil Du mehr über Geschlechterungleichheit weißt als sie und dass Du einen anderen Standpunkt hast, den sie wahrscheinlich noch nie gehört hat. Wie ich im Artikel über den zwanghaften Feminismus (auf Englisch) beschrieben habe, werden als Alternativen nur mehr “Feminist” oder “schlecht” anerkannt. Jetzt steht Dir ein anderer Weg zur Verfügung — vernünftig, gut informiert, selbstsicher und eines maskulinen Mannes angemessen.