Oliver Tacke
Nov 18, 2016 · 1 min read

Wieder ein schöner Beitrag von dir. Ich werde ihn gleich einmal weiterempfehlen.

Da du in die Richtung “Maschinenlernen/künstliche Intelligenz” ja noch weiter denken möchtest (und ich gerne mit, wozu mache ich gerade eine Fortbildung zu dem Thema :-) ):

“Oft ist die genaue Funktionsweise von Algorithmen zudem Spekulation, da Unternehmen wie Google, Amazon und Facebook diese aus Wettbewerbsgründen nicht vollständig offen legen”

An diversen Stellen könnten dir Google&Co. sogar ihre Algorithmen präsentieren, und du wärst trotzdem nicht schlauer. Wenn beispielsweise Inhalte oder Personen klassifiziert werden, können dahinter Algorithmen stecken, die man heute dem Maschinenlernen zurechnet. Selbst wenn der Quelltext dafür offengelegt würde, könntest du damit ohne die Parameter zum Einstellen wenig anfangen. Die sind ausschlaggebend dafür, was der Algorithmus ausspuckt.

Nun könnte man natürlich sagen: “Nehmen wir die Parameter halt auch noch mit!” Selbst das hilft nicht zwingend weiter. Bei neuronalen Netzen kannst du die genaue Konfiguration inklusive der Abläufe für die Aktualisierung auf deiner Mikroebene kennen, aber dennoch nicht unbedingt ohne Weiteres vorhersagen, was auf der Makroebene passiert oder nach einem Aktualisierungsschritt passieren wird. Das Herauszufinden muss nicht unmöglich und kann je nach Szenario einfach sein, kann aber ebenso gut einen wirklich erheblichen Aufwand erfordern. Das Schlagwort Emergenz fällt mir hier ein. Du deutest das mit AlphaGo ja auch bereits selbst an.

Kurzum: Die Konsequenzen von Tun oder Unterlassen vorherzusagen, könnte noch schwieriger sein, als du es ohnehin schon beschreibst.

Kennst du eigentlich den Roman “The Shockwave Rider”? Die meisten Menschen haben darin das Gefühl, ihr Leben könnte durch all die über sie kursierenden Daten komplett aus der Bahn geworfen werden.

Oliver Tacke

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