10 Gründe warum Berufspendeln zum Burnout führt… und was du dagegen tun kannst

Und wir kennen alle die Gruselgeschichten über Burnout. Man selbst denkt “mir passiert das nicht” und gleichzeitig kennt jeder, der über einen längeren Zeitraum zur Arbeit gependelt ist das matte abgeschlagene Gefühl komplett ausgelaugt zu sein, wenn man abends nach Hause fährt.

Und doch gehört kilometerweites Pendeln im Auto, Bus oder der Bahn für die meisten Beschäftigten zum Alltag. Im Schnitt pendelt ein Arbeitnehmer 17 km pro Wegstrecke. Also mindesten eine Stunde Lebenszeit pro Tag…

Hier sind die Top 10 der Gründe warum zur Arbeit pendeln tatsächlich eine der Ursachen für Burnout ist und nicht unterschätzt werden sollte!


1. Abhängigkeit vom Verkehr

Viele Pendler sind vom Auto abhängig und setzen sich so einem großen psychischen Druck aus. Regelmäßige Staus zur “Rush-Hour” oder unvorhergesehene Verzögerungen sorgen für Hektik die nicht nur Unfallrisiken erhöht, sondern auch die mentale Belastung und den Puls in die Höhe schnellen lässt. Zweimal am Tag 30–60 Minuten erhöhte Aufmerksamkeit und Dauerstress kann nicht gesundheitsförderlich sein.

2. Weniger Schlaf

Bei einer durchschnittlichen Pendelstrecke von 17 km geht dem Pendler jeden Tag mindestens eine komplette Stunde allein für die Fahrt verloren. Nicht mit eingerechnet sind hier Umstiegszeiten, Staus oder sonstige Verzögerungen. Es bleibt meist zu wenig erhohlsamer Schlaf übrig, da der Pendler entsprechend früher aufstehen muss. Diese Situation kann über Jahre hinweg deutliche psychische Folgen zeigen.

3. Durchorganisiertes Leben = Stress

Wer pendelt muss sich entweder an fixe Abfahrtszeiten der Züge halten oder den allmorgentlichen Stau mit einplanen und entsprechend früher aufstehen und losfahren. Diese zusätzliche Belastung in der Organisation des Alltags kann bei vielen Menschen zu einem permanenten Stresslevel führen. Das Leben muss komplett durchorganisiert sein, der Pendler muss diszipliniert, strukturiert und koordiniert sein. Ein verschlafener Wecker kann zum morgendlichen Super-GAU auf der Autobahn führen und ein letztes wichtiges Telefonat im Büro kann durch den verpassten Zug den Feierabend um eine weitere Stunde hinauszögern.

4. Weniger Freizeit: weniger Erhohlung & Sport

Durch die verlorene Freizeit bleibt vielen Pendlern keine Zeit für längere eigenbestimmte Erhohlungsphasen oder regelmäßige sportliche Betätigung in Sportvereinen. Sie sind getrieben von dem durchgetakteten Tagesablauf und kommen durch verkehrsbedingte Verzögerungen oft zu spät nach Hause um sich wirklich bewusst Zeit für die Familie und sich selbst zu nehmen.

5. Öffentliche Verkehrsmittel können vor allem in ländlichen Gebieten für Ärger sorgen

Pendler, die auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen sind können besonders von unvorhersehbaren Verzögerungen und Ausfällen betroffen sein. Teilweise werden einzelne Strecken nur bedingt befahren und so ist die Abfahrtszeit auf dem Heimweg oder der morgendliche Umstiegszeitpunkt eine kritische Stressituation für den Pendler. Der Stress beim Pendeln kann in den Arbeitstag oder in die Freizeit verschleppt werden und verringert die Produktivität und Ausgeglichenheit.

6. Das tägliche Todesrisiko beim Pendeln mit dem Rad

Etwas übertrieben dargestellt ist jedoch die tägliche Fahrt mit dem Rad nicht zu verachten. Durch das stark gestiegene Verkehrsaufkommen in den Vorstädten und die teilweise schlecht ausgebauten Radwege kommt es für den Rad-Pendler oft zu kritischen Verkehrssituationen. Von einer entspannten Radtour kann für viele Pendler nicht die Rede sein.

7. Auch eine Fahrgemeinschaft kann sich wie Kontrollverlust anfühlen und Stress verursachen

Verschiedenen Quellen nach sind die Mitfahrer einer Fahrgemeinschaft sogar größeren Anspannungen ausgesetzt als die Fahrer selbst. „Passagiere in Fahrgemeinschaften fühlen sich, als hätten sie keine Kontrolle. Das verursacht ihnen Stress, bevor sie überhaupt am Arbeitsplatz ankommen.“ Außerdem richtet sich der eigene Tagesablauf nun noch mehr nach anderen Personen mit eigenen Interessen.

8. Die Distanz von der Haustüre zur Arbeit wird von Jahr zu Jahr größer…

2004 betrug die Distanz zwischen Haustür und Büro im Schnitt noch weniger als 15 Kilometer. Letztes Jahr waren es bereits 17 Kilometer was also mindestens einer halben Stunde pro Strecke entspricht (= insgesamt 1 Std. verlorene Lebenszeit pro Tag).

In Deutschland sind über acht Millionen Arbeitnehmer jeden Tag länger als eine Stunde lang zwischen Wohnung und Arbeitsplatz unterwegs. Gründe dafür sind der teure Wohnraum in der Stadt und die Konzentration von Arbeitsplätzen in großen Ballungsgebieten.

9. Wochenendpendeln belastet die Beziehung

Es pendeln ca. eine Million Menschen in Deutschland jedes Wochenende nach Hause oder zum Partner um wenigstens ein paar Stunden Zeit mit der Familie oder der Liebsten zu verbringen. Diese wöchentliche Tortur zehrt nicht nur an den Nerven des Fahrenden sondern belastet auch die beste Beziehung auf Dauer. Dieser Stress im Privatleben addiert sich unbemerkt noch auf den Berufsalltag hinzu.

10. Je größer die Stadt, desto anstrengender der Arbeitsweg

Je mehr Personen zur Arbeit pendeln, desto mehr sind gleichzeitig auf den Straßen oder in der Bahn unterwegs. Entsprechend steigt die mentale Belastung für den Einzelnen. Vor allem für Pendler die mit dem Auto in größeren Städten unterwegs sind erhöht sich der Druck und der Stress.


Die Auswirkungen des Pendelns

Laut verschiedenen Studien wird es gefährlich, wenn Pendler kaum Entspannung, Freizeit oder Regenerationsmöglichkeiten mehr haben. Dies gilt vor allem wenn der Pendler nicht unbedingt freiwillig jeden Tag weite Strecken fährt und keine berufliche Alternative zum täglichen Pendelstress besteht. Das kann zu psychischen Problemen wie Depressionen und Burnout oder körperlichen Leiden wie Schlafstörungen, Herzinfarkten oder sogar zu Schlaganfällen führen

In Kanada untersuchte Annie Barreck von der Université de Montréal das Pendelverhalten von 1.942 Berufstätigen auf die Faktoren Streckenlänge, Zeitdauer sowie die benutzten Verkehrsmittel. Ziel der Studie war es herauszufinden wie das Pendeln die Wahrscheinlichkeit für drei typische Burnout Symptome (Erschöpfung, Zynismus und nachlassende Leistungsfähigkeit) beeinflusst. Sie fand heraus, dass tatsächlich signifikante Zusammenhänge zwischen dem Pendelverhalten und der Häufigkeit von Burnout-Symptomen besteht. Beispielsweise nimmt das Risiko für Burnout-Symptome deutlich zu, wenn die Fahrt länger als 20 Minten dauert. Ab 35 Minuten steigt das Risiko für eine zynische Einstellung zur Arbeit.

„Es gibt eine Korrelation zwischen pendelbezogenen Stressfaktoren und der Wahrscheinlichkeit, ein Burnout zu erleiden“ so die Forscherin

Die Lösung?

Flexiblere Arbeitszeit-Regelungen der Arbeitgeber würden vielen Pendlern entgegenkommen. So müssten die Pendler keine Angst mehr haben, zu spät zu kommen oder könnten dem Berufsverkehr zeitlich ausweichen.

Home Office?

Eine weitere Möglichkeit den vielen negativen Faktoren des Berufspendelns zu entgehen sind regelmäßige Home-Office Tage, die nicht nur mehr Freizeit bedeuten, sondern am Ende auch weniger Stress in der Alltagsplanung. Möchten Sie auch dem Pendelstress entge hen, ihre Familie länger sehen, mehr Freizeit haben und mehr Home Office verhandeln?

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