Phantom Synchron — Soundtrack einer Stadt

Eine akustische Ortserkundung für aktives Publikum, 40 mobile Lautsprecherboxen, zwölf Instrumente und zahlreiche Komparsen

4.9. — 5.9.2015, Weimar

Der Regisseur Enrico Stolzenburg, die Komponistin/Klangkünstlerin Kirsten Reese, der Komponist Daniel Ott und der Game-Designer Sebastian Quack entwickelten 2015 für das Kunstfest Weimar ein experimentelles Format zwischen partizipativem Klangspiel und lebendiger Konzert-Installation.

Das Publikum war eingeladen, synchronisierte Soundboxen durch den Raum zu bewegen und sich so aktiv an der “Vertonung” von sechs Schauplätzen in Weimar zu beteiligen: Wimaria Stadion, Tiefgarage Atrium, ehemalige Justizvollzugsanstalt, Römisches Haus am Ilmpark, Schlosshof, Theaterplatz.

Im Zusammenspiel des Publikums mit 12 Livemusikern und zahlreichen mitwirkenden lokalen Gruppen/Akteuren entstanden innerhalb von 24 Stunden sechs einzigartige Klangbilder, in denen sich Realität, Geschichte und Fiktion wie Phantomspuren überlagerten und die den Ort akustisch transormierten.

Video: Christoph Blankenburg

Spielprinzip

Die Exkursionen starteten zentral am Theaterplatz, wo an das Publikum Sound-Boxen (bis zu 40 Stück) verteilt wurden. Auf dem Weg zu den Spielorten erklangen aus den Boxen einfache Spielanweisungen (Richten der Lautsprecher, Bewegungen mit den Lautsprechern), die mit der Handhabung und den Möglichkeiten der Sound-Box vertraut machten.

Am Spielort zeigte eine große Funkuhr den Beginn der “Vertonung” an.
Jede Soundbox spielte eine durchkomponierte Tonspur (mit individuellen Sounds, 5 bis 40 unterschiedliche Spuren pro Vertonung), mit denen Klänge und Atmosphären im Raum positioniert werden konnten.

Auf jeder Box befand sich unter Plexiglas ein Positions-/Spielplan, die dem Zuschauer über Zeit- und Ortsangaben (Figuren auf dem Plan) bedeutete, wie sie in die entstehende Szenerie hineintreten konnten. Die Zeiten und Orte auf den Boxen unterschieden sich, so dass sich unterschiedliche Verweilorte für das mitwirkende Publikum ergaben und sich Choreografien aufbauten — in intimen Situationen und in großen Gruppen.

Verteilung der Soundboxen am Theaterplatz – Übungen mit Soundboxen auf dem Weg zum Schauplatz — Die große Digital-Uhr ist immer dabei!
Kurz vor Start der Vertonung — das Publikum betritt den Schauplatz — individuelle Momente mit Publikum und Musikern
Kombinierte Flyer und Spielpläne in den Soundboxen, in die die jeweiligen Positionen und Zeiten für das Publikum eingetragen wurden — Grafik: Michael Rudolph

Schauplätze

Hier eine Übersicht über die sechs Schauplätze in Weimar, die das Publikum gemeinsam mit den Musikern und Komparsen zu ganz unterschiedlichen Tages- und Nachtzeiten neu vertonte: Wimaria Stadion, Tiefgarage Atrium, ehemalige Justizvollzugsanstalt, Römisches Haus am Ilmpark, Schlosshof, Theaterplatz — Orte mit individuellem Charakter und spezieller Bedeutung für die Stadt.

16:00 — Wimaria Stadion
21:00 — Tiefgarage Atrium
24:00 — ehemalige JVA
5:30 — Römisches Haus im Ilmpark
14:00 — Stadtschloss
16:00 — Theaterplatz