Analyse der Übereinstimmung der Parteien bei der Landtagswahl 2016 auf Basis ihrer Wahl-o-mat-Angaben (Teil 1)

Autor: Philipp Ritz

Im März 2016 finden in drei deutschen Bundesländern Landtagswahlen statt. In der politischen Auseinandersetzung im Vorfeld der Wahlen werden immer wieder Parteien und ihre Positionen miteinander verglichen. Gerade weil diese Streitereien oft mit kindischer Sturheit und einem fanatischen Eifer geführt werden, halte ich eine Versachlichung für dringend geboten.

Als Anhänger wissenschaftlicher und analytischer Methoden, habe ich mir die Mühe gemacht und die Angaben der rheinland-pfälzischen Parteien im Wahl-o-mat 2016 (Bundeszentrale für politische Bildung, http://www.bpb.de/politik/wahlen/wahl-o-mat) zusammengetragen und analysiert.

Zur Vereinfachung habe ich lediglich folgende Parteien in die Analyse einbezogen: SPD, CDU, Grüne, FDP, ALFA, AfD, Linke, NPD. Fairerweise ist hier zu erwähnen, dass auch noch ein paar weitere Parteien an der Landtagswahl in Rheinland-Pfalz teilnehmen.

Die Bundeszentrale für politische Bildung hat die Parteien um Stellungnahmen zu 38 Thesen gebeten und im Wahl-o-mat hinterlegt, ob die Partei der These zustimmt, ihr nicht zustimmt oder der These neutral gegenüber steht. Nutzer des Werkzeugs erfahren nachdem sie ihrerseits die Thesen bewertet haben, den Grad der Übereinstimmung ihrer Antworten mit dem der Parteien. Für politisch weniger interessierte Menschen kann der Wahl-o-mat eine hilfreiche Unterstützung sein. Für politische Menschen ist sie in der Regel zumindest einenette Spielerei.

Während also der Wahl-o-mat die Zustimmung zwischen Benutzer und Partei ermittelt, interessierte mich die Anzahl der Übereinstimmungen der Parteien untereinander. Konkret habe ich daher die Anzahl der Übereinstimmungen der Parteien gezählt. Stimmten beide Parteien (A und B) einer These zu, zählte dies als eine Übereinstimmung. Lehnten beide die These ab oder standen ihr neutral gegenüber, wurde dies ebenso als Übereinstimmung gewertet. Kritisch kann man hier natürlich einwenden, dass die Gründe für eine bestimmte Haltung mannigfaltig sein können und daher nicht zwangsläufig von einer politischen Übereinstimmung gesprochen werden kann. Dies ist natürlich zutreffend. Auch dürften die Parteien die Bedeutung der Themen unterschiedlich gewichten, sodass ebenfalls eine Unschärfte entstehen. Weiterhin ist anzumerken, dass die Parteien keine Parteitage über diese Thesen abstimmen lassen. Manche Antworten dürften sich daher in den Wahlprogrammen durchaus wiederfinden, während andere Antworten vielleicht ad-hoc von den Parteivorständen speziell für den Wahl-o-mat beantwortet wurden.

Diese Einwände ausblendend habe ich nach Ermittlung der Übereinstimmungen für die Parteipaare (SPD/CDU, CDU/FDP, ALFA/Linke, etc.) den Anteil der Übereinstimmungen an allen Antworten in Prozent ermittelt. Das Diagramm zeigt: Die geringsten Übereinstimmungen weist die Allianz für Fortschrifft und Aufbruch (ALFA) mit der Linken auf. Die meistens Gemeinsamkeiten finden sich hingegen bei Grünen und Linken.

Um diese Zusammenhänge etwas bildlicher darzustellen, habe ich die Abstände der Top 5/Bottom 5 grafisch auf der Basis ihrer politischen Distanz dargestellt:

Politische Distanz (kleinerer Abstand = mehr Übereinstimmung)

Fazit:
Eine Koalition zwischen der AfD und der Linken sowie den Grünen und der AfD wird man wohl so schnell nicht sehen. Überraschend ist dies nicht. Interessanter dürfte da sein, dass die CDU relativ viele Übereinstimmungen mit den beiden neuen Parteien ALFA (57,89%) und AfD (55,26%) aufweist.

P.S:
Bald finden Sie hier auch die Zahlen für Baden-Württemberg!

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