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Bitcoin: 726 Mio. Euro zusätzliche Steuereinnahmen für das Steuerjahr 2017 durch Kryptowährungen

Philipp Sandner
Jan 22, 2018 · 9 min read

Kryptowährungs-Transaktionen aus dem Steuerjahr 2017 führen nun zu 726 Mio. Euro zusätzlichen Steuereinnahmen. Diese zusätzlichen Steuereinnahmen entsprechen etwa 1% des Einkommensteueraufkommens aus 2016. Dieser Betrag muss von Anlegern im Rahmen der Steuererklärung 2017 deklariert werden. Kryptowährungen erfreuen sich einer zunehmenden Beliebtheit. Wurden Digitalwährungen anfangs nur von IT-affinen Nutzern gehandelt und verwendet, setzen sich nun erste namhafte Bankinstitute, Finanzbehörden und Regierungen damit auseinander. Im Jahr 2017 waren die Kurszuwächse enorm, wodurch konsequenterweise beträchtliche Gewinne auf Seiten der Anleger realisiert wurden. Um der rasant steigenden Bedeutung von Kryptowährungen als Zahlungsmittel gerecht zu werden, soll eine steuerrechtliche Würdigung und das damit einhergehende Steueraufkommen aufgezeigt werden.

Autoren: Klaus Himmer, Philipp Sandner. Weitere Informationen zum Frankfurt School Blockchain Center im Internet, auf Twitter oder auf Facebook.

Einleitung

Anfänge der dezentralen Blockchain-Technologie

In den vergangenen Jahren wurde die zugrundeliegende Blockchain-Technologie des Bitcoins aufgegriffen und weiterentwickelt. Der Kerngedanke der dezentralisierten Blockchain-Technologie ermöglicht neue Anwendungsmöglichkeiten und veranlasst nicht nur die Auflage von Zahlungsmitteln bzw. Assets; sie wird auch zur Unternehmensfinanzierung im Rahmen sogenannter Initial Coin Offerings (ICO) genutzt. Der Begriff ist in Anlehnung des englischen Wortes des Börsengangs (Initial Public Offering bzw. IPO) geprägt worden. Dabei werden Tokens begeben, jedoch liegt der Unterschied darin, dass Investoren keine Anteilseigner des Unternehmens sind. Je nach Ausgestaltung des begebenen Tokens erhalten Investoren Güter, Dienstleistungen oder ähnliche wirtschaftliche Vorteile nach erfolgreicher Entwicklung des Unternehmens. Trotz zunehmender Warnung vor Totalverlusten von nationalen Aufsichtsbehörden stiegen die Kurse der Kryptowährungen.

Entwicklung der Blockchain zur Anwendung von Smart Contracts

Steuerrechtliche Einordnung und steuerstrafrechtliche Risiken im Rahmen der Veranlagung

Gesetzgeberischer Regelungsbedarf zur evidenten Einordnung

Heuristische Einschätzung des Steueraufkommens

Anwendungsproblematiken mangels Informationsbasis

Lösungsansätze zur Verarbeitung der Informationslage

Zusammenfassung

Anmerkungen

Wollen Sie mehr darüber erfahren, wie die Blockchain-Technologie unsere Welt verändern wird?

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Unsere beiden Bücher: das erste über Blockchain und Gesellschaft und das zweite über Blockkette und Finanzen

Autoren

Prof. Dr. Philipp Sandner hat das Frankfurt School Blockchain Center (FSBC) gegründet. In den Jahren 2018 und 2019 wurde er von der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ), einer der größten Zeitungen in Deutschland, als einer der “Top 30”-Ökonomen ausgezeichnet. Darüber hinaus gehörte er zu den “Top 40 unter 40” — einem Ranking des Wirtschaftsmagazins Capital. Seit 2017 ist er Mitglied des FinTechRats des Bundesministeriums der Finanzen. Die Expertise von Prof. Sandner umfasst die Blockchain-Technologie, Kryptowerte wie Bitcoin und Ethereum, den digitalen programmierbaren Euro, Tokenisierung von Assets und Rechten und letztlich digitale Identität. Erreichbar ist er per E-Mail (email@philipp-sandner.de), per LinkedIn oder auf Twitter (@philippsandner).

Referenzen

[2] Ebenda, Rn. 51.

[3] BMF, Antwortschreiben an Frank Schäffler MdB vom 07.08.2013 zur schriftlichen Frage Nr. 408 für den Juli 2013, IV C 1 — S 2256/0–01.

[4] Zu den Mitwirkungspflichten des Steuerpflichtigen gehört insb. die vollständige und wahrheitsgemäße Offenlegung der Besteuerungsgrundlage (vgl. § 90 Abgabenordnung, AO)

[5] Steuerhinterziehung begeht u.a. derjenige, der die Finanzbehörden pflichtwidrig über steuerlich erhebliche Tatsachen in Unkenntnis lässt und dadurch Steuern verkürzt (vgl. § 370 Abs. 1 Nr. 2 AO). Die Rechtsfolgen reichen von Geld- bis zu zehn Jahre Freiheitsstrafe.

[6] www.similarweb.com (abgerufen am 05.01.2018); Der deutsche Anteil am Traffic derartiger Tauschbörsen variiert stark. Den größten Anteil hat Deutschland mit 75 % am Traffic der Handelsplattform bitcoin.de. Die Nutzeranzahl kann vereinzelt aus den Geschäftsberichten der Börsenbetreiber entnommen werden.

[7] www.coinmarketcap.com (abgerufen am 05.01.2018).

[8] www.similarweb.com (abgerufen am 05.01.2018); Der deutsche Anteil am Traffic-Aufkommen der höchstgerankten Themenseiten liegt bei ca. 3,5%.

[9] Der individuelle Steuersatz bei Privatpersonen kann zwischen 0 und 45 % liegen. Betriebliche Investoren unterliegen in der Regel einer Ertragsbesteuerung mit Körperschaft- und Gewerbesteuer von ca. 30 %.

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