Ich habe einen Großteil meiner Ersparnisse in das neue Bitcoin investiert. Hier ist das Ergebnis.

Direkt vorab ein wichtiger Hinweis: Folgende Zeilen sind nur bedingt zur Nachahmung empfohlen. Noch möchte ich irgendjemanden da draußen das bekannte Angst-Etwas-Zu-Verpassen-Gefühl (FOMO) vermitteln, was durchaus zu unüberlegten Handlungen führen kann. Nachfolgend geht es um Geld und eine Investition in eine neue Technologie, die ihre eigene Währung besitzt.

Bitte beachtet auch das Update weiter unten!

Die Rede ist von Ethereum. Zuerst hörte ich Anfang des Jahres davon, es wurde mir als neues Bitcoin in meine Twitter-Timeline gespielt. Damals, um 2009 rum, hatte ich mir mal 0.3 Bitcoin gekauft und sie mit 50 Euro gewinn für 150 Euro verkauft. Heute wären die 0.3 BTC umgerechnet rund 570 Euro wert. Seitdem hab ich mir immer geschworen — sollte sich irgendwann nochmal eine solche Möglichkeit bieten, werde ich das Risiko eingehen. Und das habe ich mit Ethereum.

Das ist Ethereum

Hier wird es kurz ein bisschen technisch und ich hoffe, dass ich es fehlerfrei erkläre. Falls dich nur der Ausgang meiner Investition interessiert, scroll einfach ein Stück nach unten und skippe diesen Teil.

Ich selbst habe genau genommen in Ether investiert, so heißt die Währung von Ethereum eigentlich. Letzteres ist ein Netzwerk. Auf Coinbase gibt es eine ganz gute, simple Erklärung:

Ether ist eine digitale Währung, die für die Durchführung digitaler Verträge auf dem Ethereum-Netzwerk verwendet wird. Genau wie bei Bitcoin der Fall, wird das Ethereum-Netzwerk nicht von Banken oder Regierungen ausgegeben oder kontrolliert. Vielmehr ist es ein von seinen Nutzern verwaltetes offenes Netzwerk.

Sprich: Die Basis dessen ist das Ethereum-Netzwerk, über das extrem viele Dinge abgewickelt werden können. Komplett ohne Mittelsmann, wie z.B. eine Bank.

Alle Aktivitäten werden aufgezeichnet und verschlüsselt. Eine gewisse Anzahl an Aktivitäten, z.B. Transaktionen (Person A kauft X von Person B) werden zu einem Block zusammengefasst, wie ein Kontoauszug. Dieser Kontoauszug wird durch Computer und ordentlich Rechenleistung verifiziert (mit einem sogenannten Hash-Wert). All diese Blöcke werden aneinander gehängt, deshalb spricht man hier auch von der Blockchain, also der Block-Kette.

Soweit zur Technik. Das spannende am Ethreum-Netzwerk ist, dass es komplett sicher ist. Es basiert auf den Nutzern und durch die Aktivtäten hat jeder Nutzer multiple Verknüpfungen zu anderen. Fällt z.B. der Informationsstrang zu einem Nutzer aus, gibt es ja immer noch die anderen Nutzer, die die Informationen entsprechend bestätigen können. Das ist alles super billig erklärt, zeigt aber, warum es hier eben keine Banken o.ä. benötigt.

Der Unterschied zu Bitcoin?

Immer mehr Freunde fragen mich, wo der Unterschied zu Bitcoin liegt. Auch hier versuche ich mich an einer simplen Erklärung:

Bitcoin ist mehr oder weniger “nur” eine Währung. Aufgezeichnet wird hier folgendes: Person A gibt B die Summe X an Bitcoin. Das wars.

Bei Ethereum können viel mehr Parameter / Bedingungen im Code angegeben werden. Beispiel: Person A gibt Person B die Summe X nur, wenn Bedingung Y erfüllt ist.

Um es noch einfacher zu machen: Denk an Crowdfunding. Schon jetzt gibt es zig Unternehmen, die ihre Anteile über Ethereum kaufbar machen. Ich als Person A gebe dem Unternehmen B die Summe X an Ether. Dadurch erhalte ich automatisch die Summe Y an Anteilen an dem Unternehmen. Somit ist kein Kickstarter oder eine dritte Plattform mehr nötig, um das ganze Funding abzuwickeln. Das macht es sicherer und schützt vor Manipulation.

Zudem können auf dem Ethereum-Netzwerk auch komplette Webapps “installiert” werden wie z.B. Storj, ein dezentrales Google Drive / Dropbox oder Aragon, über die du z.B. Gehälter deines Unternehmens oder Finanzierungsrunden ausspielen / abhalten kannst.

Beide Unternehmen (Storj & Aragon) haben Millionen von US Dollar per Crowdfunding / Investing binnen weniger Tage eingesammelt. Ums vorweg zu nehmen: Der Rubel rollt und das alles dezentral, sicher. Ohne Mittelsmann oder eine Regierung.

Ich hoffe es wird hier schnell klar, wie komplex Ethereum im Gegensatz zu Bitcoin ist, daher bin ich auch fest vom Erfolg des Ganzen überzeugt.


Meine Investition

Nachdem ich von Ethereum erstmal gehört (danke an Sascha für den initialen Tipp) und mir all das Wissen oben angelesen hatte, entschied ich mich für eine Investition. Damals stand ETH noch bei 36 Euro. Ich investierte 1.000 Euro. Relativ schnell stieg der Preis auf 46 Euro, so dass ich nochmal 1.000 Euro nachlegte.

Der Kurs fiel, ich löschte die Coinbase App auf meinem Smartphone und dachte nicht weiter darüber nach. Bis mir Sascha irgendwann bei Twitter schrieb: Schau besser nicht auf den Kurs.

Ich war zu dieser Zeit gerade mit meinem Vater im Urlaub, schaute auf den Kurs und er war weit über 60 Euro. Hier merkte ich erstmals — wow, das könnte echt ne ziemlich spannende Kiste werden. Den Rest des Urlaubes nutzte ich, um noch mehr über Ethereum zu lesen. Ich fand einige tolle Sachen heraus, u.a. wichtige Termine für zwei Konferenzen im Mai, bei denen es wohl tolle News geben würde.

Zurück in Deutschland stieg der Preis plötzlich auf 89 Euro an und ich hatte sorge, dass ich den großen Ausbruch verpassen würde. Hier legte ich mehr als mein Anfangsinvest nach, was ich direkt bereute, weil der Preis erstmal für die kommende Zeit wieder fiel. Einmal sogar auf 70 Euro, wodurch sämtliche Gewinne weg waren. Doch er stieg wieder, meine Zuversicht wuchs. Bei 81 Euro ging ich nochmal mit einem kleineren Invest rein.

In der Zeit stiegen auch zwei meiner Mitarbeiter bei ETH ein, die das, was ich da so trieb, ziemlich spannend fanden.

(Mittlerweile hatte ich mir ein solides Wissen angesammelt, investierte aber nichts weiter. Okay, ich gab Geld für zwei rudimentäre Computer aus, deren einziges Ziel das Mining von ETH ist. Das werde ich an einer anderen Stelle nochmal erklären.)

Ende letzter Woche trat dann der Boost ein — der ETH Preis schoss von 85 Euro auf über 140 Euro, zum jetzigen Zeitpunkt liegt er bei 170 Euro. Mein Investment hat sich in diesem Fall sehr gelohnt und ich habe ein Plus von +130 Prozent machen können, was einfach crazy ist, zumal weit und breit kein Ende in Sicht ist. Ich bin in dem Fall volles Risiko gegangen, wurde aber belohnt.

Trotz aller Sicherheitsvorkehrungen habe ich sämtliche ETH mittlerweile lokal bei mir gespeichert, der Crypo-Wallet-Stick meines Vertrauens heißt dabei Ledger Nano S.

Soweit zu mir, was mich zum letzten Abschnitt meines kleinen Exkurses bringt.


Updates

12.06.2017: Fuck my Life. ETH rastet weiter aus und hat mit 355 Euro gerade den neuen Rekord gebrochen. Gründe dafür sind u.a. eine große Blockhain-Konferenz in China + News, dass China & Russland darüber nachdenken, ihre Währung zu digitalisieren und dabei auf Ethereum setzen wollen. Damit bin ich aktuell bei 370% Gewinn, was einfach sooo crazy ist.

05.06.2017: Die Reise geht weiter! Die alte Höchstmarke wurde geknackt und zwischenzeitlich ging ETH auf über 220 Euro hoch. Aktuell hat es sich auf 218 Euro eingependelt. Bleibt es bei über 220 Euro sind es in meinem Fall 200% Gewinn, was unglaublich krass ist und ich so nie erwartet hätte. Mittlerweile habe ich auch Ripple und Stratis gekauft, in der Hoffnung, dass hier ebenfalls ein Boost kommen kann. Warten wir es ab, ETH Gründer Buterin hat sich zuletzt sogar mit Putin getroffen und über die Möglichkeiten von Blockchain & Ethereum unterhalten. Crazy Times ahead!

31.05.2017: BUTZ! Nachdem der Preis letzten Samstag richtig fies auf 108 Euro fiel, erholte sich der Markt erst langsam und dann doch wieder ganz schnell. U.a. dank Huobi und OkCoin, zwei der drei großen Online-Trading-Plattformen in China, die am 31.05. sowie 01.06 erstmal ETH für Chinesen kaufbar machen. Aktuell ist es wegen den Richtlinien so, dass man nicht einfach aus jedem Land auf jeder Trading-Börse aktiv sein kann. Wir Deutsche z.B. können nicht auf Gemini handeln.

Durch den Boost sind wir aktuell bei 205,45 Euro, was für mich einen Gewinn von knapp 180% bedeutet. Aktuell überlege ich, mein Initialinvestment herauszuziehen, um sicher zu gehen. Der Sturz auf 108 Euro hat mir verdeutlich, wie schnell der Preis kippen kann. Aktuell warte ich jedoch ab, wie sich die Sache dank China verändern wird.

All die Freunde, die nach dem Artikel hier bei 170 oder beim Dip sogar bei 120 Euro eingestiegen sind, sind soweit alles ziemlich glücklich :)!

26.05.2017: Es gab eine zu erwartende Markt-Korrektur. Der Preis ist binnen 2 Tage um mehr als 70 Euro gefallen, weil in so einer Phase gern unerfahrene Käufer panisch werden und ihre Gewinne retten wollen. Gerade (27.05, 8:30 Uhr) sieht es so aus, als ob wir bei 120 Euro den Boden erreicht haben. Ab hier könnte dann wieder eine Ralley nach oben starten mit Leuten, die mehr Vertrauen in das Ganze haben und eben nicht panisch verkaufen, was insgesamt besser für die ganze Wähung ist.


Soll ich jetzt auch investieren?

Diese Frage bekomme ich aktuell von vielen Leuten in meinem Umfeld gestellt und ich möchte es — wie Eingangs bereits erwähnen — dieser ganze Markt kann von heute auf morgen crashen, auch wenn es unwahrscheinlich ist. Es ist vergleichbar mit einer handelsüblichen Aktie, die auch ihre Hoch — und Tiefs haben kann.

Grundsätzlich musst du dich erstmal entscheiden, ob du investieren oder handeln willst. Investieren bedeutet, dass du eine Summe Euro gegen eine Summe ETH eintauschst und dann in Ruhe lässt. Handeln bedeutet, dass du jeden Tag schaust, wie der Kurs verläuft, um bei einem Hoch zu cashen, nur um dich bei einem Tief wieder einzukaufen. Ich habe mich fürs Investieren entschieden, weil ich vom Handeln wenig Ahnung habe. Sollte es dir wie mir gehen… fang klein an. Falls du kaufst — mach das gern, lass die Kohle aber liegen und schau nicht jeden Tag darauf. Sieh es viel mehr als ne langfristige Investition.

WICHTIG: Solltest du jetzt Interesse haben, dein Geld zu investieren, bitte lehn dich nochmal kurz zurück und nimm die Hände von der Tastatur. Bitte investier nur das Geld, dass auch verlieren kannst. Gib auf keinen Fall die Kohle rein, die du und deine Frau eisern zur Seite gelegt haben, um die Reparatur eures Autos zu bezahlen. Das ist dann wie im Casino, wo du schnell Geld machen kannst und es in den seltensten Fällen auch schaffst.

Zurück zur Frage, ob sich die Investition lohnt. Das kannst du dir selbst mit einer weiteren Frage beantworten: Glaubst du, dass Ethereum inklusive seiner Technik sein Maximum erreicht hat? Wenn du das glaubst, dann investier nicht. Wenn du von Ethereum überzeugt bist, dann kannst du nach wie vor investieren. Ob es ein neues Bitcoin wird? Ich weiß es nicht.

Dennoch — lies meine Warnhinweise deutlich — und am besten nochmal. Ich will am Ende nicht der Schuldige sein, wenn du deine Zukunft verzockst.

Wo kann ich kaufen?

Update: Ich habe einen detaillierten Einsteiger-Guide zum Kauf von Bitcoin, Ethereum geschrieben: So einfach kannst du Bitcoin, Ethereum & Co. kaufen — ein Einsteiger Guide.

Du kannst ETH über verschiedene Online-Plattformen kaufen. Die bekanntesten sind:

Ich selbst bin bei Coinbase und Kraken, empfand Coinbase aber deutlich leichter als Kraken. Im Grunde eröffnest du einen Account, überweist dorthin Geld, was du dann direkt gegen ETH z.B. eintauschen kannst. Was ich daran mag: Du kannst JEDERZEIT dein ETH verkaufen und dein Geld zurückbekommen. Es hängt nicht fest wie in einem Fond. Von daher ist das Risiko “geringer”.

Bei Coinbase kannst du lediglich nur Bitcoin, Litecoin und Ether kaufen, bei Kraken hingegen deutlich verrücktere Sachen wie zum Beispiel Ripple.

Gibt es noch eine andere Option?

Ja, insgesamt kannst du auf drei Wegen an ETH kommen.

  • Einfach: Kaufen, z.B. via Coinbase*
  • Schwierig: Selber Minen, d.h. du hast einen PC, dessen Rechenleistung du dem dem Ethereum Netzwerk zur Verfügung stellst. Du erhältst dafür dann ETH als Belohnung. Die Anschaffungskosten für so einen PC, auch Mining Rig genannt, liegen so bei 2500 Euro plus 50 Euro Strom pro Monat.
  • Mittel: Statt selbst einen PC zu bauen, kannst du auch Geld für Cloud Mining ausgeben. Ein guter Anbieter ist hierbei Genesis*. D.h. du übernimmst anteilig Kosten am ganzen Mining-Prozess und bekommst anteilig eben ETH oder jede andere Cryptowährung, die du möchtest.

Ich empfehle für den Anfang definitiv das direkte Kaufen oder eben Cloud Mining, ersterer ist definitiv die einfachste Weg und von der Schwierigkeit her vergleichbar mit Paypal.


Ressourcen — How to become schlauer

Ich hab es in der letzten Zeit selbst erlebt — Wissen ist in diesem Fall mehr als mächtig. Falls du dich für das ganze Thema interessierst, nachfolgend ein paar Links und Seiten, die mir geholfen haben :)!


Warum ich das alles schreibe?

Weil ich ohne Hilfe heute selbst kein ETH besitzen würde. Ohne Sascha wäre ich selbst nicht auf den Trichter gekommen und ich bin ein großer Freund vom Austausch & Helfen. Von daher freu ich mich, wenn es bei dir genau so gut läuft wie bei mir. Nach den ganzen Zeilen solltest du nun für den Start alles wissen.

ETH ist hierbei nur eine von unzählig vielen Kryptowährungen, einen Überblick über alles, was gerade so passiert, findest du auf https://coinmarketcap.com/currencies/. Ich habe zum Beispiel auch knapp 700 Ripple gekauft, weil spott billig. Selbst mit denen habe ich bereits 70 Euro Gewinn machen können.

Ich bin mega hyped, mir macht das Thema sehr viel Spaß und ich bin gespannt, wo die Reise noch hingehen wird. Zudem ist die ETH Community mehr als großartig.

Falls ihr Fragen habt — kommentiert gern oder schreibt mir auf Twitter.

P.S. INVESTIER NUR WAS DU VERSCHMERZEN KANNST!!!1111elf


Hinweis & Transparenz: Die mit * gekennzeichneten Links sind Ref-Links. Wenn du dich bei Coinbase über den Link anmeldest und dort mehr als 100 Dollar an Währung kaufst, bekommen wir beide jeweils 8 Euro in Bitcoin. Registrierst du dich bei Genesis, bekomme ich 3% mehr Rechenpower.